Babyapotheke

(c): Peter Volmer

„Bitte kein Kuscheltier, keine Spieluhr und auch keine Kleidung!“, bekam ich neulich von einer Freundin mit fortgeschrittenen Erstlings-Babybauch geantwortet, als ich sie nach ihrem Wunsch für den bevorstehenden Nachwuchs fragte. Verständlich, schließlich hat sie von Freundinnen und Verwandten schon prall gefüllte Taschen voller Babyutensilien vor die Tür gestellt bekommen. Ich selbst fand es aus frisch gebackenen Mutter auch immer am besten, wenn ich etwas Praktisches bekam, was wir verbrauchen konnten. Was ist also das wichtigste für ein Säugling, wenn er oder sie unseren Planeten bereichert? Liebe natürlich! Und Gesundheit! Ersteres bekommt es von seinen Eltern sowieso, aber bei der Gesundheit kann ich vielleicht behilflich sein, dachte ich mir. Bei dem Gedanken kam ich rasch auf die Idee eine Babyapotheke zusammenzustellen.

Wozu eine Babyapotheke?

In den ersten Lebensmonaten ist das Immunsystem eines Babys noch fragil, obwohl es über die Plazenta bestimmte Antikörper mitbekommen hat. Im Idealfall bekommt es über die Muttermilch noch weitere Antikörper und hilfreiche Proteine und Immunzellen gegen Keimbefall. Der Nestschutz ist deshalb schwach, weil es nur eine so genannte Leihimmunität ist und sich das Immunsystem erst nach und nach aufbaut. Wenn sich das Baby gerade jetzt in der kalten grippigen Jahreszeit von Geschwisterkindern, Besuchern oder auf Menschenansammlungen mit Krankheitserregern ansteckt, ist es zwar in einem gewissen Maße durch die Antikörper der Mutter geschützt. Allerdings kann nie ausgeschlossen werden, dass sich ein Baby nicht doch die ein oder andere Infektion einfängt, die dann gegebenenfalls schnell voran schreitet und leider schwer zu diagnostizieren ist. Sobald Ihr den Eindruck habt, dass es Eurem Baby nicht gut geht, sollten Ihr einen Kinderarzt aufsuchen. Hört auf Euer Bauchgefühl und lasst es Euch nicht von gut meinenden Verwandten oder Bekannten ausreden. Ihr kennt Euren Nachwuchs am besten! Eine Babyapotheke ersetzt also keinen Kinderarzt. Aber sie kann zum Beispiel nachts helfen, die Zeit bis zur Praxisöffnung für das Baby zu erleichtern und hilft bei leichteren Infekten. Außerdem ist es wichtig, eine Babyapotheke dabei zu haben, wenn man zum Beispiel über die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage verreist. Eine praktische Übersicht an Babyinfekten, was dann zu tun ist und welche Mittel helfen können, habe ich hier bei idealo gefunden.

Was gehört in eine Babyapotheke?

Wie immer kommt es auch hier auf Euer Baby an. Am besten besprecht Ihr die Medikamente mit dem Kinderarzt. Allerdings sind die hier folgenden Tipps bis auf wenige Ausnahmen nicht verschreibungspflichtig und auch für Säuglinge unter zwölf Monaten geeignet. Da unsere Töchter als Babys bis auf Augenentzündungen kaum krank waren und erst in der Kita die ersten Infekte bekamen, haben wir zuhause nur die folgenden Basics zuhause gehabt:

Basic-Babyapotheke:

  • Fieberthermometer
  • Paracetamol-Zäpfchen
  • Nasenpumpe
  • Meerwassernasenspray
  • Taschentücher
  • Thymian Erkältungsbalsam
  • Zahngel
  • Beissring
  • Calendulasalbe
  • Heilwolle
  • Kümmelzäpfchen
  • Kümmelöl
  • Fencheltee
  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen
  • Vitamin D Tropfen
  • Sonnenschutzcreme
  • Euphrasia Augentropfen

Große Babyapotheke

  • Fieber und Schmerzen
    • Paracetamol-Zäpfchen
    • Ibuprofen-Saft (ab 6 M. und 5 kg)
    • Fieberthermometer
  • Schnupfen
    • Sterile Kochsalz- oder Meerwasserlösung im Plastikampullen oder Meerwasserspray
    • Nasenpumpe
    • abschwellendes Nasenspray
  • Husten
    • Milder Erkältungsbalsam
    • Fencheltee
  • Zahnungsbeschwerden
    • Zahngel
    • Beissring
  • Kleine Verletzungen
    • Desinfektionsmittel
    • Pflaster, Verbandsmaterial
  • Trockene Haut, Ekzeme, Windeldermatitis
    • Pflegende Salbe (z.B. Calendulasalbe, Dexpanthenolsalbe, Cold Cream)
    • Körperlotion
    • Zinksalbe
  • Sonnenschutz
    • Baby-Sonnencreme (anorganischer Filter)
    • Insektenschutz
    • Moskitonetz
  • Durchfall, Erbrechen
    • Orale Rehydratationslösung
    • Probiotikum
  • Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen
    • Wärmeflasche
    • Fencheltee
    • Probiotikum
    • Simeticon-Tropfen
  • Verstopfung
    • Einlauf (Klistier)
    • Glycerinzäpfchen
    • Macrogol 4000 (Abführmittel)
  • Rachitisvorbeugung
    • Vitamin D Tropfen
  • Körperpflege
    • Haarbürste
    • Babynagelschere
    • Babyöl zum Baden

Wichtige Telefonnummern für den Notfall

Bei uns zuhause sind im Festnetz- sowie im Mobiltelefon die Telefonnummern des Kinderarzts, des örtlichen Rettungsdiensts und der Giftnotrufzentrale der Berliner Charité gespeichert. Bitte denkt unbedingt daran, alle Medikamente immer so aufzubewahren, dass Kinder dort nicht heran kommen. Ich möchte es keinem Kind zumuten, dass der Magen im Krankenhaus ausgepumpt werden muss.

Eva

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