Dez 082014
 

Nachdem unser jüngster Nachwuchs nun die sechste Monatsgrenze durchsprengt hat, haben wir uns Gedanken über das Thema Beikost gemacht und uns mit anderen Eltern, Hebammen und dem Kinderarzt darüber ausgetauscht. Dabei stellten wir fest, dass es eine große Spannbreite an Meinungen und Erfahrungen zu den Beikostbestandteilen (Fleisch oder nur Gemüse, anfangs nur Möhrenbrei oder gleich Fleischgemüsebrei etc.) für den Babybrei sowie über den richtigen Zeitpunkt des Beginns der Beikostgabe gibt.

Wann führt man den Babybrei ein?

byBabybrei selber machenNatürlich ist es eine höchst individuelle Entscheidung und es hängt auch maßgeblich vom Entwicklungsstand des Babys ab, wann man mit der Beikost beginnt. Die „Regel“ ist, dass man dem Baby ab dem 5. bzw. 6. Monat jeden Tag ein paar Löffelchen Babybrei geben kann.

Wir haben am Ende des 6. Lebensmonats mit dem ersten Brei bei unserer Tochter begonnen. Wir warteten so lange mit der Beikostgabe, bis wir merkten, dass der Rückstoßreflex ihrer Zunge aufhörte, als wir ihr mit dem Löffel ihre in Wasser aufgelöste Vitamin D Tablette gaben.

Als Eltern sollte man sich nicht von dem skeptischen Gesichtsausdruck seines Babys verunsichern lassen, wenn es die ersten Male Babybrei probiert. Es ist ganz einfach nach der Milch das 1. Mal, dass es einen anderen Geschmack im Mund hat. Außerdem solltet Ihr dem Baby Zeit lassen, um den Brei Löffel für Löffel zu probieren. Wenn es das Gesicht demonstrativ abwendet oder weint, sollte man es nicht erzwingen und einfach pausieren. Fünf bis zehn Löffelchen Babybrei pro Tag reichen für den Anfang übrigens aus.  Am besten Ihr legt Euer Baby in eine Wippe, so dass Ihr es bequem füttern könnt.

 

Babybrei auf Vorrat kochen lohnt sich

Kürbis für Babybrei zerkleinernWenn man nicht jeden Tag auf neue kleine Mengen Babybrei kochen möchte, lohnt es sich aus Zeit- und Kostengründen den Babybrei auf Vorrat zu kochen. Den Brei verteilt Ihr nach dem Kochen entweder in Eiswürfelbehälter (in Gefrierbeute leinpacken) oder in kleine Plastikbecher mit Deckel (gibt es z.B. bei Rossmann oder DM), lasst ihn rasch im Kühlschrank abkühlen und friert ihn dann bei minus 18° C ein. So ist der Brei bis 1-2 Monate haltbar. Vergesst nicht den Breivorrat entsprechend der Zutaten und mit dem Datum zu beschriften.

Unmittelbar vor dem Füttern wird eine Portion im Wasserbad oder bei niedriger Temperatur in der Mikrowelle erwärmt. Bereits einmal erwärmter Brei darf kein zweites Mal erwärmt werden.

 

Babybreirezepte

Möhrenbrei ist die ideale Anfängerbeikost für Babys (frühestens ab dem 5.Monat) und wir haben auch damit begonnen. Allerdings sättigt Möhrenbrei zu wenig, als dass dieser eine Milchmahlzeit ersetzen könnte. Also muss zusätzlich noch gestillt bzw. eine Milchflasche gegeben werden.

Möhrenbrei ist leicht süßlich und daher kommt der Geschmack bei Babys meist gut an. Allerdings kann Möhrenbrei bei manchen Babys, wie bei unserem leider, zu Verstopfung führen. Wenn dies geschieht, sollte man auf Zucchini, Kürbis oder Patinake umsteigen und auf keine Fall weiter Möhre nehmen. Ein Gerücht stimmer allerdings nicht: Möhren lösen bei Babys übrigens nicht häufiger Allergien aus als andere Gemüsesorten.

Warum Öl für die Beikost und welches Öl ist geeignet?

Babybrei selber machenBabys brauchen viel Energie, um gut wachsen zu können. Deshalb muss die Beikost sehr fettreich sein, denn Fett ist der ergiebigste Energielieferant. Wenn man Babybrei selber kocht, werden pro 200 g Brei 1 Esslöffel Öl zugefügt.

Für die Beikost sollte ein raffiniertes Pflanzenöl wie z. B. Rapsöl verwendet werden. Rapsöl ist deshalb geeignet, da es ein kein kalt gepresstes Öl ist. Alternativ kann man aber auch Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder Distelöl nehmen.

Kalt gepresstes Öl ist für Babybrei ungeeignet, da in ihnen Schwermetalle oder Pilzgifte enthalten sein können. In kalt gepresstem Öl, das nicht aus ökologischer Herstellung kommt, können außerdem Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln sein. Diese Schadstoffe werden bei der Raffination entfernt. Deshalb sollte man für die Beikost im ersten Lebensjahr lieber raffiniertes Öl verwenden.

Möhrenbrei

200 g Möhren waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden.
In wenig Wasser (ohne Salz) weich kochen.
Möhren pürieren und portionsweise einfrieren.
Dazu eignet sich – besonders für die kleinen Portionen am Anfang – gut ein Eiswürfelbehälter oder die kleinen Plastikbecher mit Deckel, die es in Drogeriemärkten wie Rossmann oder DM gibt.
1 Esslöffel raffiniertes Keimnöl dazu geben

 

Möhren-Kartoffelbrei

Nachdem Euer Baby den Möhrenbrei ausgiebeig probiert und hoffentlich auch genossen hat, kommt als nächstes Möhren-Kartoffel-Brei dran. Allerdings ist auch dieser Brei nicht nährstoffreich genug, um eine volle Milchmahlzeit zu ersetzen. Die Möhren-Kartoffel-Mahlzeit sollte mit 1 EL Pflanzenöl anreichert werden. Dann handelt es sich um eine kaloriengerechte, sättigende Mahlzeit.

Babybrei selbst machenWeiteres Gemüse

Weitere Gemüsesorten wie Pastinaken, Kürbis, Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl und Spinat können nach und nach eingeführt werden. Je mehr verschiedene Geschmäcker Euer Baby in seinem ersten Lebensjahr kennen lernt, desto besser wird es später Gemüse essen.

 

Fleisch

Unsere Kinderärztin empfahl uns ab dem 2. Lebenshalbjahr Fleisch zuzufüttern. Denn Fleisch ist ein guter Eisenlieferant und Euer Baby braucht ab dem 2. Lebenshalbjahr viel Eisen. Alternativen zu Fleisch sind z. B. Flocken aus Vollkorngetreide, die Ihr unter den Brei mischt. Unter den Brei gehört außerdem Vitamin C reicher Saft wie z.B. Orangensaft, damit das Eisen vom Körper des Babys besser aufgenommen werden kann.

 

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (Grundrezept)

Fenchel für BabybreiZutaten:
50 g Kartoffeln (später auch: Vollkornnudeln oder Vollkornreis)
100 g Gemüse (z. B. Möhre, Zucchini, Kohlrabi, Fenchel, Kürbis, Pastinaken, Broccoli)
20 g mageres Fleisch (3 – 4x pro Woche z. B. Rind oder Geflügel)
2 – 3 El Vitamin C reicher Obstsaft
1 TL Butter oder Keimöl (Raps-, Weizen -, Mais -, Sonnenblumenöl) im Wechsel

Fenchel für den Babybrei zubereitenZubereitung:
Das Fleisch abwaschen und Haut, Sehnen und Fettresten entfernen. Nun in kleine Stücke schneiden und in wenig Wasser gar kochen. Nach ca. 15-20 Minuten herausnehmen und pürieren.

Das Gemüse und die Kartoffeln waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit wenig Wasser auf kleiner Flamme in 10-15 Minuten weich kochen und mit dem Pürierstab zerkleinern.

Alle Zutaten nun mischen. Butter oder Öl und Obstsaft noch hinzugeben. Abschliessend nochmals alles zusammen pürieren.

 

Fisch

Auch Fisch kann zum Speiseplan von Babys ab dem 5. Lebensmonat gehören und einmal wöchentlich verköstigt werden.

Warum Fisch so wichtig ist für Euer Baby?

Fisch enthält hochwertiges Eiweiß sowie die Spurenelemente Jod und Selen und sogar die lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die vor allem in fettreichen Meeresfischen enthalten sind, sind wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen. Darüber hinaus ist Fisch auch eine prima Quelle für Kalium, Magnesium und gut verwertbares Eisen.

Zudem fördert Fisch im Babybrei natürlich auch die Geschmacksvielfalt. Wer von klein auf Fisch bekommt, isst ihn auch als Jugendlicher und Erwachsener.

Worauf ist beim Fischkauf und bei der Zubereitung zu achten?

Für den Babybrei eignet sich am besten Lachs, weil er besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist und einen milden Geschmack hat. Um einer Überfischung der Meere vorzubeugen, sollte er unbedingt aus nachhaltigem Fischfang stammen. Oder aus einer Aquakultur mit kontrollierter Aufzucht. Wir haben den Lach tiefgekühlt in einem Bio-Supermarkt gekauft, da wir unserem Nachwuchs keinen mit Antibiotikum vollgestopften Fisch anbieten möchten.

Wird die Babymahlzeit mit Fisch nicht im Glas gekauft, sondern selbst zubereitet, bitte sucht das Fischfilet gründlich nach Gräten ab und dann fein pürieren.

Gemüse-Kartoffel-Fischbrei

Dieses Rezept ist für Babys ab dem 5. Lebensmonat geeignet.

Zutaten:
90–100 g Gemüse (z. B. Karotten, Zucchini, Brokkoli)
40–60 g Kartoffeln
20–30 g Lachsfilet
1–2 EL Vitamin C reicher Obstsaft
1 TL Keimöl wie z.B. Rapsöl

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei selber kochenZubereitung:
Gemüse wie z.B. Karotten, Zucchini oder Brokkoli waschen, putzen und klein schneiden.

Kartoffeln ebenfalls schälen und klein schneiden. Beides zusammen in wenig Wasser weich dünsten.

Das Lachsfilet ebenfalls in wenig Wasser weich kochen, pürieren und mit 1–2 EL Obstsaft in den Gemüse-Kartoffelbrei geben, nochmals kurz pürieren. Zum Schluss 1 TL Rapsöl unterrühren.

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