Aug 212015
 

Wasserspielplatz Castel Camping Château de Poinsouze

Au Revoir Issy L’Evêque

Morgens recherchieren wir im ADAC Stellplatzführer bei einer Tasse Tee am aufgebauten Tisch vor unserem Wohnmobil, wo wir heute hinfahren möchten. Wir sind ganz begeistert davon, so spontan aufbrechen und einen neuen Ort entdecken zu können! Wir entscheiden uns für einen Campingplatz in Boussac / Limousin, der an einem See liegt und einen Wasserspielplatz und einen Pool hat. So haben beide Kinder auch ihren Spaß, hoffen wir.

Sonneblumenfelder in Limousin FrankreichNachdem wir gefrühstückt und dann Tisch, Stühle, Gasgrill und Badehandtücher im Wohnmobil verstaut, Betten abgebaut, Zähne geputzt und die Kinderautositze inklusive Kinder festgezurrt haben, verlassen wir den Campingplatz L’Étang Neuf in Issy L’Evêque. Puh, wir sind nach solchen Einpackaktionen immer ganz schön groggy. Jetzt bekomme ich eine praktische Vorstellung davon, dass ein Wohnmobilurlaub schon anstrengender als ein Ferienhausurlaub ist. Aber daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen, wenn wir durch Frankreich und Spanien reisen wollen. Aufgrund meiner Optimierungsneurose hoffe ich einerseits, dass sich morgens bald eine Routine entwickelt, so dass das abfahrbereit machen schneller geht. Andererseits sind wir im Urlaub und nicht auf der Flucht und können uns ruhig Zeit lassen, denke ich. Am besten wir finden einen Mittelweg. Während ich vor mich hinräsoniere, fahren wir über Landstraßen durch die Bourgogne nach Limousin. Die Landschaft ist wieder ebener. Statt an Weinbergen kommen wir an Mais- und Sonnenblumenfeldern vorbei.

Ankommen auf dem Campingplatz Le Château de Poinsouze

Schloss BoussacAm frühen Nachmittag erreichen wir den 1.300 Einwohner Ort Boussac. Es gibt hier die Burg Boussac, aber ansonsten nicht viel zu sehen. Im Carrefour Supermarkt kaufen wir fürs heutige Abendessen und Frühstück am Folgetag ein. Kurze Zeit später rollen wir zur Rezeption des Campingplatzes Le Château de Poinsouze. Wir haben wieder Glück und bekommen hier ein Plätzchen für unser rollendes Heim. Die Mitarbeiterinnen an der Rezeption sind sehr zuvorkommend und schäkern mit unseren Töchtern. Sie zeigen uns auf dem Lageplan, wo unser Stellplatz, die Sanitärgebäude, der Spielplatz, die Tiere, der Wasserspielplatz, der Pool und das Restaurant sind. Wir können auch gleich Baguette und Croissants für den nächsten Morgen bestellen. Wie praktisch!

Der Campingplatz liegt in einem Park eines aus dem 15. Jahrhundert stammenden Landsitzes mit einem kleinen aber eleganten Schloss. Neben dem Lageplan bekommen wir eine Broschüre ausgehändigt aus der hervorgeht, dass dieser Campingplatz zu einer Freiluft-Hotelkette gehört. Alles begann im Jahre 1959 mit der Gründung der Vereinigung „Les Castels“ durch einen Monsieur Georges Pilliet. Sein Ziel war es, die Schloss-Eigentümer zu ermutigen, ihre Anlagen für Camper zu öffnen, um ein gefährdetes Erbe aufzuwerten, instandzuhalten und zu bewahren. Nun gibt es bereits mehr als 50 vier bis fünf Sterne Campingplätze, die sich unter der Vereinigung  Les Castels“ zusammen geschlossen haben. Schöne und nachhaltige Initiative, finde ich.

Schloss Poinsouze in FrankreichWir fahren dem Mitarbeiter in seinem Wagen hinterher. Das hellgrüne Blätterdach einer wunderschönen Allee, die zum Schloss führt, spendet Schatten auf dem Weg zu unserem Platz. Kinder laufen und rollern auf großzügig angelegten Rasenflächen und Wegen umher. Die Atmosphäre ist entspannt. Es ist alles moderner und professioneller organisiert als auf unserem vorigen Campingplatz L’Étang Neuf. Hier kostet der Stellplatz natürlich auch vergleichsweise 50 % mehr. Aber das scheint es allemal wert zu sein. Wir sind von dem Entrée schon mal angetan. Hier bleiben wir bestimmt länger, denken wir laut.

Der Mitarbeiter zeigt uns unseren Stellplatz gegenüber des Spielplatzes und des Sanitärgebäudes (mit Baby-  bzw. Kleinkindwaschraum). Das ist praktisch, finden wir. Der See ist auch in Sichtweite. Am Ende des Sees liegt das kleine hellgraue bewohnte Schloss Poinsouze, das dem Campingplatz seinen Namen gegeben hat. Der See ist nicht zum Baden gedacht. Aber wir entdecken dort Angler und Leute, die mit einem Stand up Paddel oder mit einem Kanu unterwegs sind.

Unser Stellplatz ist sehr schön von Kirschlorbeersträuchern und Bäumen eingerahmt, so dass wir etwas Privatsphäre haben. Insgesamt ist der Campingplatz nicht sehr voll. Es ist ruhig und sauber. Vorne am See ist natürlich alles belegt, aber das finden wir wegen unserer Lütten gar nicht tragisch.

Wir entern den Campingplatz

Castel Camping Château de PoinsouzeMein Mann schließt das Wohnmobil an den Strom an und packt aus, während ich mit den Kindern den Spielplatz erkunde. Diese Arbeitsteilung finde ich ganz nett. Der Spielplatz hat drei Rutschen, ein großes Klettergerüst mit Hängebrücke und zwei Schaukeln. Die Kinder sind glücklich zu austoben zu können. Ich entdecke derweil eine kleine Maus auf dem Spielplatz, die in einem kleinen Loch auf der Wiese verschwindet. Jerry Nr. 2 ist da. Vielleicht liegt das an dem guten Käse in Frankreich?

Der Wasserspielplatz darf nicht lange auf uns warten. Er ist richtig klasse! Auch der Pool ist sehr schön und die Wasserrutsche sowie das Babyplanschbecken nebenan begeistern uns und v.a. unsere Mädels. Nagetiere sind hier nicht zu sehen. Wir holen uns ein Eis und lassen in der Sonne die Seele baumeln.

Wir bemerken, dass heute nachmittag hier auf dem Campingplatz ein Familientriathlon stattfindet. Einige Kids hüpfen in Säcken um die Wette. Aber wir sind zu faul dafür. Die angebotene mehrsprachige Kinderanimation wollen wir nicht in Anspruch nehmen. Wir sind weder für solche Gruppenaktionen noch für Kinder weggeben zu haben, sondern wollen einfach nur zu viert gemeinsam die Zeit genießen, von der wir Zuhause in Berlin viel zu wenig haben.

Castel Camping Château de PoinsouzeAls unsere Kinder ein paar Schweizer Mädels schräg gegenüber von unserem Stellplatz aus einem Landrover-Armee-Fahrzeug springen sehen, werden sie allerdings flügge. Nun sitzen fünf blonde Mädchen im Kreis und freuen sich. Bald bekommen wir Besuch aus der Schweiz und ein Mädchen kommt mit ihren Lieblingsspielsachen zu uns ins Wohnmobil. Der Schweizer Akzent ist so schön! Ihre Mutter erzählt uns abends beim Abholen, dass sie schon am Atlantik waren und dass es dort sehr voll war. Das hatten wir ja bereits befürchtet…

Der 2. Tag auf dem Campingplatz Le Château de Poinsouze

Am nächsten Tag ist es vormittags sonnig und wir genießen wieder den Pool. An der Wasserrutsche sitzt ein klitzekleiner Laubfrosch. Wollte vielleicht auch mal rutschen. Der Himmel zieht zu und wir besuchen wir den Esel und die Ziegen, die auf dem Gelände untergebracht sind und springen Trampolin bevor wir unsere Fahrräder hinten vom Gepäckträger am Wohnmobil abschnallen.  Das wird unsere erste – wenn auch kurze – Fahrradtour in Frankreich, juhu! Wir wollen die 3 Km nach Boussac fahren um unser Abendessen zu arrangieren. Mit dem Wohnmobil extra in den Ort zu fahren, wäre ja quatsch. Außerdem wollen wir nicht umsonst das kiloschwere Extragepäck mitgenommen haben.

Auf der Hinfahrt kommen wir am Schloss Poinsouze vorbei und machen einen Bogen um den See. Biegen dann aber falsch ab, so dass wir leider an eine befahrene Straße nehmen müssen. Mir klopft das Herz jedes Mal bis zum Hals, wenn ein Lastwagen an unserer großen Tochter auf ihrem Fahrrad vorbei düst. Deshalb muss sie dann immer stehen bleiben bis der Lkw weg ist. Die Kleine sitzt sicher in ihrem Sitz bei ihrem Papa. Es ist ihre erste Fahrradtour und sie ist tapfer.

Zum Glück nehmen wir auf dem Rückweg die richtige Kurve und können entspannter zurückfahren. Allerdings geht es jetzt steil bergauf. Unsere große Tochter bekommt deshalb einen Nervenzusammenbruch der nur mit einem frisch gekauften Schokocroissant zu beenden ist.

Während wir lecker zu Abend essen, wird der Himmel wieder heller um kurze Zeit später bedrohlich dunkelgrau zu werden. Es wird immer windiger. Wir fahren die Markise ein, räumen die Campingstühle zusammen und begeben uns lieber ins sichere Wohnmobil. Promt fängt es auch gleich an zu regnen und zu stürmen. Wir nutzen drinnen die Zeit um für den nächsten Tag zu planen. Wir entschließen uns, morgen ein gutes Stück weiter westlich in die Dordogne zu fahren. Schließlich wollen wir ja irgendwann auch am Atlantik ankommen…

 

Adresse und Informationen

Campingplatz Chateau de Poinsouze in FrankreichCampingplatzes Le Château de Poinsouze
Route de la Châtre
23600 BOUSSAC-BOURG
Limousin – Creuse
France

Tel. +33555650221
Fax +33555658649

GPS-Koordinaten
Breitengrad 46° 22′ 20″ N (46.372350)
Längengrad 2° 12′ 6″ E (2.201870)

  • Höhe über NN: 420 m
  • Gesamtfläche: 22 ha
  • Standplätze Touristen: 118
  • An der Rezeption spricht man auch deutsch
  • Anfahrtsweg: etwa 2 km nördlich von Boussac beschilderter Abzweig von der D917, noch ca. 300 m.
  • Betriebszeit 2015: 12.5.-13.9.
  • Mittagsruhe: 12-13 Uhr
  • Besonderheiten: Kleiner Streichelzoo, Golf-Driving-Range, Pool, Wasserrutsche, Babyplanschbecken
  • Besondere Gästewünsche: Campingplatz mit besonderen Angeboten für Angler und für Familien mit Kindern bis 12 Jahre

Website: www.camping-de-poinsouze.com/content/de/willkommen

Website der Vereinigung Les Castelwww.frankreich-campingplatze.com

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  2 Responses to “Mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich und Nordspanien Teil 5: unterwegs in Zentralfrankreich”

  1. Hallo, wirklich toller Reisebericht! Wie lange wart ihr denn insgesamt unterwegs? Wir möchte dieses Jahr eine ähnliche Route mit unserem dann 1 jährigen Sohn machen. Vg Katharina

    • Wir waren 3,5 wochen unterwegs. das war viel zu kurz für die Tour, also besser 6 wochen einplanen oder nicht so weit fahren.

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