Wo lohnt sich Camping in Europa am meisten?

Wo ist Camping in Europa am günstigsten?
Jetzt im Herbst/ Winter sind wir schon wieder dabei unseren nächsten Urlaub zu planen. Wir haben   einige Länder in den letzten Jahren bereist und denken nun über unser Reiseziel in 2018 nach. Neben den Kriterien wie Erreichbarkeit, Freizeitwert, Exotik und Klima spielt natürlich auch das Urlaubsbudget eine Rolle. Es war uns zu Beginn nicht so bewusst, aber wir haben rückblickend festgestellt, dass Camping in Europa je nach Land entweder sehr günstig oder sogar etwas kostspieliger sein kann.

Investitionskosten für Wohnmobile und Wohnwagen

Als wir uns vor fast genau drei Jahren ein Wohnmobil kauften, bestand unsere Intention zum einen darin, mit diesem Gefährt unser Freiheitsgefühl intensiver ausleben zu können und zu anderen darin, Reisekosten zu sparen. Vier Hin- und Rückflüge gehen schließlich mehr ins Geld als Flüge für zwei Personen. In unserem Umfeld legen sich immer mehr Familien mit Kindern aus ähnlichen Gründen einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil zu. Manche mieten sich zuerst eines um das Reisegefühl zu testen. Die meisten sind danach so begeistert, dass sie sich danach ein eigenes zulegen. Der Trend in unserem privaten Umfeld spiegelt sich auch in Statistiken wieder. So wurden dieses Jahr  knapp 60.000 Reisemobile gekauft und zugelassen, was einen Anstieg von ca. 14% zu 2017 entspricht. Dies kann vielleicht auch mit den zur Zeit günstigen Kredit- und Finanzierungsmöglichkeiten zusammen hängen. Allerdings sollte man diese Entscheidung wohlbedacht treffen, denn ein Kredit ist, wie jeder weiss, immer mit einer ernst zu nehmenden und langfristigen Verbindlichkeit verbunden. Durchschnittlich werden circa 18.900 Euro für die Anschaffung eines Wohnwagens und 66.900 Euro für den Kauf eines Wohnmobils (Neuzulassungen) ausgegeben. Die Marktführer sind Knaus Tabbert, Hobby und Fendt. Auf den bekannten E-Commerce-Plattformen findet man natürlich viele gebrauchte Wohnmobile, Wohnwagen und Busse. Bei der Auswahl eines geeigneten Gefährts ist jedoch einiges an Fachwissen und technischen Verständnis nötig, damit das neue Reisemobil nicht zahlreiche Werkstattbesuche nach sich zieht und somit zum Geldgrab. Neben der Berücksichtigung von Laufleistung, Alter und dem allgemeinen Zustand muss man sich vorher auch mit möglichen Schwachstellen der einzelnen Modelle befassen.

Etwas weiteres dürfen wir trotz all der Begeisterung nicht vergessen: Als wir unser Wohnmobil vor der Tür stehen hatten, waren damit nicht alle Investitionen getätigt. Wir mussten uns allerhand Ausrüstungsgegenstände wie Campingtisch und -stühle, Campinggeschirr, einen Gasgrill, Werkzeuge und vieles mehr anschaffen. Eine Ausrüstung im mittleren Qualitätssegment kostet um die 800 Euro.
Außerdem fallen auch Instandhaltungskosten für Reparaturarbeiten an. Wenn man selbst gerne schraubt und bastelt und nicht für jede Kleinigkeit eine Werkstatt benötigt, lässt sich dadurch etwas einsparen.

Anschaffungskosten für Wohnmobile und Wohnwagen

Preisliche Unterschiede beim Camping in Europa

Mit unserem Wohnmobil haben wir bisher Nord- wie Südfrankreich, Nordspanien, Holland, Italien, Dänemark, Schweden, Griechenland und Deutschland bereist. Diese Reisedestinationen haben wir uns nicht aus finanziellen Gründen, sondern vor allem wegen der jeweiligen Erlebnisqualität bezüglich Natur und Sightseeing ausgewählt. Trotzdem sind uns während der Reisen erhebliche Preisunterschiede aufgefallen. Am deutlichsten fiel uns das in Frankreich auf. Allein schon zwischen  Süd- und Nordfrankreich gibt es bereits hohe preisliche Differenzen, was die Stellplatzkosten auf einem Campingplatz betrifft (Südfrankreich ist natürlich teurer). So haben wir zur Hochsaison in Nordfrankreich pro Nacht nur 20 bis 25 Euro für einen Stepplatz für 4 Personen mit Wohnmobil sowie Strom und Benutzung der Sanitäranlagen bezahlt. An der Ardèche (Südfrankreich) konnten wir froh sein, wenn uns der Stellplatz im Sommer „nur“ 50 Euro kostete. Und das war noch der preiswerteste auf dem Vier Sterne Campingplatz. Aber dafür gab es auch einen schönen Pool, ein tolles Restaurant, Aquafitness- sowie Yogakurse und sehr moderne, saubere Sanitäranlagen. Alles hat eben seinen Preis.
Neben regionalen Preisunterschieden, kommt es auch auf den individuellen Komfort eines Stellplatzes an. In Frankreich bestand beispielsweise ein großer Unterschied, ob wir direkt amFlussufer, am Strand oder irgendwo mittendrin stehen wollten und welche Größe unser Stellplatz hatte. Aber das kennt man ja auch von Hotels und Ferienhäusern.

Das Camping in Schweden und Dänemark war zu Ostern überraschend günstig. Dafür kamen aber hohe Kosten für Brückenüberquerungen hinzu. In Frankreich und in Italien sowie auch in Griechenland fallen Mautgebühren an, wenn man unbedingt Autobahn anstatt Landstraße fahren möchte. Allerdings lässt es sich mit einem Wohnwagen oder Wohnmobil sowieso schlecht rasen, daher kann man auch gleich die kostenfreie Landstraße befahren, die meist parallel zur Autobahn verläuft. Weitere Zusatzkosten beim Camping bestehen in Kurtaxe, Umweltabgaben oder Müll-bzw. Abwassergebühren, Nutzung der Warmwasserduschen, Waschmaschinen und Stromkosten.

Reisekosten sparen durch Campingurlaub

Wo in Europa lohnt sich Camping preislich am meisten?

Wenn man nicht gerade arg sparen muss, sollten finanzielle beweggründe nicht an erster Stelle stehen, wenn man sich ein Urlausbziel aussucht. Aber ein Blick auf die folgende Statistik ist dennoch ganz aufschlussreich. Am meisten soll sich finanziell das Campen im Vergleich zum Hotel in Großbritannien lohnen. Am günstigsten scheint das Campen in Polen und in Bulgarien zu sein. Neben niedrigen Stellplatzkosten liegen dort die Mautgebühren und Benzinkosten unterhalb des europäischen Durchschnitts. Italien – eines der beliebtesten Reiseziele – und die Schweiz weisen hingegen die teuersten Übernachtungspreise auf.

Weiterführende Informationen und Quellen

http://www.promobil.de/kaufberatung/damit-der-preis-des-wohnmobils-stimmt/

https://www.campanda.de/magazin/campingwelt-in-zahlen/

http://www.t-online.de/leben/reisen/aktiv-und-skiurlaub/id_52103216/was-kostet-camping-wirklich-.html

https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/mautgebuehren-autobahngebuehren-in-europa/

http://www.campsite.at/statistik/2017/%C3%96sterreich/finale%20Daten/Uebernachtungspreise%20in%20Europa.jpg

http://www.rp-online.de/leben/reisen/news/hotelpreise-in-europa-so-viel-zahlen-sie-bid-1.2179268

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152011/umfrage/ausgaben-von-touristik-und-dauer-campern/

https://de.statista.com/infografik/10226/deutsche-art-zu-campen/
https://www.merkur.de/reise/hier-verbringen-deutsche-ihren-sommerurlaub-2017-zr-8399064.html

Eva

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