Jan 292017
 

Ankommen mit dem Wohnmobil in Nordfrankreich

Luxus-Frühstück im Wohnmobil

Campen und Wohnmobilfahren macht bekanntermaßen hungrig. Das trifft auch auf uns zu, die gerade auf einem holländischen Campingplatz erwachen und schon voller Vorfreude an Nordfrankreich denken.

Zum Frühstück etwas ganz leichtes gefällig? Die noch in Berlin gekauften Pfifferlinge müssen verbraucht werden. Also bereite ich in der kleinen Wohnmobilküche ein Omelette mit Pfifferlinge und Zwiebeln zu. Das ist natürlich kein leichtes Frühtück, die Ironie meiner Überschrift habt Ihr sicherlich durchschaut. Mmmh, wie das Omelette duftet! Obwohl mein Mann Bauchschmerzen hat und deshalb sogar nachts lange wach lag, kann er einem Brötchen mit dem Spezial Omelette nicht widerstehen. Auch ich habe nicht so gut geruht. Die Kinder sind des nächtens zu mir auf die ausgeklappte Sitzecke herunter getragen worden bzw. selbst runter geklettert während mein Mann in den Alkoven flüchtete. Also habe ich die Nacht zum einen damit zugebracht unsere Große vor dem Runterfallen aus dem, wenn auch nur circa 40 Zentimeter hohen, Bett zu bewahren und zum anderen, die Kleine aus der Ritze zwischen Wohnmobilwand und verrutschen Matratzentopper zu ziehen. So unentspannt kann dieses Campen auch mal sein. Ich gebe es ja gerne zu. Aber das gleiche passiert sicherlich nachts vielen Eltern in ihrem richtigen Bett auch, oder? Gebt es doch ruhig zu. Aber die andauernden Bauchschmerzen meines Mannes machen mir nun auch noch Sorgen. Ansonsten hat er nie Magenprobleme. Außerdem hat er stets das gleiche gegessen wie ich.

Obwohl es schon längst nicht mehr regnet wie am Vortag, sieht der Campingplatz Oriental bei Limburg mit seinen in Reih und Glied stehenden Wohnmobile und Zelten immer noch nicht orientalisch aus. Der Abschied fällt uns entsprechend kaum schwer. Wir wollen endlich ins Land der Croissants, Baguettes und des guten Weins! Hoffentlich brauchen wir nicht mehr so lange nach Frankreich.

Bummeln und Eisessen in Maastricht

Zwischenstopp mit Eisessen und Shopping in Maastricht

Doch bevor wir die Grande Nation besuchen, machen wir noch einen Abstecher ins nahe bei Limburg gelegene Maastricht. Die bekannte Universitätstadt ist eine der ältesten Hollands und soll eine lebendige Kulturszene haben. In einer Seitenstraße nahe des kompakten Stadtzentrums finden wir einen Parkplatz mit Parkuhr, wo wir unser großes Gefährt abstellen können. Die Altstadt ist hübsch und es herrscht wenig Autoverkehr, so dass wir mit den Kindern in Ruhe durch die Gassen und zur gotischen Kirche Sint Janskerk schlendern können. Drinnen duftet es herrlich nach Weihrauch und Kerzen leuchten. Unsere Kleinste fragt bei dem Anblick neugierig „Geburtstag?“. Bevor sie die Kerzen runterreißt, weil es keinen Geburtstagskuchen gibt, nehmen wir lieber reisaus.

Mein Mann schleppt sich mühsam voran bis er sich am Hauptplatz in einem der alle um die Mittagszeit gut gefüllten Cafés einen Kräutertee bestellen kann. Derweil bummeln meine beiden kleinen Grazien und ich durch die Einkaufsstraße und bestellen danach in der Eisladenkette namens Pinky (der Name ist auch das optische Programm) eine Kugel Pokemoneis für die Große und Zitrone für die Kleine. Auf dem zentralen Marktplatz setzen wir uns auf die Stufen der Pergola und genießen den Ausblick auf die rundum gelegenen herrschaftlichen Häuser.

Altstadt von Maastricht

Einmal quer durch Belgien bitte

Meinem Mann geht es leider immer noch miserabel, weshalb wir zurück zum Wohnmobil gehen. In unserer Wohnmobilküche bereite ich ihm einen Kräutertee zu und schwinge mich anschließend hinters Steuer. Ich fahre das erste Mal seit längerer Zeit mit unserem Vehikel und das Schalten fällt mir schwer. Mein Mann heult neben mir fast lauter auf als der Motor. Das macht mich noch unsicherer. Als ich uns endlich auf die Autobahn bugsiert habe, ist es einfacher. Das Wohnmobil ist nach ein paar Tagen Fahrt endlich warm gefahren und schafft nun auch satte 120 Kilometer pro Stunde. Es ist der Wahnsinn! Ich bin ganz stolz als ich den ersten Lastwagen überholen und fange auch gleich an zu schimpfen sobald einer komisch fährt, wie mein Gatte es ansonsten zu tun pflegt. Wenn es leicht bergauf geht, verlangsamt sich das Wohnmobil und die Tachonadel fällt auf 70 Kilometer pro Stunde ab. Jammer. Unser Motor ist einfach nicht stark genug für das Gesamtgewicht. Sofort will ich wissen, ob und wie wir unser Gefährt pimpen könnten. Aber das scheint nicht zu funktionieren. Denn dies würde sich auf alle anderen Bereiche auswirken und einen riesigen Aufwand mitsamt Abnahme bedeuten, sagt der Experte neben mir. Zudem wirkt sich eine geringere Leistungsfähigkeit des Motors auf seine Lebensdauer positiv aus, ergänzt der Kenner. Unser Wohnmobil ist also nachhaltig, weil es so niedrig motorisiert länger durchhält. Das ist doch mal was!

Die Fahrt durch Belgien dauert eine gefühlte Ewigkeit. Die Strecke besticht leider nicht durch Abwechslung. Mein Beifahrer schlummert. Hinten ist es auch ruhig. Ich drehe das Radio auf damit ich wach bleibe und verputze eine Tüte Studentenfutter.
Die Autobahnen und Brücken haben hier auch schon mal bessere Zeiten gesehen, fällt mir auf. Wann sind wir endlich daaahaaa, frage ich mich im stillen.

Camping in Houplines

Hoppla, wir sind ja schon in Frankreich

Still und leise erreichen wir endlich Frankreich. Wir steuern Lille an und fahren an riesigen verlassenen Gebäuden vorbei. Allerdings wollen wir heute noch nicht in die Stadt, sondern zuerst auf den Campingplatz „Les Alouttes et L’images“ in Houplines. Der keine 8.000 Einwohner zählende Ort liegt im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Es gibt nur diesen einen Campingplatz hier, der allerdings aus zweien zu bestehen scheint. Hotels kann ich auch keine sehen. Auf Tourismus ist man in der Gegend nicht sonderlich ausgerichtet, scheint es.

Unser Navigationsgerät hat echte Probleme den Campingplatz zu finden. Google will uns auf einen Feldweg schicken. Aber darauf fallen wir nicht rein. Pah! Wir drehen so lange die Runden bis wir den Platz für unser Gefährt gefunden haben. Die Landschaft breit sich flach wie ein Crêpes vor uns aus. Ein paar Kühe grasen. Einige Pferde stehen auf der Weide. Ansonsten gibt es nichts zu sehen. Aber wenigstens sind wir endlich in dem Land angekommen, das wir angepeilt haben.

Entspannen auf dem Campingplatz „Les Alouttes et L’images“

Der Campingplatz nimmt uns mit offenen Armen auf, als wir ihn nach etlichen Fahrminuten endlich zwischen den Kühen und Pferden entdeckt haben. Na geht doch. Zehn Minuten Autofahrt entfernt soll sich eine Metrostation von der man Lille befinden, wird mir an der Rezeption erklärt. Wir zahlen um die 40 Euro alles in allem für die eine Nacht, was ich für die Gegend und die Ausstattung des Campingplatzes recht ehrgeizig finde. Es gibt weder Swimmingpool noch eine Einkaufsmöglichkeit.

Zum Ausgleich bekommen wir einen Stellplatz fast für uns ganz allein auf einer riesigen grünen Wiese. Neben uns liegen ein verwaister Tennis- sowie ein Cardiotrainingplatz. Ein Stückchen weiter befindet sich ein künstlicher Fischteich an dem einige Angler ihr Glück versuchen. Hinter uns führt ein Weg an einem winzigen einfachen Spielplatz vorbei zur Sanitärereinrichtung. Ein Plakat dort verrät, dass es während der Tour de France Zeit hier noch teurer ist zu nächtigen. Oh là, là, sage ich da nur. Zum Glück ist die jetzt vorbei.

Das Wetter ist traumhaft und wir flitzen mit unseren Strandspielen draußen herum. Es ist absolut ruhig hier. Die meisten Stellplätze gehören französischen Dauercampern die gerade nicht anwesend sind. Einige mobile Häuser dämmern in der Sonne. Die einzigen die lebhaft sind, sind einige Kaninchen die zur Freude unserer Kinder im Schatten mümmeln bis von selbigen aufgeschreckt werden. Aha, daher überall die kleinen braunen Murmeln auf der ansonsten gepflegten Wiese. Ich erkunde mit den Kindern den Campingplatz während sich mein Mann von seinen Bauchschmerzen zu erholen versucht.

Eine Horde französischer Kinder cruist auf Fahrrädern umher und ältere Madames und Monsieurs gehen mit ihren Fiffis Gassi. Ansonsten ist niemand zu sehen. Wir genießen es an solch entspannten Ort zu sein. Es muss ja nicht immer spektakulär sein. Viel wichtiger ist ja, dass das Wetter schön ist und wir viel Platz haben. Morgen machen wir uns auf nach Lille. Das ist doch ein schöner Plan!

Adressen und weitere Informationen

Camping Les Alouttes et L’images
140 rue Brune – 59116 HOUPLINES

Telefon: +33(0)3.20.35.69.42
Mobil: +33(0)6.81.16.56.82
Mail: campimage@wanadoo.fr
www.campinglille.fr

 

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