Jan 252017
 

Naturschutzgebiet Platier Oye Plage

Nach der Stadtbesichtiging von Lille und Lens zieht es uns nun in die Natur und damit an die Küste. Wir fahren deshalb weiter durch die Region Haute-de-France in nordöstliche Richtung. Am Meer möchten wir nach dem bisherigen Wohnmobilritt mit den Kindern ein paar Tage einfach nur entspannen.

Missgeschick im Küstenort Bray-Dunes-Plages

Die Straßen in Richtung Küste werden voller. Die Dichte an Ferienhäusern mit Namen wie „Chez nous“ nimmt von Kilometer zu Kilometer zu. Wir steuern trotzdem den Campingplatz „Les Dunes“ in Bray-Dunes-Plages an und fahren auf das Gelände. Doch es ist kein einziger Stellplatz mehr frei. Nicht schlimm, denn es gefällt uns hier eh nicht sonderlich.

Rückwärtsgang rein und wieder auf die Straße rollen. Rumbs! Was war das? Das Geräusch kommt von hinten rechts. Mein Mann sitzt am Steuer und flucht. Ich schaue aus dem rückwärtigen Fenster unserer Wohnmobilküche. Wir haben beim Rückwärtsfahren auf der Einfahrtsstraße des Campingplatzes mit der rechten Hinterbacke ein parkendes schwarzes kleines französisches Auto touchiert. Merde! Warum hat die Rückfahrkamera das Auto nicht angezeigt? Vielleicht stand es im toten Winkel? Wir können uns anscheinend doch nicht auf sie verlassen. Ein Teil unseres Rücklichts ist kaputt und ein Dutzend helle Schrammen zieren das schwarze kleine Auto, welches wir gerammt haben.

Was tun? Ich frage die Mademoiselle an der Rezeption des Campingplatzes. Das Autokennzeichen ist auf dem Campingplatz nicht gemeldet. Wir rufen unsere Versicherung an. Die nimmt alles auf und rät uns, die Polizei zu informieren.

Tatütata

Auf Nachfrage nennt mir die Rezeptionistin des Campingplatzes die Telefonnummer der Gendarmerie. Doch wer kommt nach zehn Minuten? Die Feuerwehr. Schnell kläre ich die Verwechslung auf. Mademoiselle hat mir versehentlich die Nummer der Feuerwehr (17) anstatt der 18 für die Gendarmerie genannt. Zum Glück sind die Feuerwehrmänner nicht sauer, dass es einen Fehleralarm für sie gab. Im Gegenteil, erklärt mir der freundliche Feuerwehrmann, er komme lieber zu einem Einsatz, bei dem es allen gut geht.

Uns stinkt’s

Also rufe ich nun die Gendarmerie. Mein Mann und ich wechseln uns mit den Kindern auf dem Spielplatz des Campingplatzes ab. Dort stinkt es bei zunehmenden Temperaturen in der Mittagshitze nach Hundekot, der sich im Sand des Spielplatzes auf dem Campingplatz versteckt. Gut, dass wir hier nicht einchecken konnten. Wir warten eine Stunde. Das Mäuerchen, auf der ich sitze und warte, stinkt wie das Hundepissoir. Wir gehen ins Wohnmobil. Ich rufe erneut bei der Gendarmerie an. Mir wird versichert, dass sie in 15 Minuten kommen würden. Die Rezeptionistin kommt angewackelt und bringt mir die Telefonnummer der Polizei. Danke, hab ich schon längst. Sie fragt, wann wir endlich wegfahren würden. Hoffentlich schnell, antworte ich.

Aidez-nous – Hilfe holt uns hier raus!

Als nach 90 Minuten immer noch weder ein Gendarm noch der andere Autohalter erscheint, die Kinder im Wohnmobil ständig um mich herum wuseln und mein Mann lethargisch aus dem Fenster starrt und es immer wärmer und wärmer im Wohnmobil wird, reisst mir die Hutschnur. Ich hüpfe aus dem Wohnmobil und marschiere entnervt den Campingplatzweg entlang. Ich will zum Meer, das da irgendwo weiter vorne sein muss und überlegen, wie es weitergehen könnte. Aber ich komme nicht bis zum Strand. Was ist, wenn die Gendarmerie gerade in diesem Moment anrückt, sie nur französisch spricht und mein Mann mit ihnen nicht kommunizieren kann? Ich renne zurück, um meine negative Energie loszuwerden. Ich schicke meinen Mann und die Kinder ganz ungalant raus, um sich ein Eis zu holen damit ich beim Warten wenigstens meine Ruhe habe.

Die Familie kommt zurück und bringt mir einen Crêpe mit Schokolade mit. Wie süß. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen weil ich so grantig zu ihnen war. Von der Polizei ist immer noch keine Spur. Ich rufe ich wieder an. Nun wird mir geraten, doch einfach selbst zur örtlichen Gendarmerie am Hauptplatz zu fahren. Super, gerne, warum nicht gleich?

Die Gendarmerie ist von außen kaum zu erkennen. Nur ein Blatt Papier verrät, wer sich hinter der Tür versteckt. Ich versuche die Tür zu öffnen. Sie ist verschlossen. Aber ein großer junger rothaariger Mann mit Sommersprossen und schusssicherer Weste lässt mich nervös hinein. Die Polizeistation sieht eher nach einem Provisorium mit gefliesten Wänden aus. Polizisten in Zivil und mit dunklem Rauschebart schieben sich an mir vorbei und hocken sich hinter ihre Flachbildschirme.

Ich berichte stockend auf Französisch von unserem Missgeschick. Aber der junge Gendarm scheint nicht sonderlich beeindruckt. Ich könne ihm einfach meinen Namen und Telefonnummer auf einen Zettel schreiben und dem anderen Auto ebenfalls einen Zettel hinterlassen. Das wars. War ich wirklich bei der Polizei?

Nachdem wir den Zettel beim geschrammten Auto hinter den vorderen Scheibenwischer geklemmt haben und noch einmal an der Rezeption Bescheid gegeben haben, suchen wir endlich das Weite. Nix wie weg hier. Der Ort gefällt uns nicht. Ein Jahrmarkt mit Ramsch. Zu viele austauschbare Ferienhäuser und zu viele Leute. Adieu!

Mit dem Wohnmobil durch die Region Haute-de-France

Go west: Campingplatz direkt hinter dem Naturschutzgebiet der Gemeinde Oye-Plage

Wir fahren weiter westlich längs zur Nordseeküste und finden in der Région Audruicq Oye-Plage, kurz vor der Stadt namens Gravelines, in der circa 5.000 Seelen Gemeinde Oye-Plage, gleich auf dem ersten von insgesamt drei nebeneinander liegenden Campingplätzen, einen Stellplatz. Der kleine, seit 30 Jahren familienbetriebene Campingplatz Sarl Camping du Casino, gefällt uns. Wir haben Glück, denn es ist der vorletzte Platz für Wohnmobile, der noch frei ist. Wir stehen zwischen aufgebockten mobilen weißen Häusern, die uns an die USA erinnern. Hier sind wir momentan die einzigen ausländischen Gäste. Die meisten sind Residenten älteren Semesters. Aber ein paar Familien mit Kindern gibt es auch. Wir entdecken Geräteschuppen, Geranien vor den mobilen Häusern und auch einen Pizzaofen. Die Dauercamper scheinen ganz neugierig, wer da neues angekommen ist und begrüßen uns freundlich.

Kein Halligalli, kein Pool, kein Restaurant. Stattdessen genügen ein kleines Sanitärgebäude und zwei einfache Spielplätze als Infrastruktur. Wir genießen die Insel der Ruhe. Es wundert uns nicht, dass Oye Plage ursprünglich den Namen „Ogia“ trug, der „Insel“ bedeuten soll, weil das Land um Ogia herum einst vom Meerwasser geflutet wurde.

An der Rezeption können wir bei Bedarf Speiseeis, tiefgekühltes Brot und Miniportionen Nutella oder Marmelade kaufen, die uns aus einer Tiefkühltruhe gereicht werden. Jeden morgen (außer montags) hält ein Lieferwagen mit frischen Baguettes und Croissants neben dem Sanitärgebäude. Die junge Rezeptionistin, die den Platz gemeinsam mit ihrer Mutter leitet, erklärt mir außerdem, dass hier bis zum Jahr 1950 ein Casino stand in dem hauptsächlich Jäger unterkamen. Das klingt ja spannend! Vom Campingplatz aus können wir zu Fuß oder per Fahrrad an den Dünen entlang und zum circa zwei Kilometer entfernten Meer laufen bzw. fahren.

Bereits am hinteren Spielplatz des Campingplatzes vermischt sich der Duft des Salzwassers mit dem würzigen Duft der Sträucher, die im angrenzenden Naturschutzgebiet wachsen. Das ist genau der richtige Ort für uns um nach dem ganzen Sightseeing an- und runterzukommen. Wir bauen zum ersten Mal draußen den Campingtisch und die -stühle auf, die wir ansonsten in der Topbox auf dem Wohnmobildach verstaut haben.

Macht kaputt, was euch kaputt macht

Beim Befestigen der Wäscheleine geht die Armlehne eines Campingstuhls zu Bruch. Schon komisch, dass die Lehne das Gewicht nicht aushält, wundert sich mein Mann…  Nicht nur unser Wohnmobil und Mobiliar werden heute auf ihre Festigkeit getestet. Unsere Kleine haut sich ihre Stirn auf der Wippe des Spielplatzes ein. Kühlakkus aus der Tiefkühötruhe der Campingplatz Rezeption verhindern, dass die Beule zu groß wird. Anschließend verpasst mir die Kleine auf meinem Schoß sitzend mit ihrem wohl geformten Hinterkopf eine blutige Unterlippe. Langsam reicht es mir für heute. Ich schließe mich in unserem Mini-Badezimmer des Wohnmobils ein und heule. Als ich mich beruhigt habe, komme ich wieder raus zu meiner Familie, die mich ganz besorgt anklickt. Der ganz normale Urlaubswahnsinn halt.

Eine abendliche Brise weht um unsere Nasen. Als sich die Brise langsam in Wind verwandelt, gehen wir rein und legen uns schlafen. Bonne nuit.

Meeresschätze sammeln am Strand im Frankreichurlaub

À la plage – am Strand

Zum Frühstück serviere ich Milchnudeln aus der Tüte und würze sie mit Zimt. Zum Glück haben wir ein paar solcher Fertiggerichte für Milchnudeln, Milchreis oder Kaiserschmarrn dabei. Schließlich haben wir gerade heute den arbeitsfreien Tag des Bäckers erwischt.

Gestärkt holen wir unsere Fahrräder vom Fahrradträger. Die Zweijährige kommt in den Kinderfahrradsitz und für die Große haben wir ein eigenes Rad dabei. Los geht’s zum Strand. Wir biegen nach circa 300 Metern an einem Restaurant rechts ab und überqueren einen kleinen sandigen Parkplatz. Von dort aus schieben wir unsere Räder unter einer Holzplanke hindurch in das Naturschutzgebiet. Links neben einem ausgetrockneten Flussbett fahren und schieben wir unsere Räder bis zu einem kleinen Boddensee. Linkerhand befindet sich der Bunker Hutte No. 21, der sich in der Düne versteckt und scheinbar restauriert, aber verschlossen ist.

Hutte Nr. 21 in Oye Plage

Wir fahren am Boddensee rechts vorbei in Richtung Meer. Ein sehr breiter langer Sandstrand liegt uns zu Füßen, der über und über mit Muscheln und toten Krebsen bedeckt ist. Leider liegt auch etwas Müll, wie kleine Plastikteilchen, ein Autoreifen und viele Schrotpatronenhülsen herum. Vorne am Wasser entdecken wir ein paar sandfarbene Kisten, um die sich Vögel zu sammeln scheinen. Doch beim Näherkommen erkennen wir, dass sich Jäger am Strand in kleinen getarnten Unterschlüpfen kauern. Die Vögel sind nur Attrappen, die vermutlich Wildgänse anlocken sollen. Wir drehen lieber ab. Ich möchte nicht riskieren, dass wir entweder eine Kugel abbekommen oder Ärger mit der Bevölkerung riskieren. Die Kinder motivieren wir anstatt der alten Patronenhülsen lieber Muscheln und Krebse zu sammeln. Wer weiß, ob die Patronenhülsen noch gefährlich sind? Auf dem Rückweg, beim Wickeln der Kleinen in den Dünen, hören wir Schüsse. Seltsam, dass das Jagen im Naturschutzgebiet möglich ist.

Schiefer Turm Kreigsrelikt in Nordfrankreich

Eine Region mit einer brutalen Geschichte

„Mama, Papa, was ist das für ein Turm?“, fragt unsere Tochter. Nachdem wir uns im Carrefour Supermarkt im Centre Ville (Stadtzentrum) von Oye-Plage mit Lebensmitteln eingedeckt, alles im Minikühlschrank des Wohnmobils verstaut haben und die Kleine etwas schlummern konnte, sind wir per Rad unterwegs zu einem anderen Strandabschnitt, als sich uns rechterhand plötzlich ein gigantischer schiefer Turm, der Tour Penchée, mit bedrohlichen Schlitzen entgegen beugt. Seine Spitze erinnert an einen Ritterhelm.

Traurige Relikte zweier Weltkriege

An der Grenze zu Belgien gelegen, haben in dieser Region vor 100 Jahren, beim „grand guerre“ (der 1. Weltkrieg wird hier der „große Krieg“ genannt) furchtbare Schlachten zwischen England und Frankreich sowie Deutschland stattgefunden. Wir treffen auch immer wieder auf Betonkollosse. Bunker aus dem 2. Weltkrieg, die aus den Wiesen wie die hässlichen kleinen Brüder des schiefen Turms von Pisa hervorragen oder sich hinter Buschwerk verschämt weg ducken, aber doch nicht zu übersehen sind. Nur wenige Meter weiter sitzt Grandmère vor ihrem Wochenendbungalow, häkelt und die Pferde grasen. Ein frisch gemähter grüner Rasen und Apfelbäume drum herum. Eine Idylle. Wären da nicht diese brutalen Betonklötze aus denen Eisenstäbe hervorstechen. Die Bunker sind oftmals frei zugänglich und begehbar. In Teilen mancher Bunker liegt Pferdemist oder sie sind zu Toiletten umgebaut. Krieg ist scheiße, diese Umfunktion passt doch ganz gut.

An die immens hohen menschlichen Verluste dieser vom Krieg gebeutelten Region erinnern außerdem eine Vielzahl an Kriegsdenkmälern der beteiligten Nationen. Noch heute finden dort regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt. Ich betone dies, da man an diesem Thema in der Region nicht vorbei kommt. Das ist auch gut so damit es nicht in Vergessenheit gerät. Außerdem hat leider dieser furchtbare Teil der Geschichte maßgeblich mit unserem Herkunftsland zu tun.

Und ebenfalls leider gibt es noch immer gewisse, diplomatisch ausgedrückt, verwirrte junge Personen ohne Haare auf dem Kopf und mit schwarzen Londsdale T-Shirt bekleidet, die mit ihrem Auto aus Deutschland hierher kommen und sich diese Kriegshinterlassenschaften mit einem krankhaften Pathos ansehen. Bei dem Anblick, der mich beim vorbei fahren ereilte, bekomme ich Würgereize. Die Bunker erinnern mich daran, zu welchen Gräueltaten Menschen in der Lage sind. Es ist nicht einfach unserer sechsjährigen Tochter deren Funktion zu erklären ohne ihr nächtliche Alpträume zu bereiten. Aber Kinder, und unsere Tochter insbesondere, haben ein Öhrchen dafür, wenn man ihnen etwas verschweigt. Je simpler und damit auch direkter ich die Kriege erkläre, desto brutaler klingt es in meinen Ohren. Aber sie nimmt es so hin. Die Nachrichten, die sie manchmal im Radio Zuhause oder im Auto mitbekommt, sind für sie scheinbar schwieriger zu verarbeiten.

Die Geschichte wirkt sich bei einigen Menschen offensichtlich in die entgegen gesetzte Richtung als bei mir aus. An welcher Stelle sind die Glatzköpfe falsch abgebogen, frage ich mich? Hoffentlich finden sie bald wieder den Weg zurück zu Toleranz und Menschlichkeit. Das war das Wort zum Sonntag (obwohl heute ein anderer Wochentag ist). Sorry, aber das ging nicht anders.

Drachensteigen am Strand in Nordfrankreich

99 Drachen auf ihrem Weg zum Horizont

Gegenüber eines Stellplatzes für Wohnmobile schließen wir unser Räder auf einem Parkplatz vor dem Maison des Dunes an und laufen rechts an einem Feld entlang. Linkerhand tauchen wir in ein kleines Wäldchen ein und erreichen einen Tierbeobachtungsunterstand. Genügsame zottelige Galloway-Rinder starren uns entgegen.

Rundweg im Naturschutzgebiet Platier Oye Plage

Von nun an schlängelt sich der Weg wie ein Labyrinth durch das dichte von Himbeer- und Sanddornsträuchern und niedrigen Bäumen bewachsene, von Ornithologiebegeisterten beliebte Naturschutzgebiet Platier d’Oye. Hier sollen Stelzvögel, Regenpfeier wie Säbelschnäbler oder Austernfischer, Taucher, Gänse, Enten, Sperlinge leben und mit etwas Glück beobachtet werden. Wir fühlen uns wie die Ritter in Dornröschens Märchenwald als wir weiter unter den Dornentunneln hindurch gehen. Mein Mann muss sich mit unserer Kleinen auf den Schultern ducken damit sie vm spitzen Gewächs nicht zerkratzt wird.

Nach dem sandigen Rundweg erreichen wir die Dünenlandschaft und entdecken ein dort illegal zeltendes Paar. Hunde müssen hier laut Beschilderung angelehnt werden damit sie die brütenden Vögel nicht verschrecken und diese menschlichen Störenfriede scheren sich nicht um die Tiere und zertrampeln die Vegetation.

breiter Sandstrand an der französischen Nordseeküste

Der Wind zerrt an unserer Kleidung, sobald wir am breiten Sandstrand ankommen. Das Meer ist immer noch weit weg. Rechts von uns müssen Gravelines sowie Dunkerque und links Calais liegen. Doch von diesen Städten können wir jetzt nichts wahrnehmen. Die Druckbehälter des leistungsstärksten Kernkraftwerks Frankreichs, das bei Gravelines liegt, sind jedoch auch von weitem zu erkennen. Das ist das einzige was die Idylle hier trübt.

Der Wind zerrt an meinem Sonnenhut. Zum Glück haben wir alle Jacken dabei. denn trotz Sonnenscheins frischt es durch den Wind am Meer ganz schön auf. Unsere Große, die Kleine und mein Mann freuen sich! Endlich genug Wind für ihren Drachen. Nach einigen Fehlversuchen gelingt es meinen drei Piloten den Drachen in die Vertikale zu katapultieren. Ein Lenkdrache wäre jetzt optimal, aber für den Augenblick muss unser einfaches Exemplar genügen. Immer länger wird die Drachenschnur, bis wir mit den Füßen in den flach auslaufenden Wellen stehen. Das Wasser ist nicht so kalt wie vermutet. Eine Familie badet sogar und springt immer wieder jubelnd hinein. Chapeau!

Where’s my Baby gone?

Zurück auf dem Campingplatz. Während wir die Fahrräder wieder auf die Rückseite des Wohnmobils fesseln, fangen die Kinder an zu spielen. Als wir unsere Zweiräder fertig verstaut haben, stimmt etwas nicht. Wo ist unsere Kleine? Die große Schwester schaut mich ratlos an. Wir suchen den Campingplatz ab. Am Spielplatz, unter  den Mobiles Homes und auf der Straße ist sie nicht. Bei den Nachbarn auch nicht. Aber sie suchen „une petite fille avec des cheveaux blonde et des yeux bleues“ mit. Wir sind in heller Aufruhr. Ein Alptraum. Ich muss an die Familie denken, deren Tochter im Portugalurlaub vermutlich entführt wurde. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Der Campingplatz ist doch so winzig! Da kann  sie doch nicht so einfach verschwinden!

Nach einer gefühlten Ewigkeit hören wir in der Nähe unseres Wohnmobils ein leises Kichern. Und wer guckt plötzlich hinter dem Baum hervor? Unsere Kleine. Die Freude und Erleichterung ist natürlich so groß, dass ihr niemand böse sein kann.

mit den Füßen im Ärmelkanal

Adressen und weitere Informationen

Sarl Camping du Casino
237, Route des Dunes
62215 Oye-Plage

www.campingducasino.fr

Info@campingducasino.fr

Tel: 03 21 85 83 05
Achtung: Kartenzahlung nicht möglich

Weitere Campingplätze direkt nebenan: Clairette und Les Dunes

Stellplatz in der Umgebung: in circa 600 Meter Entfernung ist direkt an der Straße ein Stellplatz (ohne Schatten)

Parkmöglichkeiten um zum Strand zu kommen: Gegenüber vom oben genannten Stellplatz, beim Maison des Dunes (nicht für Wohnmobile geeignet da Schranke nur Wagen bis zu einer Höhe von 2,20 Meter reinlässt) oder circa 300 Meter vor dem Campingplatz du Casino vor dem Restaurant.

La réserve naturelle, Le Platier d’Oye: oye-plage.fr/decouvrir/la-reserve-naturelle-le-platier-doye

 

Reise- und Etappenführer für Wohnmobilreisen

„Mit dem Wohnmobil nach Nordfrankreich“ (Womo-Reihe), Taschenbuch, 3. Feburuar 2014

„Tourenführer Frankreichs Norden mit dem Wohnmobil“, Broschiert, 23. Februar 2012

ADAC Campingführer Südeuropa 2016: mit herausnehmbarer Planungskarte Gebundene Ausgabe – 7. Januar 2016

Etappenführer France Passion

 

Wohnmobilreise mit Kindern durch Nordfrankreich

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