Wer auf einen Mix aus wildem Vogelkonzert, sanftem Wassergeplätscher und regelmäßigem Glöckchengeläut steht, findet den perfekten akustischen Dreiklang in dem von uns bereits mehrfach gelobten Gebirgszug Serra de Tramuntana auf Mallorca. Und das sind nur die akustischen Reize, auf die man als Besucher*in des vom Inselbeirat initiierten 150 Kilometer langen Fernwanderweg Gran Recorregut 221, bzw. GR 221 trifft.
Ebenso schön sind der weite Blick durch liebliche Täler bishin zum Meer und in wildromantische Schluchten, welche die Bergziegen mit einer beneidenswerten Leichtigkeit und Schnelligkeit hinauf und hinab steigen. Je nach Jahreszeit erfüllt der Duft von Jasmin, Zitrusfrüchten und Affenbrotbäumen die Luft. Bei solch einem Clash an Sinnesreizen kann das Wandern einfach nur Spaß machen insofern man ausreichend Proviant und gutes Schuhwerk dabei hat.
Als bekennende Mallorca-Fans kehren wir mit unseren beiden Kindern, die
mittlerweile zwölf und acht Jahre alt sind, seit längerem jährlich immer wieder auf die Insel zurück und probieren während unseres Urlaubs gerne neue Routen aus. Dabei stammt nicht jede unserer Wanderung vollständig aus einem Wanderführer, sondern ist manchmal eine Kombination aus einem solchen mit Routenplaner- und Navigationsapps wie komoot.
In unserem letzten Mallorca Urlaub sind wir ein Teilstück auf dem Fernwanderweg GR 221 gelaufen und sind dann weiter über eine Wegbeschreibung von komoot gewandert. Man kann auf der Insel sich alle möglichen Teilstücke auf der Ruta de Pedra ein Sec, wie diese Trockenmauerroute auch genannt werden kann, raussuchen und diese entlang laufen. Denn früher verband diese zum Großteil gepflasterte Route die Dörfer und Besitztümer in den Bergen miteinander. Uns gefällt der GR 221, weil er als anspruchsvoller Wanderweg gilt und auf weiten Strecken durch alpines Gelände und fernab von besiedeltem Gebiet verläuft. Stärker besucht ist der Wanderweg daher nur auf solchen Strecken, die etwas leichter sind.
Startpunkt: Schlucht Barranc de Biniaraix

Bevor wir dir mehr über unsere Wanderroute berichten, weisen wir darauf hin, dass wir recht sportlich und dickköpfig sind, was Wanderungen betrifft. Das heißt, wir sind bereits auf- und abstiegserprobt und wissen, wie wir unseren Kindern beim Wandern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und wie wir sie motivieren können um durchzuhalten. Außerdem sind wir ziemlich stur und geben zumindest beim Wandern bei Quengeleien gegenüber unseren Kids nicht klein bei. Zur Motivation nehmen wir immer viel zu essen und zu trinken mit, wobei letzteres zugegebenermaßen bei uns leider auch schon mal zu knapp bemessen war. Für solche Notfälle haben wir immer einen handlichen Süßwasserfilter dabei, den wir wenn vorhanden, in einem der Bäche halten, um uns zu erfrischen. Außerdem ist es nützlich immer ein kleines Erste Hilfe Kit oder zumindest Pflaster und Taschentücher dabei zu haben, falls sich jemand aufschrammt.

Wir laufen mit unseren Kindern von unserer Finca hinab in die Schlucht Barranc de Biniaraix ein. Die Schlucht befindet sich zwei Kilometer westlich vom Berg “Puig de l’Ofre” und zwei Kilometer östlich von der bekannten Touristenstadt Sóller. Der optisch beeindruckende Cúber-Stausee, den wir auf einer anderen Wanderung bereits aufgesucht und hier beschrieben haben, befindet sich nördlich der Schlucht.
Die Schlucht erreicht man entweder mit dem eigenen Fahrzeug über die MA 11 oder mit dem Bus 212 vom Zentrum in Sóller aus. Eine Wanderung zu Fuß bis zur Schlucht ist ebenfalls möglich, für ältere oder kranke Menschen jedoch nicht empfehlenswert. Der alte Pilgerweg führt auch zum weltbekannten Kloster Lluc. Des Weiteren gibt es noch einen kleinen weiteren Weg namens “Camí vell“. Dieser wurde in der Vergangenheit dazu benutzt, den hohen Bergen der Insel auszuweichen. Bereits vor Jahrhunderten wurden in der Barranc de Biniaraix unzählige Olivenbäume angepflanzt, die mittlerweile bis fast an die Berggipfel reichen. Beide Wege schlängeln sich durch die optisch beeindruckenden Olivenhaine.

Die Schlucht liegt inmitten einer malerischen Landschaft und besitzt eine beeindruckende Optik. Der Bergbach Torrent de I’Ofre führt durch die Schlucht und fällt entweder nach starken Regenfällen oder zur Zeit der Schneeschmelze von dem über 100 Meter hohen Wasserfall “Es Cans” in die Tiefe. Während unseres Tour im Oktober führte der Fluss nur wenig Wasser, das sich an einigen Stellen etwas aufstaute, so dass wir in dem kalten Becken kurz baden konnten. Die höchste Stelle der Barranc de Biniaraix ist 440 Meter hoch. Insgesamt überwindet die Schlucht einen beachtlichen Höhenunterschied von über 350 Metern. Der Torrent de Biniaraix entspringt südlich des bekannten Naturschutzgebiets “Font des Verger“. Der Fluss führt ganze fünf Kilometer lang durch die Barranc de Biniaraix und mündet anschließend in der Gemeinde Sóller in den Bergbach von Fornalutx.
Los geht’s

Nachdem wir uns in einem Café auf dem Dorfplatz von Biniaraix mit sehr leckeren Kuchen und Getränken gestärkt haben, geht es auf der Trockenmauerroute los in Richtung Barranc. Wir überqueren trockene Flussläufe, die bei höheren Wasserstand auf schmalen Brücken zu überqueren sind.
Der Pfad windet sich an der Gebirgswand immer weiter hinauf. Am Wegesrand ist so manche Höhle zu entdecken in der sich wahrscheinlich bei stärkerem Regen vielleicht der ein oder anderen Bergziege oder Schaf Unterschlupf bietet. Sogar Stalaktiten sind zu bewundern. Immer wieder weisen GR 221 Wegweiser in Richtung Stausee Cuber.

Weiter oben gabelt sich der Weg und wir verlassen den GR 221. Linkerhand biegen wir in den alten Bergwanderweg Camí des Creuter ein und passieren die Finca Can Silles. Danach geht es steiler bergauf. Wir treffen auf eine Geröllpiste, die uns eine ganze Weile beschäftigt. Immer wieder gibt es rutschige Partien, die uns nerven. Aber wir wollen nicht mehr umkehren. Zum Glück treffen wir schräg hinter einem riesigen wuchernden Feigenbaum auf eine Quelle an der wir uns erfrischen und den grandiosen Ausblick auf Sóller genießen können bevor es für uns weiter hinauf geht. Es bleibt geröllig und anstrengend. Doch so langsam können wir die dicht mit hohen Gras bewachsene Hochebene erkennen. Als wir dort ankommen, begegnen uns leider auch niedrige dornige Gewächse die uns in die nackten Waden zwicken und die Kinder uns verfluchen lassen. Es gibt kein Zurück mehr. Hinabsteigen wäre auf der Geröllpiste viel zu gefährlich. Da ist hinauf hingegen sicherer. Also kämpfen wir uns weiter hoch, unsere Beine sehen aus, als wenn uns wild gewordene Katzen verprügelt hätten. Irgendwann haben wir es auf die Hochebene geschafft auf der eine Ziegenfamilie ihr Abendessen abgrast und sich verwundert nach uns seltsamen Besuchern umschauen.

Wir teilen uns die letzten zwei Äpfel, trinken ein paar Wasserschlücke. Dann laufen wir weiter zu einer Lücke in einem alten Mauerstück. Von dort aus geht es nur noch hinab. Der Weg ist mit Steinmännchen oder Punkten an mancher Stelle markiert. Wir sind in den vorigen Urlauben bereist zwei Mal diese Serpentinen hinab gelaufen und wissen, dass nun noch weitere 50 Wanderminuten bis zu unserer Finca vor uns liegen. Die Abendsonne zaubert ein wunderschönes Licht durch die Pinienäste. Eine Bergziege läuft ein Stück hinter uns. Als wir die Esten Fincas im Tal erkennen und dann endlich auch unsere sehen, sind wir wieder motiviert und das Meckern unserer Kinder verstummt für eine Weile. Am Ende unseres Abstiegs erwarten uns zwei Touristen, die uns bereits gehört haben und sich Sorgen machten, dass wir es im Hellen nicht mehr hinunter schaffen würden. Doch wir haben es mal wieder knapp geschafft und schlüpfen erleichtert in unsere Finca.

Zu empfehlen ist der Mallorca Wanderführer von Rother. Außerdem gibt es vom Bruckmann Verlag einen wunderbaren allgemeinen Familienreiseführer für Mallorca.
Wer weitere Inspirationen für einen abwechslungsreichen Familienurlaub mit Kindern auf Mallorca sucht, findet in dieser Karte sicherliche ein paar schöne Ideen: Mallorca Landkarte und Reiseführer für Kinder: Die Entdecker-Karte für Kids: Attraktionen, Unternehmungen, Insider-Tipps, Regenwetter-Tipps (BRUNO Themenkarten / Der Reiseführer zum Aufklappen) Landkarte – Gefaltete Karte
















Falls Mallorca heutzutage von Piraten überfallen werden würde, wären die Cuevas del Drach das perfekte Versteck vor den Banditen mit Augenklappe und Holzbein.
Vor Drachen braucht man sich trotz des Namens „Cuevas dem Drach“ hier nicht zu fürchten. Kalt ist es in den unterirdischen Gängen auch nicht, wie wir zunächst befürchten, als wir dick ummantelt in das Höhlensystem hinab steigen. Kaum sind wir unter der Erde, kommt uns feucht-warme Luft entgegen, die für das gemächliche Wachstum (100 Jahre für 1 Zentimeter) der Stalaktiten (der von oben hängende Tropfstein) und Stalagmiten (der von unten wachsende Gegenpart) notwendig ist. Zwischen 17 und 21 Grad beträgt die Temperatur konstant hier unten. Wenn es im Winter also mal kalt auf Mallorca wird, kann man sich hier prima aufwärmen oder im heissen Sommer entsprechend abkühlen. Unsere alters- und herkunftsmäßig bunt gemischte Gruppe wird von einem Guide geführt, der allerdings nichts erzählt. Sein mehrsprachiger Vortragspart beginnt erst am Martelsee. In der Höhle ist das Fotografieren nur ohne Blitz erlaubt (auf der Website steht, dass das Fotografieren komplett untersagt ist, aber dem ist vor Ort nicht so).
Wir schlendern mit den Kindern mehr oder weniger entspannt die angelegten Wege der angenehm golden beleuchteten Höhle entlang und passieren dabei auch ab und an kleine Seen. Unsere Kleine müssen wir dabei immer gut im Blick behalten. Es gibt zwar ein Geländer aber zwischen dem Boden und dem Geländer klafft eine gut 80 Zentimeter hohe Lücke, durch die sie schnell hindurch purzeln könnte. Wir fühlen uns ein bisschen wie in dem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Jules Vernes.
Wer die Drachenhöhlen von Mallorca besichtigen möchte, darf zum einen keine Angst vor Kitsch und zum anderen keine Kleinkinder dabei haben, die wie unseres während einer zehn minütigen Musikdarbietung im Auditorium laut vor sich hin lamentiert. Glücklicherweise rettet eine freundliche Aufsichtsperson uns vor weiteren aufgebrachten Pssst!s und vielleicht größerem Ärger mit dem simplen Lichtspiel seiner Taschenlampe, von der sich unsere 21 Monate alte Tochter gerne ablenken lässt. Am 170 Meter langen Martelsee gibt es nämlich ein Amphitheater, wo man sich auf Holzbänke setzen und einer musikalischen Darbietung und einem Lichtspektakel in Form eines Sonnenaufgangs (ja, es bleibt nicht aus) lauschen kann. Festlich beleuchtete Ruderboote mit live Klassikmusik (Geigen, Cello und Harmonium) schippern gemächlich an uns vorbei. Anschließend besteigen wir mit den anderen Besuchern ein Boot und lassen uns ein kurzes Stück auf dem 4 bis 12 Meter tiefen Martelsee zum Ende der Höhle rudern. Wem das nicht geheuer ist, der kann stattdessen eine Brücke nehmen.
Die Drachenhöhlen sind schon seit der Antike bekannt und dienten einst als Versteck vor Piratenangriffen. Doch erst 1880 wurde der erste ausführliche Plan der Höhlen vom deutschen Topographen und Höhlenforscher M.F. Will erstellt.

Anfahrt
Strecke: 6,3 Kilometer hin und zurück an der Westküste auf Saumpfaden mit einem Auf- und Abstieg von jeweils 457 Metern. Technisch problemlose Tour und mit Kindern gut zu schaffen.
Allerdings kommen wir nun vom Norden, der berühmten halbmondförmigen Bucht namens Cala Tuent. Die Bucht ist aufgrund ihres glasklaren Wassers im Sommer übrigens herrlich zum Baden und Schnorcheln geeignet. Jedoch bis auf einen einzigen Baum spendet dort nichts Schutz vor der sengenden Sonne. Anyway, im März war an Baden sowieso nicht zu denken.
Nach knapp 2 Kilometern zweigt rechts der Weg zur ehemaligen Sa Fábrica de la Electricitat ab. Nun schlängelt sich ein Pfad 20 Minuten hinab Richtung Meer. Schon bald sieht man von oben alte Wassergräben.
Wir wandern den gleichen Weg zurück, den wir auf dem Hinweg genommen haben.
Restaurant Es Vergeret
Das Aquarium besteht aus insgesamt zehn Arealen und ist mit 8.000 Exemplaren der Tier- und Pflanzenwelt aus 700 Arten, 100 mediterranen und 350 tropischen Pflanzenarten aus aller Welt sehr vielfältig. Ich habe das natürlich nicht selbst mitgezählt, sondern vertraue hier auf die Ehrlichkeit des Aquariums. Doch ist es nicht die schiere Masse, die den Charme des Hauses ausmacht. Vielmehr ist es die moderne und ästhetische Darstellung des maritimen Lebens. Stimmiges Licht, zeitgemäße Informationsaufbereitung, große Lupen zum Betrachten besonders zarter Lebewesen wie Seepferdchen, entspannte Musik, bequeme Kissen für die Kinder vor großen bodentiefen Becken, Fahrstühle, Sitzgelegenheiten und Sauberkeit haben unseren Besuch im Palma Aquarium zu einem gelungenen Tag für unsere Kinder und uns gemacht.
Am meisten beeindruckt hat uns das riesige Becken namens Grand Azul, in dem Rochen, Barracudas und verschiedene Haiarten gemächlich ihre Runden ziehen. Als wir dort vorbei kamen, versuchte gerade ein Taucher die Fische zu füttern. Doch die Bewohner des riesigen Beckens waren entweder satt oder wählerisch, denn das Futter wurde von ihnen komplett ignoriert. Ein anderer Taucher war wiederum damit beschäftigt, das Aquarium zu putzen. Auch er oder sie wurde von den Haien glücklicherweise ebenfalls links liegen gelassen. Sehr beruhigend, wenn man bedenkt, dass das Aquarium einen extra Ticket für einen Tauchgang zu den Haien für Besucher anbietet. Wer sich das nicht zutraut, kann den Tunnelweg unter das Becken hindurchnehmen und die lieben Fischlein von unten bestaunen.