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Wohnmobiltrip durch die Toskana

Ciao Ragazzi! In den Sommerferien 2022 haben wir etwas für uns außergewöhnliches getan. Wir sind am dasselbe Ferienziel gereist wie im Vorjahr. Allerdings mit einer leicht veränderten Route. Wir haben die wunderschönen toskanischen Städte Siena und San Gimignano. Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich Mitte der 80er Jahre als Kind mit meinen Eltern bereits in der Nähe Urlaub in einem Ferienhaus gemacht. Normalerweise zieht es uns jedes Jahr im Sommer in eine andere europäische Region, wie die fleißigen Blogleser unter euch vielleicht bemerkt haben. Doch die südliche Toskana hat uns tatsächlich so gut gefallen, dass wir nicht anders konnten und einfach nochmal hierher reisen mussten. Obendrein ist der Campingplatz PuntAla Camp & Resort einfach genau unser Ding. Er bietet nämlich genau die richtige Mischung aus Aktivitäten, Entspannung, Natur, Strand und Privatsphäre. Der Campingplatz liegt unweit vom Naturpark Maremma und direkt am Tyrrhenischen Meer. Hier gibt es Pinienwälder genauso wie glasklares Meerwasser und feinen Sandstrand. Vom Strand aus kann man die Insel Elba sehen, wenn sie nicht gerade in einer heissen Dunstwolke verschwindet.

Nicht nur, dass wir normalerweise stets woanders unseren Urlaub verbringen (ok, mit Ausnahme von Mallorca) sind wir obendrein rastlos. Wir bleiben mit unserem Wohnmobil generell nicht länger als maximal fünf Tage an ein und demselben Ort. Aber weil die Maremma-Küste so idyllisch ist und der Campingplatz all unsere Anforderungen erfüllt, haben wir im August ganze zwölf Tage auf dem Platz verbracht. Das ist unsere Rekordzeit!

Was kann man bei Punta Ala unternehmen?

Hier kann man viel mehr tun, als die ganze Zeit entspannt am goldenen Sandstrand zu liegen, obwohl dies zugegebenermaßen auch sehr schön ist und wir sehr genossen haben.

An der Küste werden Wassersportarten, wie zum Beispiel Segeln oder Surfen angeboten, und auch Taucher und Schnorchler kommen im kristallklaren Wasser ihre Kosten.
Wenn es nicht zu warm ist, kann man toll wandern oder Fahrradtouren unternehmen. Besonders schön soll das Naturschutz- und Feuchtgebiet Riserva Naturale Diaccia Botrona südlich des Orts Castiglione della Pescaia sein. Hier besteht sogar die Chance Flamingos zu entdecken. Wer auf Golf steht, kann mitten in dem riesigen Pinienwald von Punta Ala eingebetteten Golfplatz seine Bälle schlagen.

Außerdem kann man natürlich Ausflüge in die bekannten wunderschönen toskanischen und umbrischen Städte Florenz, Siena, San Gimignano, Perugia, Assisi und Arezzo unternehmen. In den jeweiligen nächst größeren Ortschaften halten öffentliche Busse, mit denen man dorthin gelangen kann, falls man nicht mit dem eigenen PKW oder Camper fahren kann oder möchte.

Wir haben zum Beispiel während unserer Toskana-Urlaube Florenz, Siena, San Gimignano besucht und sind froh, dass wir diese unvergleichlich schönen Städte gesehen und viele bekannte Sehenswürdigkeiten gesehen haben.
Mit Kindern muss man natürlich schauen, dass man nicht unbedingt in der Mittagshitze durch die Stadt spaziert. In der Zeit kann man zum Beispiel lecker essen gehen oder sich einen kühlenden Park zum picknicken suchen. In der Hochsaison sind die Städte allerdings sehr voll. Einige der Städte verfügen über Camping- oder Stellplätze in der Stadtteil oder in der Nähe.

Der Campingplatz PuntAla Camp& Resort

Preisleistungsverhältnis und Sauberkeit

Zugegeben, der Campingplatz ist in der Hauptsaison relativ teuer. Aber er liegt an einer sehr schönen Bucht und bietet tolle Stellplätze, sowohl im Schatten eines hohen Pinienwaldes als auch mit viel Unterholz zur natürlichen und hübschen Abgrenzung der Stellplätze. Das ist auf anderen Campingplätzen in der Umgebung nicht so, dort stehen die Wohnwagen und auch die Mobilheime dicht an dicht. Das mögen wir persönlich überhaupt gar nicht, weshalb diese natürlich gewachsene Abgrenzung ideal ist.

Wir hatten einen Stellplatz weiter südlich auf dem Campingplatz in Meeresnähe vorher fest gebucht. Aber wir haben vor Ort gesehen, dass es auch für spontan Anreisende ausreichend schöne und freie Stellplätze gibt. Die Holz verkleideten Mobilheime mit Veranda sind bei kurzfristiger Buchung in der Hauptsaison ziemlich kostenintensiv, wie wir aus Neugier auf der Website nachgeschaut haben. Alternativ kann man auch einen Silverliner (mit Klimaanlage) oder auch Tipizelte in Strandnähe buchen.

Jenachdem wie weit der Stellplatz vom kleinen kommerziellen Zentrum, wo sich der Supermarkt, die Pizzeria, die Eisdiele und der Shop (Badeutensilien, Bekleidung und Zeitungen) befinden, entfernt ist, desto weiter ist natürlich der Weg dorthin. Wir haben deshalb Klappfahrräder dabei. Ich habe auch ein paar Gäste auf Elektrorollern gesehen. Wer einen Kinderwagen schieben möchte, sollte wissen, dass die Wege mit Kieselsteinen bestreut und daher nicht so bequem befahrbar sind.

Der alte Pinienwald wird mit ein paar verständlichen Auflagen gut geschützt. Als wir da waren, wurden deshalb einige Wege am Meer gesperrt, so dass sich der Wald erholen kann. Es gibt aber trotzdem noch ausreichend Strandzugänge.



Was wir gut finden, ist, dass sich der Müll nicht stinkend in irgendwelchen Containeranlagen sammelt, sondern täglich am Platz abgeholt (getrennt – man kann sich die passenden Tüten am Eingang mitnehmen) wird.

Die Sanitäranlagen sind neu und werden mehrmals täglich geputzt. Die Duschen sind prima und bis auf den späten Abend immer heiß. Es gibt kostenloses WLAN, das aber nicht überall besonders gut funktioniert hat.

Die weite Bucht hat feinen Sandstrand und ist sehr sauber. Es gibt überall Mülleimer. Auch das Meerwasser ist überaus sauber und glasklar. Natürlich ist der Strand in der Hochsaison recht gut besucht.

Essen und Trinken

An Hunger braucht man während des Urlaubs wirklich nicht leiden und auch nicht unbedingt in einen weiter entfernt Supermarkt fahren. Es gibt einen gut sortierten Supermarkt, der täglich bis 20 Uhr geöffnet hat. Dort gibt es regionale und Bio-Produkte, frisches Obst und Gemüse, einen Back- und einen Fleischstand und lustigerweise eine Weinzapfstation in der man für 4,50€ sowohl einen Liter Rot- als auch Weißwein in einer wiederverwendbaren Glasflasche abfüllen kann. Im Supermarkt sowie auch in allen anderen Geschäften und Restaurants des Campingplatzes kann man übrigens ausschließlich nur mit Karte und nicht in bar bezahlen. Allerdings kann man für Kinder und Jugendliche, die damit umgehen können, eine Campingplatzkarte mit Geld aufladen.

Die Pizzeria ist absolut empfehlenswert. Hier gibt es eine große Auswahl an super leckerer Pizza, die man auch zum Mitnehmen bestellen und zum Beispiel am Strand beim Sonnenuntergang verspeisen kann. Außerdem gibt es noch ein schickeres Restaurant in Strandnähe, das wir allerdings nicht ausprobiert haben. Den Eisstand in der Nähe vom Supermarkt und der Pizzeria haben wir regelmäßig abends aufgesucht und ausgiebig zu unserer vollsten Zufriedenheit getestet. Am Strand gibt es eine Bar, wo kleine Snacks, Eis sowie heiße und kalte Getränke bekommt.

Aktivitäten

Langeweile auszuhalten, ist nicht leicht. Zumindest nicht für mich. Ein Urlaub, während dem man länger an einem Ort bleibt, wie wir es während unseres Aufenthalts in der Toskana getan haben, bietet sich daher gut zum Üben an.
Allerdings machte es mir der Campingplatz mit all seinen Möglichkeiten nicht leicht. Bei einigenden Aktivitäten konnte ich nicht widerstehen, bei anderen habe ich allein schon wegen der Hitze besser verzichtet.

Per Mail informiert das Campingplatz-Team regelmäßig über das Sport- und Eventprogramm sowie auch über Unwetterwarnungen. Hier kommt eine Auswahl davon, was man allein nur in dem Camp&Resort unternehmen kann.

Auf dem Meer unterwegs Mit einem an der Strandbar mietbaren aufblasbaren SUP-Brett und Paddel kann man die Maremma-Küste entdecken und vom Meer zu Orten, wie die Bucht Cala Violina oder die Insel Sparviero gelangen, die man sonst nicht erreichen kann. Wenn das Meer relativ ruhig ist, sollte das auch für Einsteiger zu schaffen sein. Wir haben ein eigenes SUP dabei gehabt und es wirklich gerne und häufig genutzt.
Alternativ kann man auch ein Tretboot oder einen kleinen Katamaran mieten. Eine Surfschule ist auch vorhanden.

Hüpfburg

Besonders toll fanden unsere Kids die große Hüpfburg auf dem Meer, ein paar Hundert Meter südlich von unserem Campingplatz entfernt. Für 10 Euro pro Person kann man eine Stunde klettern, hüpfen und rutschen. Mit einer Schwimmweste bekleidet, schwimmt man vom Strand aus ein kleines Stück dorthin.
Die Kinder müssen schwimmen können und erst ab einer gewissen Körpergröße dürfen sie ohne Begleitung der Eltern mitmachen. Ein junger Mann passt auf der Burg auf, dass nichts passiert. Die Hüpfburg ist echt nicht ohne und ich war nach einer Stunde auch alle. Bei leichten Wellengang wackelt es bereits , was es noch schwerer macht, sich auf den Beinen zu halten.

Trecking

Adrenalin-Kick-Junkies beziehungsweise sportliche Urlauber können sich Mountainbikes oder Elektrofahrräder mieten und auf Trails hinunter bis zum Meer durch mediterranes Buschwerk und mittelalterliche Dörfer heizen.

CrossFit-Box

Weniger als 50 Meter vom Meer entfernt kann man seine Muskeln spielen lassen und kann morgens, mittags oder abends Trainingsstunden nehmen.

Tennis und Volleyball

In der Nähe der Strandbar und des Restaurants gibt es Tennis- und Volleyballfelder, die man buchen kann.

Yoga und Streching

Für mich besonders erfreulich war das Angebot wochentags morgens entweder um 8:30 oder um 10 Uhr Yoga oder Streching direkt am Strand machen konnte. Insbesondere die Yogalehrerin hat einen super guten einstündigen Kurd gegeben.

Kinderprogramm

Das Animationsprogramm ist rein auf Italienisch gehalten, daher kann ich dazu wenig sagen. Jeden Sommer gibt es ein anderes Animationsteam, das ein anderes Programm vorbereitet. Während unseres Aufenthalts gab es abends öfters ein Tanzprogramm zum Mitmachen am Strand. Unsere achtjährige Tochter hat sich immer gerne dazu gesellt und spontan mitgetanzt.

Musik

Musik ist am Stellplatz nicht erlaubt, was natürlich zur ruhigen Atmosphäre auf dem Campingplatz beiträgt. Freitagabends gab es während unseres Urlaubs abends eine ziemlich gute Live-Band zu der wir am Strand abgetanzt haben. Je weiter südlich man auf dem Campingplatz steht, desto mehr bekommt man allerdings mit, was auf dem Nachbarcampingplatz abgeht. Dort gibt es leider abends öfters mal lautere Musik aber es ist aushaltbar.

Glamping mit dem Omnia Backofen

Kochst du gerne und das auch unterwegs? Dann ist dieser Beitrag für dich genau der richtige. Auf Tour mit dem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil schmeckt eine selbstzubereitete Mahlzeit oft besonders gut, wenn man das richtige Kochwerkzeug und die passenden Zutaten dabei hat.
Für unsere regelmäßigen Campingurlaube haben wir uns einen Backofen zugelegt. Das hört sich auf den ersten Eindruck etwas opulent und vor allem heavy an. Ist es aber nicht. Zumindest nicht, wenn es sich um den kleinen 500 Gramm leichten Omina Ofen handelt, den wir während unseres Sommerurlaubs auf einem toskanischen Campingplatz getestet haben. Der zwei Liter fassende Ofen eignet sich hervorragend zum Aufbacken von Brötchen, Croissants und ähnliches. Jedoch auch für viele andere Zubereitungen, Wie Aufläufe, Kuchen oder Brot backen. Er eignet sich nahezu für alle Hitzequellen wie Elektroplatte, Cerankochfeld, Grill, Gaskocher oder Trangiakocher (außer für einen Induktionsherd).

Einfache Anwendung

Outdoor-Kochen macht mit dem richtigen Equipment erst richtig Spaß!

Einfach den Camping Backofen auf einen Gas- oder Spirituskocher stellen und schon kann’s losgehen. Auch auf Herdplatten lässt er sich hervorragend betreiben. Ein kleines Heft mit leckeren Rezepten zum Ausprobieren liegt dem Backofen bei. Wir haben mit dem Backofen mehrmals Brot sowie Aufläufe gebacken und die gelungenen Ergebnisse haben uns sowohl kulinarisch als auch praktisch überzeugt. Für den ersten Versuch empfehlen wir zunächst ein einfaches Rezept zu probieren, um zu schauen, wie sich deine Hitzequelle mit dem Temperaturangaben macht.

So funktioniert der Backofen

Aufläufe schmecken aus dem Omnia Backofen besonders lecker.


Der Backofen besteht aus drei Teilen: Der emaillierte Untersatz kommt auf die Kochstelle, darauf kommt die Backschale und obendrauf der Decke. Die Backschale besteht aus einer runden Form mit Loch in der Mitte. Die Schale leitet die Wärme entlang der Unterseite der Backform und erzeugt somit die Unterwärme. Durch das Loch in der Mitte steigt die Hitze auch bis zum Deckel auf und erzeugt somit die Oberhitze. Seitliche Ventilationslöcher im Deckel lassen überschüssige Feuchtigkeit entweichen. Dadurch gelingen eine Vielzahl von Rezepten, z. B. Brot, Brötchen, Gebäck, Quiche, Lasagne, Rouladen, Braten und Aufläufe.

Den Omnia-Backofen kannst du zum Beispiel hier bestellen. Wenn du Inspirationen für leckere Rezepte suchst, gibt es hier ein Rezeptbuch extra für den Omnia-Backofen, das wir im Urlaub gerne genutzt haben.

Documenta fifteen

Freundschaft, gesellschaftliches Engagement, Teilhabe und die Kraft der Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Solidarität. Wer von uns würde diese zentralen Werte heutzutage nicht auf seine Werteagenda setzen? Lumbung, eine Indonesien verbreitete soziale Praxis, ist der Oberbegriff für diese Werte, die das zehnköpfige Künstler*innen Kollektiv ruangrupa aus Jakarta, das die 15. Documenta leitet, an allen Ausstellungsorten in den Fokus rückt.

Dieses Leitmotiv und die Tatsache, dass die Ausstellung in 32 Orte in der Stadt verteilt ist, finden wir so spannend, dass mein Mann und ich unsere sieben Sachen ins Wohnmobil gepackt, die Kinder bei ihren Großeltern untergebracht haben und über Wochenende von Berlin nach Kassel gefahren sind.

Die Presseberichte über die Documenta fielen in den Feuilletons nicht besonders positiv aus. Dies hatte meines Erachtens allerdings vielmehr mit dem unsensiblen und auch unprofessionellen Umgang mit der antisemitischen Bildsprache einzelner Kunstwerke zu tun. Natürlich irritierte uns bereits im Vorhinein unseres Besuchs, dass in Vorbereitung der Documenta anscheinend von der Stadt Kassel, dem Land Hessen und dem Bundeskulturministerium bei den Werken niemand genau hingesehen und auf solche essentiell wichtigen Aspekte geprüft hat. Personelle Konsequenzen hat es zum Teil entsprechend gegeben und die Kunstwerke wurden entfernt. Dennoch sind wir der Meinung, dass man deshalb nicht die gesamte Kunstschau in Abrede stellen sollte. Zum Glück sehen das laut den im August veröffentlichten Presseberichten wohl viele Kunstinteressierte ähnlich. Die diesjährige Documenta zählt wohl fast genauso viele Besucher*innen, wie die bisher am besten besuchte Documenta und das trotz Pandemie.

Seit dem 18. Juni 2022 läuft in Kassel die documenta fifteen. Wie jedes Mal ist die alle fünf Jahre stattfindende Kunstschau 100 Tage lang geöffnet. Allerdings ist jetzt Beeilung angesagt, denn am 25. September 2022 ist der letzte Tag, an dem Besucherinnen wieder Werke internationaler Künstlerinnen an verschiedenen Orten über Kassel verteilt anschauen können.

Unsere Documenta Highlights

Kohlemuseum vor der Documenta Halle

Bevor ich unser Fazit zur Documenta fifteen ziehe, verrate ich euch erstmal unsere Highlights. Wie erwähnt, reisten wir mit unserem Wohnmobil nach Kassel und hatten unsere Klappräder dabei. Das war insofern sehr praktisch, weil wir dadurch sehr schnell und unkompliziert von a nach b kamen. Aus diesem Grund haben wir an einem Tag wirklich sehr sehr viele Orte besuchen können, was ansonsten nicht so möglich gewesen wäre.

Hallenbad Ost im Bauhausstil

Das denkmalgeschützte Hallenbad Ost in Kassel wird vom umstrittenen indonesischen Kollektives Taring Padi bespielt.

Kirche St. Kunigundis

Ghetto Biennale des Künstler:innenkollektiv Atis Rezistan

Hübner-Areal

Kopf des Riesenhunds „Krümel“ aka Moondog

Rondell

Documenta Halle

Auch Kinder kommen auf der Documenta auf ihre Kosten

WH22

Einfahrt der Lolita Bar

Bootsverleih Ahoi

Die Alles Brücke wurde von Schüler*innen gebaut

Karlswiese

Return to Sender von The Nest Collective

Komposthaufen (Karlsaue)

Unser Fazit

Zum Reinbeißen: Die Obstauslage der Installation „rasad“ von Britto Arts Trust

Die diesjährige Werkschau ist mit der 12. und 14. die dritte Documenta, die wir besucht haben. Es fällt natürlich schwer nicht zu vergleichen, weil darunter schon spektakuläre Werke waren.
Den thematischen Schwerpunkt der Documenta fifteen, der eine aufrüttelnde Botschaft an die Bewohner*innen der Nordhalbkugel senden soll, finden wir sehr wichtig finden und ist auf sehr spielerische Weise anstelle mit erhobenen Zeigefinger umgesetzt worden. Allerdings kam die Transformation in die Kunst manchmal zu kurz.

Besonders gut gefallen haben uns die außergewöhnlichen Ausstellungsorte. Deshalb haben wir bei unserem Besuch außer der Documenta Halle vor allem solche Orte besucht, in die man ansonsten nicht hinein kommt. Darüber hinaus gab es fast überall ein originelles kulinarisches Angebot. Besonders hervorzuheben ist das Catering am Hallenbad Ost. Zwar haben wir unsere Kinder nicht mit dabei gehabt, aber es fiel uns positiv auf, dass es für Kinder viele Mitmachen- und Bewegungsangebote gab. Der Bootsverleih Ahoi mit der Alles Brücke sowie die Skaterrampe in der Documenta Halle waren bei den Kindern sehr beliebt. Außerdem gibt es mit RURUKIDS im Erdgeschoss des Fridericianums einen tollen Kinderbereich.

Wie gesagt, war das unsere dritte Documenta und wir finden, die Werkschau ist reif für eine eigene App. Nervig war, dass wirken Ermangelung einer App immer zwischen der Documenta Website und der Website der Stadtteil Kassel hin und her switchen mussten, um an die Informationen zu den Veranstaltungsorten zu kommen.
Mit einer App hätten wir unterwegs außerdem leichter Zugang zu Hintergrundinformationen über die Künstler*innen erhalten und uns eine Route zusammenstellen können.

Unser Campingplatz

Mit dem Preisleistungsverhältnis (30€ pro Nacht für Wohnmobile) des Campingplatz in Kassel waren wir sehr zufrieden. Per Fahrrad war es mit drei Kilometern nur ein kurzer und dabei sehr schöner Weg durch den wirklich sehenswerten Staatspark Karlsaue bis ins Kasseler Stadtzentrum. Auf dem Weg dorthin konnten wir außerdem bereits einige Kunstwerke der Documenta, wie zum Beispiel den Komposthaufen und das Gewächshaus, besichtigen.

Der schön mit Bäumen und Hecken bepflanzte und sehr neue Campingplatz liegt direkt in der Fuldaaue. Man kann also direkt auch am Fluss mit dem Zelt Campen. Der Platz hat ein modernes auf Stelen gebautes Gebäude in dem die Sanitäranlagen, ein Shop, ein Medienraum und die Rezeption untergebracht sind. Alles ist gepflegt und sauber. Für Spätanreisende ab 14:30 Uhr gibt es einen Briefkasten mit allen erforderlichen Informationen und einer Chipkarte für die Sanitäranlagen. Morgens kommt ein Kaffeewagen vorbei. Wenn man zur Documenta anreist, ist eine Reservierung sinnvoll.

Gegenüber vom Campingplatz und nur durch eine schmale Straße getrennt, gibt es außerdem einen Stellplatz für Wohnmobile, wo man mit sehr viel weniger Bepflanzung und sehr eng beieinander für 15€ pro Nacht steht. Mit einer Chipkarte (pauschal mit 5€ aufgeladen) kann man auf dem Campingplatz duschen und abwaschen.

Nur einen kurzen Spaziergang entfernt befindet sich das super schöne Café Siebenbergen direkt an der gleichnamigen künstlich angelegten Insel. Hier kann man morgens beim Blick ins Grüne einen Kaffee trinken oder mittags lecker essen gehen oder auch abends einen Absacker trinken.

3 Geheimtipps für den spaßigen Familienurlaub in Albanien

Wenn es um die Wahl der Urlaubsdestination geht, ist Albanien wahrscheinlich nicht das Land, welches den meisten zuerst in den Sinn kommt. Doch eine Reise nach Albanien lohnt sich allemal: Sowohl auf kultureller Ebene als auch in Sachen Natur und Strandurlaub hat der Balkanstaat viel zu bieten. Warum nicht den nächsten Familienurlaub in Albanien planen?

Die folgenden drei Reisetipps für Albanien machen Lust darauf, das Land am Mittelmeer gemeinsam mit der Familie zu erkunden.

1. Strandurlaub in Porto Palermo


An der Küste Albaniens kommen alle Familienmitglieder gewiss gleichermaßen auf ihre Kosten. Im Süden des Landes locken viele Strände mit glasklarem Wasser. Kinder können ungestört in den seichten Wellen des Mittelmeeres baden, während sich die Eltern in der Sonne entspannen. Dort ist es auch möglich, begleitete Kayak-Ausflüge zu buchen. Sind die Kinder etwas älter, verspricht diese Aktivität Spaß für Groß und Klein. Beim Paddeln lassen sich kleine und menschenleere Strände entlang der Küste entdecken.
Die Gegend um Porto Palermo bietet alles, was das Urlauberherz begehrt: Cafés, Restaurants und familienfreundliche Hotels gibt es zur Genüge. Ein kinderfreundlicher Strandurlaub ist in Albanien also durchaus möglich!

2. Besuch des Dajti Nationalparks

Ein Wanderurlaub mit Kindern kann ganz schön anstrengend werden. In Albanien gibt es dennoch einige familienfreundliche Alternativen. Nahe der Hauptstadt Tirana befindet sich der Dajti, ein Berg von 1613 Metern, der gleichzeitig Teil eines Nationalparks ist. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann für den Aufstieg die Seilbahn nutzen. Auf dem Gipfel warten einige spannende Aktivitäten, die auch die Kleinsten begeistern werden: reiten, spazieren, eine Mahlzeit zu sich nehmen oder einfach den tollen Ausblick auf Tirana genießen – all das ist auf dem Dajti möglich. Nicht weit entfernt befindet sich übrigens der Dajti Adventure Park mit einem Hochseilgarten für Kinder ab fünf Jahren, dem während des Familienurlaubs unbedingt ein Besuch abgestattet werden sollte. Auch Minigolf kann hier gespielt werden, einen Spielplatz gibt es ebenfalls.

3. Natur pur in den Nemerçka-Bergen

Im Südosten Albaniens wartet die Wildnis, um von großen und kleinen Entdeckern erkundet zu werden. Mit Kindern empfiehlt sich eine geführte Tour rund um die Nemerçka-Berge: Dort begeistert der Langarica Canyon mit seinen imposanten Schluchten. Die unberührte Natur lockt mit vielen Höhlen und Thermalquellen, in denen man aufgrund der angenehmen Temperaturen sogar baden kann. Nicht weit weg befindet sich die Stadt Gjirokastra, auch als „Stadt der Steine“ bekannt. Der Ort beherbergt eine Burg, die besucht werden kann. Auch die Kinder werden beim Erkunden der Region durch die Vielseitigkeit begeistert sein – versprochen.

Insgesamt lässt sich feststellen: Ein Urlaub in Albanien mitsamt der ganzen Familie ist nicht nur möglich, sondern auch empfehlenswert. In kaum einem anderen Land lassen sich ein Natur- und Strandurlaub so gut in Einklang bringen. Bei den vorangegangen Tipps handelt es schließlich nur um eine kleine Auswahl – die Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten sind in dem kleinen Balkanstaat jedoch schier endlos.

Mit der Familie in der Landesgartenschau Beelitz unterwegs

Wer dachte, dass Beelitzer Pünktchen wären eine lokale Käferart oder der Name einer Kindertagesstätte im Ort Beelitz, outet sich als jemand, der noch nicht die Landesgartenschau in Beelitz besucht hat. Den originellen Namen trägt niemand weniger als eine Himmelsblume oder Thunbergie, die üppig Pink leuchtet, in der Mitte einen schwarzen Punkt trägt und die nach einer Online Abstimmung unter 13.000 Menschen Ende April auf diesen Namen getauft wurde.

Wer ein Faible für außergewöhnlich klingende Pflanzennamen und für deren farbenfrohes Erscheinungsbild hat und es genießt, wenn süßer Blütenduft die Nase kitzelt, für den ist eine Gartenschau ein Fest. Weil ich Blumen, Pfanzen und Parkanlagen sehr schätze und wir als Familie deshalb bereits die Internationale Gartenausstellung in Berlin 2017 sowie davor die Bundesgartenschau in der Havelregion besucht haben, ist die aktuelle Landesgartenschau quasi vor unserer Haustür ein MUSS.

Was mir persönlich an der südwestlich vor den Toren Berlins gelegenen Landesgartenschau in Beelitz besonders gut gefallen hat, sind die vielen essbaren Pflanzen, die hier vorgestellt werden. Regelmäßig finden Vorträge dazu statt. Gänseblümchen, die gelb-orangenen Blütenblätter des Löwenzahns, die Blüten des Waldmeisters und der Stiefmütterchen eignen sich beispielweise hervorragend für Salate und auch Suppen. Am Wegrand gibt es ab und zu Rezepte zum Mitnehmen. Wer weitere Inspirationen sucht, wird im Shop der Gartenschau hinter dem Eingangsbereich, wo sich der Autoparkplatz befindet, fündig. Ich freue mich schon das ein oder andere Abendessen damit aufzupeppen! Als Bienenfan finde ich es außerdem super, dass die Gartenschau mit dem Imkerverein Beelitz und der Deutschen Wildtier Stiftung aus Berlin zusammenarbeitet. In einem von Obstbäumen und Wildkräuter- sowie Heilkräuerhochbeeten umgebenen Pavillon kann man sich informieren, wie die Bienen leben und wie man ihnen die besten Bedingungen bieten kann.

Auch für weniger an Blumen Interessierte findet sich auf der 15 Hektar großen Schau (das entspricht 21 Fußballfeldern wohlgemerkt!) das ein oder andere Highlight. Auf dem großen und langen Gelände verstecken sich viele Überraschungen, die man auf geführten 90 minütigen Touren (4 Euro zzgl. zum Eintrittspreis) oder auf eigene Faust entdecken kann. Für Kinder, die übrigens bis zum Alter von bis zu 15 Jahren keinen Eintritt zahlen, ist auch jede Menge Spaß dabei: Von in einem Slawendorf errichteten Grünen Klassenzimmer, über Spielplätze, Gewinnspiel-Rallye, Märchenpfade, bishin zu bunten Kissenbergern, in denen man chillen oder toben kann, ist so ziemlich alles dabei. Nachhaltig an der Gesamtinvestition von 22 Milliionen Euro von Land und Stadt ist, dass nach der Schau vieles dem erhalten bleibt und die Infrastruktur der Stadt Beelitz für die Anwohnerschaft und Tourist:innen gestärkt wird. Bevor hier ein Blumenmeer und ein Veranstaltungsort entstand, befand sich hier ein Klärwerk, das in den 1930er Jahren errichtet wurde. Teile davon sind heute noch, in etwas verschönerter Form, zu besichtigen. Statt Schlamm gedeihen im Klärbecken des massiven Betonbaus nun Sumpfschwertlilien, Blutweiderich, Wasserminze und Seerosen. Hört sich doch viel besser an als Schlamm, oder?

Insider-Tipp zum Thema Tickets

Das einzige, was uns an der Landesgartenschau nicht erfreut hat, war der Ticketkauf. Wir haben zugegebenermaßen selbst vorher nicht richtig nachgelesen, sind also mit schuld. Damit Euch nicht das gleiche passiert, schreibe ich es auf: Kauft die Tickets nur vor Ort und nicht online! Die Warteschlangen sind kurz. Unsere Eintrittstickets für 17 Euro pro Erwachsenen haben wir auf dem Weg im Auto online gekauft bevor wir lasen, dass wir die Tickets ausgedruckt mitbringen sollen. Da das heutzutage etwas ungewöhnlich ist, hatten wir damit nicht gerechnet und mussten auf dem Weg kurz halten, um sie auszudrucken. Das war aber leider noch nicht das Ende der Fahnenstange: Das Online-Ticket auszudrucken, hätten wir uns aber sparen können, wenn wir gewusst hätten, dass man für die Kinder, die kostenfreien Eintritt genießen, auch ein Ticket braucht. Diese gibt es aber gar nicht online, sondern nur vor Ort am Ticketschalter… Also Augen auf beim Ticketkauf und macht’s einfach auf die old school Variante.

Beelitz

WiesenCafé: Wer hungrig oder durstig ist, wird in solch hübschen Pavillons vorsorgt

Die Lage der Gartenschau im Landkreis Potsdam-Mittelmark, eingebettet zwischen Altstadt und Nieplitzufer, eignet sich super, um den Besuch noch um einen Spaziergang durch die schmucken Beelitzer Altstadt zu verlängern, eine Führung durch die Beelitzer Heilstätten zu machen oder auf dem Baumwipfelpfad den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Den meisten ist die 13.000 Einwohner:innen Stadt Beelitz bekannt, weil im märkischen Sand der berühmte leckere Spargel hervorrgand gedeiht. Wer hier, also am Geburtsort des Spargels schlechthin, die langen Stangen probieren möchte, findet reichlich Gelegenheit dazu. Doch Beelitz als eine der ältesten Städte der Mark bietet noch viel mehr leckeres Regionales sowie viele schöne Hofläden. Drum herum liegen weitläufige Wiesen, tiefe Wälder, die zu Radtouren und Spaziergängen einladen. Dabei kann man ab Ende März bis in den August hinein, den ein oder anderen Storch entdecken, die hier ihre Sommerquartiere haben.

Cocktailschiff BEEThoven

Das Cocktailschiff Beethoven ist ein echter Hingucker

Einer der Überraschungen, die die Gartenschau für uns bereit hält, ist ein Schiff, das auf dem Trockenen steht. Da sich die Gartenschau an den Fluss Nieplitz schmiegt, passt ein Cocktailschiff sehr gut in das maritime Flair der Gartenschau, finden wir. Der alte Loreleydampfer „Ludwig van Beethoven“ wurde für die Beelitzer Landesgartenschau zum Cocktailschiff „BEEThoven“ umgebaut. Das mittlerweile nicht mehr schwimmtaugliche Cocktailschiff zeigte einst von Bonn aus tausenden Touristen den berühmten Loreleyfelsen. Passend dazu sind 20 rot-weiße Rettungsringe mit entsprechender Schiffsbeschriftung sind am Ufer der Nieplitz in direkter Nähe zum Ankerplatz des Cocktailschiffes an Schiffstauen entlang der Nieplitz befestigt. Die Cocktails lassen sich an Deck und auch außerhalb des Schiffs, neben Weinreben, genießen.

Beelitzer Mühlenteich und Mühlenfließ


Wem es zwischendruch mal etwas zu warm wird, dem hilft das kühle Nass im Beelitzer Mühlenteich in der Nähe des Südeingangs zum Gelände der Gartenschau. Wie ein kleines Naturparadies gegenüber der historischen Wassermühle mutet es hier an. Auch wir haben unsere Füße in den künstlich angelegten Teich gesteckt und das ein oder andere Kind beobachtet, wie es vom kleinen Sandstrand aus Radschlag bis ins Wasser gemacht hat. Neben dem Schilfufer erholen sich die Eltern derweil auf bequemen Liegen im Schatten riesiger Sonnenschirme. In der Mitte des Teichs schießt das Wasser aus der Fontäne im Dauerbetrieb an die sechs Meter hoch, um den Mühlenteich zu belüften, also mehr Sauerstoff im Wasser zu binden, was gut für die Tier- und Pflanzewelt ist und das Wasser klar behält. Da das Wasser ohne Chemie über eine selbstreinigendes System mit groben Kieselkörnern gefiltert wird, hat der Mühlenteich auf jeden Fall Badequalität. Damit sich die Natur ungehindert entfalten kann, ist das Baden im bis zu 2,50 Meter tiefen Mühlenteich allerdings nicht erlaubt. Die Füße reinhalten allerdings schon. Vor einigen Jahrzehnten gab es an dieser Stelle übrigens schon mal einen Mühlenteich, der leider in den 1970er Jahren zugeschüttet wurde. Hier wurde nämlich das Wasser für das Mühlenfließ aufgestaut, das dann die benachbarte Wassermühle und ein Sägewerk angetrieb. Ein kleines Stück weiter wurde auch das Mühlenfließ auf einem etwa 200 Meter langen Abschnitt hinter der Wassermühle in Form eines Bächleins wiedehergestellt. Auch wir haben unsere Füße in dem Bachbecken abgekühlt, bevor wir zum Mühlenteich gelangten. Ein paar süße Badende aus Keramik sind am Ende des Beckens zu entdecken.

Märchenwaldpfad

Direkt neben der Spiel- und Abenteuerlandschaft, auf den ich gleich zu sprechen komme, entführt uns ein Bohlenweg durch ein verträumtes Wäldchen, vorbei an einem klenen Moor und einem Brunnen. Während wir links und rechts Märchenfiguren entdecken, lauschen wir dem Hörspiel vom Froschkönig, der auf die Prinzessin wartet, die ihn vom Fluch der bösen Hexe erlösen soll, während gleichzeitig die Vögel zwitschern. Hier hat sich übrigens eines der Nieplitz Pferde versteckt! Diese gilt es zu finden um auf dem Rallye-Plan an entsprechender Position ein Kreuzchen zu machen, um am Ende einen Preis von den hübschen Damen zu ergattern, die auf dem ersten Foto meines Beitrags so schön lächeln. Wer allerdings „normale“ Pferde erwartet, wird überrascht sein…

Spielplatz

Der barrierfreie Hauptspielplatz und mit 6.000 Quadratmetern gleichzeitig einer der größten Spielplätze Brandenburgs ist wirklich nicht zu übersehen. Das liegt vor allem an dem zehn Meter hohen Spargelturm, von dessen Spitze aus sich vier Rutschen in alle Richtungen hinab schlängeln. Im daneben liegenden Erntekorb kann geklettert werden. Natürlich darf wegen dem Nachbarfluss Nieplitz ein Schiff zum Entern nicht fehlen. Passend zur früheren Besiedlungsgeschichte gibt es ein Spieldorf, das an eine slawische Siedlung erinnert. Außerdem gibt es jede Menge Schaukeln, Wippen und andere Geräte. Auch hier ist dank einer Matschanlage mit Wasserspielen für Abkühlung im Sommer gesorgt. Wer es sportlicher mag, ist auf dem Boltzplatz und der Boulderwand gut aufgehoben. Auch für Speis und Trank nach der ganzen Spielerei ist vor Ort gesorgt.

Nieplitz Pferde

Wir haben etwas dazu gelernt! Flusspferde gibt es nicht nur in Afrika, sondern auch in Beelitz. Natürlich heißen sie hier Nieplitz Pferde. Und sie sind überall auf dem Gelände der Gartenschau versteckt. Durch ihr buntes Äußeres sind die Hippos gut zu entdecken, wobei sich einige Exemplare schon recht gut verstecken. Jedes Tierchen sieht übrigens anders aus. Am Eingang erhalten Kinder einen Geländeplan in dem sie ihre Kreuze machen können, wo sie ein Nieplitz Pferd gesehen haben. Wer fünf von ihnen richtig verortet hat, darf sich am unter dem Zeltdach am WiesenCafé eine Belohnung abholen.

Informationen zur Landesgartenschau Beelitz

Öffnungszeiten: https://laga-beelitz.de/ihr-besuch/
Tickets und Eintrittspreise: https://laga-beelitz.de/tickets-preise/
Parkplan: https://laga-beelitz.de/der-park/

Unser rasantes Himmelfahrtswochenende im Heide Park Soltau

Oh mein Gott, ich weiß nicht mehr, wann ich das letze Mal so laut und lange geschrien und gejauchzt habe. Der Adrenalinkick katapultiert uns mit 4,7 G (Beschleunigungsmaßeinheit) innerhalb von 2,5 Sekunden in eine ganz neue Atmosphäre. Meine Tochter, ihre Freundin und ich begrüßen das Geschehen lautstark, während der Mann (nicht meiner) neben mir keinen Pieps von sich gibt. Wahrscheinlich ist sein Testosteron in Schockstarre verfallen, während unsere weiblichen Östrogene jubilieren. Wir rasen mit 100 Kilometer pro Stunde durch die Lüfte und leider ist es deshalb auch viel zu schnell vorbei. Würden wir nicht 30 Minuten anstehen müssen, würden wir es gleich wieder tun. Das Himmelfahrtskommando in Form einer Katapultachterbahn trägt den passenden Namen Desert Race und befindet sich in einem ansonsten sehr harmonischen Landstrich in Deutschland: im Heide Park Soltau mitten in der Lüneburger Heide.

Meine Tochter, ihre Freundin und mein Mann hatten bereits ihren ersten Adrenalinkick auf Europas höchster Holzachterbahn namens Colossos. Allein schon das Material Holz in Verbindung mit dem Superlativ „höchste“ finde ich beunruhigend. Deshalb bin ich nicht gram, dass unsere zweitgeborene Tochter noch zu jung für diese 60 Meter hohe Attraktion ist und nur mein Mann mit den großen Mädels Kopf und Kragen riskiert. So habe ich eine entspannte Ausrede, weshalb ich leider nicht mit in den Waggon steigen kann. Stattdessen darf ich mit unserer Jüngsten in den Themenbereich „Drachenzähmen – Die Insel“ abtauchen und mich dort etwas entschleunigen. Uns beiden gefällt das Flugmanöver in einer der acht bunten Gondeln von „Hicks Himmelstürmer“ sehr gut und wir kommen uns fast wie echte Drachenreiterinnen vor. Es ist ein bisschen so wie Kettenkarussell, nur dass wir bei liegen anstatt zu sitzen. Ein Glück ist es wieder sonnig und unsere Kleidung ist nach unserer etwas feuchten Wildwasserfahrt wieder trocken. Ansonsten wäre es in den luftigen Höhen etwas frisch für uns geworden.

Orientierung im Freizeit- und Vergnügungspark

Es ist für uns kurz nach dem Betreten des 850.000 Quadratmeter großen Freizeit- und Vergnügungsparks gar nicht leicht, uns für eine der Attraktionen zu entscheiden. Deshalb laufen wir erst einmal entgegen des Uhrzeigersinns durch Deutschland zweitgrößten Vergnügungsparks und suchen uns dann aus, worauf wir Lust haben. Anhand der Heide Park App können wir nachschauen, mit wie viel Wartezeit wir bei welcher Attraktion rechnen müssen. Wer keine Lust auf Warten und etwas mehr Geld locker machen möchte, kann zusätzlich zum Eintrittsticket, das 40€ pro Person kostet, einen von fünf verschiedenen so genannten Express Butler Pässen kaufen, die die Wartezeit verkürzen.

Zusätzlich zur Wartezeit regulieren die Alters- und Größenbeschränkungen unsere Auswahl an Attraktionen etwas. Deshalb beginnen wir zunächst mit den Angeboten, die wir alle zusammen wahrnehmen können. Dazu gehören neben der Wildwasserbahn, gleich rechterhand des Eingangsbereichs, das Peppa Pig Land und das Kettenkarussell La Ola und Breakdance. Letztere sind natürlich Klassiker, die in keinem Vergnügungspark fehlen dürfen.

Zur Freude unserer achtjährigen Tochter gibt es außerdem einen großen Rutschenturm und eine Kinder-Fahrschule namens Wüstenflitzer, wo sie zwar die älteste Fahrerin ist, aber egal. Im Schritttempo drehen die Kiddies gemächlich ihre Runden, während die Eltern neben ihren geliehenen oder mitgebrachten Bollerwagen vom Zaun aus beobachten, wie ihr Nachwuchs sämtliche Vorfahrtsregeln missachtet und im Anschluss trotzdem einen Führerschein mit Lichtbild erhält, wenn man 9€ bezahlt.

Zwischen all dem aufregenden Gesause erholen wir uns auf einer der Parkbänke, die ganz idyllisch umgeben vom viel Grün liegen, in der Sonne und gönnen uns die ein oder andere Portion Pommes Rot-Weiss, obwohl wir schon den ganzen Tag an unseren unendlichen mitgebrachten Proviantboxen knabbern. Wir genießen es, dass es in dem Park immer irgendwo auch etwas schönes angepflanzt ist. Insgesamt kommen also Gross und Klein im Heidepark auf ihre Kosten.

Die Big 7 des Freizeit- und Vergnügungsparks

An den Drive Coaster namens Krake in der so genannten Bucht der Totenkopfpiraten trauen wir uns nicht ran. Zu steil und zu weit oben hängen die drei Sitzreihen über dem Heidepark See bevor sie rasant in die Tiefe und in den Krakenschlund stürzen. Wir müssen jedoch immer wieder automatisch nach oben schauen, wenn die Besucher:innen mehrere Sekunden mit baumelnden Füßen darauf warten in die Senkrechte zu fallen und kurz danach eine Wasserfontäne auslösen. Sieht wirklich spektakulär aus!

Über Scream diskutieren wir ernsthaft. Trauen uns dann aber jedes Mal doch nicht an den 71 Meter hohen Gyro-Drop-Tower ran. Mit nahezu 100 Kilometer pro Stunde hinab in die Tiefe zu fallen, ist ähnlich wie Fallschirmspringen und bringt bestimmt ein verrücktes Glücksgefühl. Aber eigentlich reicht uns der kleine Bruder namens Screamie schon aus, der um einiges kleiner ausfällt. Gerne wären mein Mann und ich in den absoluten Klassiker der Freizeit- und Vergnügungsparks, der Loopingbahn Big Loup, eingestiegen. Doch leider ist dieser derzeit gesperrt. Die beiden anderen Attraktionen der Big 7 heissen Limit, eine spektakuläre Hängeloopingbahn, und Flug der Dämonen, Deutschlands einziger Wingcoaster. Die langen Wartezeiten halten uns jedoch davon ab uns hier den nächsten Adrenalinkick abzuholen. Somit beschränken sich unsere praktischen Adrenalinkick-Erfahrungen, was die Big 7 betrifft, auf Colossus und Desert Race. Immerhin!

Statt uns die Beine bei einen der Big 7 in den Bauch zu stehen, machen wir alle zusammen eine spritzige Mountain-Rafting Tour durch eine Gebirgslandschaft und entspannen danach während einer Monotrailfahrt, die uns einen guten Überblick über den Park verschafft. Bevor unsere Kinder und ich den aufregenden Tag mit ein paar Hinauf-Hinab-Runden auf dem Turm Screamie ausklingen lassen, wollen wir es noch einmal richtig wissen und steigen in die Bobbahn, die uns kräftig durchrüttelt. Zum Abschluss steigen wir gegen 18 Uhr in die Piratenschiffsschaukel, die, so wie alle anderen Fahrgeschäfte nach 18 Uhr, keine neuen Gäste mehr aufnimmt, damit um 19 Uhr der Park seine Pforten schließen kann.

Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Böhmeschlucht

Fernab vom Vergnügungstrubel, etwa 30 Minuten Fahrtzeit vom Heidepark Soltau entfernt, bekamen wir einen der letzten reservierbaren Stellplätze für unser Wohnmobil und ein großes Zelt. Der Campingplatz Böhmeschlucht liegt sehr idyllisch in einem Waldgebiet direkt am 71 Kilometer langen Fluss Böhme, in dem man auch Kanu fahren kann, insofern er ausreichend Wasser führt. Fußläufig befindet sich das Dorf Vierde, welches sich aktuell im Rhododendronrausch befindet und eine Straußenfarm als Attraktion sein Eigen nennen kann. Auf dem beschaulichen vier Hektar großen Campingplatz samt drei Seerosenteichen können wir nach dem rasanten Tag sehr schön runterfahren.
Der Inhaber geführte Platz hat für Erwachsene und Kinder jeweils eine eigene Bücherei sowie eine Spielscheune samt Tischtennisplatten, Federballschlägern, Kicker, Roller, Tretautos und Kinderräder. Außerdem gibt es ein Restaurant, Brötchenservice, ein Sanitärgebäude sowie eine Küche mit Backofen und frischen Eiern im Kühlschrank, die man kaufen kann. An manchen Tagen ist Backtag, dann gibt es frisch gebackene Pizzen und Brot vor Ort.

Wer vom Campingplatz nicht so weit wie wir zum Heidepark fahren möchte, kann sich auf einem der näher liegenden Campingplätzen umsehen oder natürlich in einem der originellen Themenzimmer des Heide Park Hotels einmieten. Allerdings muss man schnell sein, um noch einen freien Platz zu ergattern.

Wer noch mehr Tipps für Freizeit- und Vergnügungsparks haben möchte, kann sich gerne meine Beiträge über das Legoland in Günzburg oder den Playmobil Funpark und Karls Erlebnis-Dorf ansehen. Und last but not least habe ich über den sehr hübschen Jardin d’Acclimation berichtet.

Citytrip: Neapel mit Kindern

Ciao ragazzi! Vorhang auf für Meer, Vulkan, griechische Tempel, römische Thermen und Amphitheater, arabische Zitronen, knatternde Vespas, im Wind flatternde frisch gewaschene Wäsche, frittierte Pizzen und herrliche Dolci!

Italien ohne Massentourismus? Ja das geht – Wir waren mit unseren Kindern für ein großzügig verlängertes Wochenende in der absoluten Nebensaison Anfang März diesen Jahres in der dritt größten Stadt Italiens und der womöglich einzig wahren italienischen Metropole: Neapel aka Neapolis, wie die griechischen Stadtgründer sie ursprünglich benannten. Mit dem Zug haben wir außerdem Sehenswürdigkeiten an der Amalfiküste erkundet. Hier verraten wir dir Tipps für Neapel und die Pompeji und sprechen ehrlich darüber, welche Sehenswürdigkeiten man nicht verpassen sollte.

Lage und Reisezeit

Das etwa eine Million Einwohner zählende Neapel liegt am westlichen Schienbein des italienischen Stiefels, also in Kampanien ziemlich weit südlich auf der Höhe Siziliens. In der Off-Season, wie im Frühling oder im Herbst, ist die dritt größte Stadt Italiens ein absolut geeigneter Reisetipp, auch wenn es abends recht frisch und es noch keine Badesaison ist. Der September, nach Italiens Hauptreisemonat August, soll übrigens die beste Reisezeit sein. Wir fanden den März allerdings auch recht schön.

Sprache und Preise

Mit Englisch kommt man Neapel gut zurecht. Wer etwas Italienisch spricht, ist natürlich im Vorteil, ist aber nicht notwendig.

Preislich bewegt sich Neapel schon auf deutschem Niveau. Natürlich bekommt man an der Straße sehr günstiges Essen, vor allem frittiertes sowie natürlich die weltbekannte Pizza. Aber in Restaurants fallen etwa die gleichen Preise wie in Deutschland an.

Auch die Hotels und Ferienwohnungen bewegen sich auf dem deutschen Preislevel.

Apropos: Unsere Ferienwohnung haben wir über Airbnb im spanischen Viertel gebucht, weil wir inmitten des engen Gassengewirrs wohnen wollten. Wir verbrachten insgesamt vier Tage in Neapel und Pompeji, was aus unserer Sicht ausreicht.

Die Antica Friggitoria La Masardona hat gebratene Pizzen und super leckere Desserts auf der Speisekarte, die wir in der herrlichen Gegend des neapolitanischen Lungomare am Tag unserer Ankunft in Neapel genossen haben.

Ist Neapel echt sooo krass?

Über Neapel kursieren ja die bekannten Stories um den Müll, das Verkehrschaos und die Kriminalität. Mama Mia, was soll ich sagen? Leider stimmen sie auch zum Teil. Obwohl überall Mülleimer bereit stehen, liegt auf den Straßen Unrat herum, weil die Behälter überquellen. Eine der Ursachen soll darin liegen, dass die Müllentsorgung von privaten Unternehmen (nicht) organisiert wird, die wiederum der Mafia gehören und die den Müll teilweise illegal entsorgen. Manchmal schließt einer der Politiker eine dieser illegalen Mülldeponien und dann bleibt der Müll liegen.

Wir sind mit dem Flugzeug aus Berlin in Bud Spencers Geburtstadt angereist und von dort aus mit dem Taxi weiter. Allein schon während dieser Fahrt durften wir das Verkehrschaos beobachten und das hat uns schon gereicht. Allerdings kamen wir an einem Freitagmittag an. Zu der Zeit geht es auf Berlins Straßen aber auch nicht besonders harmonisch zu, wenn ich ehrlich bin. In Neapel dominieren ganz klar die Mofas, die wie in Asien durch jede noch so schmale Gassen knattern (dadurch dass sie so laut sind, hört man sie glücklicherweise rechtzeitig um zur Seite zu hüpfen) oder auch gerne auf den breiten Straßen im Pulk fahren. Dadurch, dass ich schon mehrmals das Vergnügen hatte in Asiens Großstädten unterwegs zu sein und auch Italiens Straßenverkehr nicht neues für mich ist, macht mir das allerdings nicht viel aus. Ich weiß, wenn ich zielsicher und strammen Schrittes eine Straße überquere, halten auch Autos und Mofas an. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass Neapels Straßenverkehr sicherer ist als der in einer deutschen Großstadt, weil die Neapolitaner:innen stets mit dem Unmöglichen rechnen und deshalb flexibler reagieren. Ist aber nur meine Meinung und muss nicht stimmen.
Mit Kindern unterwegs zu sein, die solch ein Verkehr nicht gewohnt sind, ist das natürlich etwas anderes. Hier muss man schon schauen, dass man sich vorsichtiger durch die Straßen bewegt.

Neapel investiert viel Geld, um die Stadt sicher zu machen. Das heißt, die Straßen und Plätze werden von Polizist:innen Vollgas mit Maschinengewehren und teilweise mit Panzer ähnlichen Geräten gesichert. Natürlich ist das erst einmal skurril, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Wer mit Hirn und Verstand unterwegs ist und nicht offensichtlich mit viel Schmuck und Kameragetöse behangen durch die Gegend läuft, ist auf der sicheren Seite. Uns wurde nicht ein Cent geklaut und ich habe mich als blondhaarige Frau auch abends alleine ohne Familie ins Gassengewirr gestürzt um etwas zu besorgen und bin heil und ohne mich inwohl zu fühlen wieder zurück in unsere Ferienwohnung gelangt.

Warum Neapel eine Reise wert ist

Il Cuore di Napoli – das Herz von Neapel. Dieses Logo habe ich in der Stadt überall gesehen, vor allem im Spanischen Viertel.

Napoli ist ein Erlebnis an sich und deshalb stört es nicht, dass es dort keine berühmten historischen Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise in Rom oder Paris gibt. Dazu muss man sagen, dass Neapel zu den am meisten von den deutschen bombardierten Städte Europas während des zweiten Weltkriegs gehörte. Aber es wurde alles sehr gut wieder aufgebaut. Es fällt einem auch heute nicht mehr auf, weil man beim Schlendern durch die Stadt, wie zum Beispiel in der berühmten Via dei Tribunali einfach zu sehr damit beschäftigt ist, das Leben in der Stadt zu beobachten und dabei nicht von einem Mofa überfahren zu werden. Hier kann es einem passieren, dass man einer Life-Gesangsdarbietung beiwohnt, während man vor Sorbillo, einer der berühmtesten Pizzerien der Stadt, darauf wartet, dass die bestellte Pizza aus dem heißen Ofen geholt wird. Wer es etwas ruhiger mag, der findet auf dem autofreien Lungomare Kontemplation. Direkt am Meer gelegen, geht es auf dieser Uferpromenade ganz entspannt zu. Wer Lust hat, kann hier eines der bunt bemalten Fischerbötchen besteigen und einen Ausflug auf dem Golf von Neapel zu einer der kleinen Inselchen unternehmen, sich auf den Klippen sonnen, das Castel dell‘ Ovo anschauen oder sich in einem der Restaurants verköstigen lassen.

Neapel ist nicht unbedingt die Stadt für einen super gemütlichen Citytrip. Aber wenn man bisschen Spaß am Abenteuer hat, verbringt man dort eine super Zeit und bekommt spannendes zu sehen. Und was wir dort alles erlebt haben, erfährst du in den folgenden Tipps!

Unser Quartier im spanischen Viertel von Neapel

Schaut man in einer Gasse des Quartieri Spagnoli (Spanisches Viertel) nach oben, sieht man nur selten einen Fetzen blauen Himmel. Das liegt beileibe nicht am schlechten Wetter! Die Straßen sind so schmal, dass gerade mal ein Kleinwagen durchpasst, wenn sich Fußgänger an die Hauswand lehnen. Deshalb knattern meist auch nur Mopeds hier durch.

Bunte Fähnchen und frisch gewaschene Wäsche, die im Wind zwischen den eng beieinander stehenden Häusern trocknet, verhindern die Aussicht nach oben. Aber das stört uns überhaupt nicht. Hier, im diesem für seine kompakte Straßenführung bekannten Viertel, sind andere Dinge viel interessanter als der Himmel. An den Hauswänden und Garagentoren gibt es Straßenkunst dicht an dicht. Es ist wie eine einzige Open-Air-Galerie. Abends öffnen gemütliche Restaurants und Bars und wie in Berlin gibt es kleine Spätis, in denen man das nötigtse einkaufen kann. Außerdem sind die Einkaufsstraßen, wie die verkehrsberuhigte Via Toledo, nicht weit. Hier reihen sich Bekleidungsgeschäfte, Imbisse, Eisläden, duftende Konditoreien, Spezialitätengeschäfte, Banken und auch ein Kunstmuseum aneinander.

An die in Neapel geborene Schauspielerin Sophia Lauren erinnert so manches Wandbild.

Die wohl berühmteste Ecke für Street Art ist die Via Emanuele de Deo 46, wo die Neapolitaner dem verstorbenen Fußballgott Diego Maradona huldigen. Das Konterfei der aus Argentien stammenden Fußballlegende sowie die Farben des Fußballvereins SSC Neapel Hellblau und Weiß, für den Maradona von 1984 bis 1991 spielte, sind in der Stadt omnipräsent.

Murales di Maradona im Quartieri Spagnoli

Unterirdische Stadtführungen

Foto links: ehemalige Zisterne, Fotos rechts: Bourbonen-Stollen, der einst auch als Abstellplatz für Autowracks, Motorräder und faschistische Statuen diente

Das schöne an Neapel ist: Es gibt gleich zwei Neapel! Eine Stadt liegt oberirdisch und eine unterirdisch. Wir haben deshalb auch zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Stadt erleben dürfen. Eine von unten und eine von oben. Die Touren von Napoli Sotterranea hat gute 1,5 Stunden gedauert, die andere in der Galleria Borbonica eine Stunde. Beide sind absolut empfehlenswert. Die Katakomben gleichen architektonischen Wunderwerken und hatten ganz unterschiedliche Funktionen. Manchen dienten als Wasserreservoir, andere als Müllhalde und weitere wiederum als Versteck vor den Bombenangriffen während des zweiten Weltkriegs.
Tipp: Wer unter Klaustrophobie leidet, sollte diesen unterirdischen Ausflug lieber sein lassen. Auch festes Schuhwerk und warme Kleidung sind nötig.

Mit der Funicolare (Standseilbahn) auf den Vomero-Hügel

In wenigen Minuten verbinden die Standseilbahn das Zentrum von Neapel mit dem Vomero-Hügel

Wer schon genug durch Neapel spaziert ist und sich eine kurze Verschnaufpause gönnen möchte, kann mit einer der verschiedenen Standseilbahnen die Hügel der Stadt erkunden. Wir sind mit der Standseilbahn von Chiaia an der Station Augusteo gestartet und waren in wenigen Minuten bzw. nach vier Stationen im oben gelegenen Vomero-Viertel. Allein schon der hübsche Bahnhof dort oben hat sich gelohnt! Doch es macht auch Spaße durch die schicke Oberstadt zu schlendern. Hier ist es interessanterweise sehr sauber, wie uns auffiel.
Tipp: Die Fahrkarte muss man am Eingang der Funicolare an einem Automaten entwerten. Dann öffnet sich eine Schranke und man gelangt über eine Treppe zu den Waggons.

Castel Sant‘ Elmo

Strategischer Ausguck vom Vomero-Hügel

Wer gerne den Überblick behält, sollte sich nach oben ins noble Vomero-Viertel begeben. Von der Oberstadt hat man einen fantastischen Panoramablick über den Golf und die Altstadt von Neapel. Uns hat es dort in die Kartause Castel Sant‘ Elmo gezogen. Der sternförmige Koloss thront ganz selbstsicher seit einigen Jahrhunderten über der Stadt und hat bereits so manche Pulverfassexplosion überlebt, so dass sie bis heute für einen Besuch offen steht.

Eine der schönste Metrostationen Europas

Dass wir die sicherlich schönste U-Bahnstation, von der wir je abgefahren sind, ausgerechnet in Neapel betreten würden, hatten wir vor unserer Citytripp nicht auf dem Schirm. Umso schöner war die Überraschung als wir von unserer Ferienwohnung im spanischen Viertel die Via Toledo entlang spazierten und dann mit der Rolltreppe quasi in ein 3D Kunstwerk hinabfuhren! Die Metrostation Toledo ist das Meisterwerk vom Architekten Oscar Tusquets Blanca und gilt völlig zu recht als eine der schönsten U-Bahnstationen Europas. Zuerst werden die Farben der Erdschichten gefeiert bis man zum tiefblauen Meeresgrund eindringt. Besonders schön ist auch der Lichtschacht in den man beim Rolltreppefahren hinaufschaut.

Das mondäne Stadtzentrum von Neapel

Foto oben links: Piazza Plebiscito, Foto unten links: Eingang der Galeria Umberto I, Fotos rechts: Königspalast

Die Piazza Plebiscito ist nicht nur der berühmteste Platz in Neapel, sondern auch der größte und repräsentativste. Kein Wunder, denn hier stehen sich im Osten der Königspalast, Palazzo Reale und im Westen die an das römische Pantheon erinnernde Kirche, Chiesa San Franscesco mit ihrem Kolonnadengang, vis à vis gegenüber. Zwischen der 53 Meter hohe Hauptkuppel der Basilica und dem Palazzo Reale liegt ein weitläufiger Platz, der zum Glück seit einigen Jahren nicht mehr als Autoparkgelegenheit dient. Hier befindet sich auch eines der traditionsreichsten Cafés der Stadt, das Gran Caffè Gambrinus. Von dort aus, ist es außerdem ein Katzensprung zur Fußgängerzone Via Toledo, in die überdachte Einkaufspassage Galeria Umberto I (ähnlich wie in Mailand) sowie zur oben bereits gepriesenen Uferpromenade Lungomare. Wer das Herz der Stadt sucht, wo gefeiert und flaniert wird, hier hier goldrichtig!

Pompeji

oben links: Forum, oben mitte: Blick ins große Theater, oben rechts: Amphittheater, unten links: Ausguss vom Hohlraum eines Opfers im erhärteten Gestein, unten rechts: Fresko

Alles, jetzt kommt ein „once in a Lifetime“ Reisetip: Nur etwa 20 Kilometer von Neapel entfernt liegt Pompeji. Das ist ein Ort, den man in seinem Leben einmal gesehen haben muss, weil es die weltweit größte zusammenhängende antike Stadtruine ist, welche durch ein tragisches Naturereignis für die Nachwelt konserviert wurde.

Pompeji haben wir als Tagesausflugsziel per Bahn von Neapel aus besucht. Wer nach Neapel die Amalfiküste besuchen möchte, kann alternativ zu unserer Variante auf dem Weg zur malerischen Küste die versunkene Stadt besuchen und von dort aus weiter die Küste entlang fahren. Zusätzlich kann man noch einen Abstecher zur Hafenstadt Herculaneum machen, die ebenfalls vom Vulkanausbruch zerstört wurde und auf dem Weg nach Pompeji liegt. Vom Bahnhof aus läuft man einfach die Straße hinab zum Meer und stößt quasi mit der Nase auf die Ausgrabungen. Von einer Brücke aus, lässt es sich bereits hervorragend in den wieder aufgebauten antiken Ort schauen. Weiter unten Richtung Meer trifft man auf ein Besucherzentrum, über das man direkt zu den archäologischen Ausgrabungen gelangt.

Die Stadt Pompeji sowie die umliegende Umgebung wurde wohl 79 Jahre nach Christus von dem Vulkanausbruch des Vesuvs überrascht und spannenderweise erst im 18. Jahrhundert wieder entdeckt, ausgegraben und ab dann Schritt für Schritt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider ist man früher etwas grob vorgegangen wodurch einiger Schaden verursacht wurde.

Die damals 8.000 bis 10.000 Einwohner:innen umfassende Stadt Pompeji wurde bis heute zu zwei Dritteln aufwändig wieder aufgebaut. Wir haben somit freigelegte und wiederaufgebaute Wohnhäuser, Restaurants, Gärten, Wandmalereien, Amphitheater und eine Arena sehen dürfen, was wirklich faszinierend war. In dem Museum in der Nähe des Eingangs werden auch Menschen, Tiere und Möbelstücke ausgestellt, die von der Vulkanasche bedeckt wurden. Lange Zeit hatte man sich gewundert, wo all die Einwohne:innen abgeblieben waren, da keine Skelette auffindbar waren.

Bis man eines Tages bei den weiteren Ausgrabung Hohlräume fand und durch das Ausgießen mit Gips derselben herausfand, dass es sich um Menschen und Tiere handelte, die sich aufgrund der pyroklastische Wolke, einer wahnsinnig heißen Gaswolke, quasi verdampft und von dem Ascheregen konserviert wurden. Die Gipsstatuen von Frauen, Männern und Kindern sowie Hunden und Pferden haben weltweit Berühmtheit erfahren. Lange hat man sich gefragt, warum die Menschen damals nicht rechtzeitig flohen, um ihrem Tod zu entkommen. Vermutlich haben sie einfach gehofft, dass es schon nicht zum äußersten kommen würde und ihren Göttern vertraut. Schließlich vergingen zwischen dem Ausbruch einer baumförmigen Gaswolke aus dem Schichtvulkan und dem folgenden Bimssteinregen wie der pyroklastischen Wolke mehrere Stunden.

Zudem wohnen auch heute noch ungefähr 600.000 Menschen in der so genannten roten Zone, also der unmittelbar von einem möglichen Vulkanausbruch betroffenen Gebiet. Die Regierung versucht mit Geld die Menschen von dort wegzulocken, aber es siedeln sich teilweise immer noch Leute dort illegal an. 1944 ist der Vesuv das letzte Mal ausgebrochen, was von den Alliierten damals ganz eindrücklich in Filmaufnahmen dokumentiert wurde.

Wir sind auf eigene Faust durch Pompeji spaziert, weil wir das mit den Kindern am besten finden. Wer mag kann sich einen Audioguides ausleihen oder an einer Führung teilnehmen.

Traveloptimizertipp: online vorher Tickets buchen, um sich das Anstehen zu ersparen, stabiles Schuhwerk anziehen und im Sommer unbedingt wegen der Sonne eincremen und einen Schirm oder Sonnenhut mitnehmen, weil es vor Ort keinen Schatten gibt. Auf dem Areal gibt es eine Imbissmöglichkeit und auch WCs. Mehr Infos gibt es hier: https://www.pompeji.it/tickets-reiseleiter

Reiseführer

Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht und wir haben es nicht bis hoch zum Vulkankegel von seiner Majestät, dem Vesuv, geschafft.

111 Orte in Neapel die man gesehen haben muss

DuMont Reise-Taschenbuch Neapel, Amalfi, Cilento

Wo gibt es schöne Reiterhöfe in und um Berlin?

(c) Inga Kirchberg

Hüüüüh, liebe Pferdefreund*innen! Als geborene Berliner Großstadtgöre waren mir, bis vor meiner Zeit als Mama, Pferde ungefähr so fremd wie außerirdische Lebewese. Doch durch eine Freundin, die Reittherapeutin ist, näherte ich mich den großen Huftieren in kleinen Schritten. Diese Schritte taten zwar eher meine Töchter als ich selbst. Aber hey, immerhin fuhr ich sie zum Reiten und Voltigieren und schaute die gesamte Zeit treuergeben, mit klopfenden Herzen und leicht skeptischen Blick zu, wie meine Lieblingsmenschen auf dem Pferderücken mutige Stunts vollführten oder einfach nur entspannt daher trabten. Natürlich hatte mein Vertrauen auch damit zu tun, dass ich wusste, was die Reittherapeutin tat und sie die Komposition aus Kind und Tier vollkommen im Griff hatte.

Kinder Pferd reiterhofferien

Nun nähern sich die Sommerferien und damit auch die Frage nach tollen Reiterhöfen, auf denen sich unsere Töchter ihre Schulferien eine tolle Zeit machen können? Zu meiner Freude gibt es für pferdebegeisterte Kinder und Jugendliche ein breites Angebot von Schnupperkursen, über Hobby Horsing, Naturerlebnissen mit Pferden, Kommunikations-Workshops mit Pferden bis hin zum Voltigieren.
Solche Angebote finde ich deshalbb so super, weil das Zusammenspiel von Pferd und Kind das Empathievermögen und das Verantwortungsbewusstsein des Nachwuchs stärkt. Darum findest du in meinem Empfehlungen für Reithöfe in und um Berlin.

Du suchst zur Einstimmung für deine Liebsten und dich einen passenden Filmtipp? Ich verrate dir was: Am 26. Mai 2022 kommt der zweite Teil der erfolgreichen Neuinterpretation des PferdeklassikerFilms IMMENHOF – DAS GROSSE VERSPRECHEN mit Leia Holtwick, Ella Päffgen, Caro Cult, Heiner Lauterbach, Max von Thun, Valerie Huber, Max Befort, Laura Berlin, Moritz Bäckerling, Rafael Gareisenin die Kinos! Wir durften bei einer Pressevorführung dabei sein und haben die gesamten 102 Minuten des Film sehr genossen. Großartige Landschaftsaufnahmen inklusive! Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es geht um ein 18 Millionen Euro Pferd auf das ein Giftanschlag verübt wird und auf dem Immenhof wieder gesund gepflegt werden soll. Am Ende meines Beitrags findest du einen Hinweis zur Verlosung einer Blue Ray DVD von IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS.

Pferde, Pferd, Reittherapie, Voltigieren, Berlin, Brandenburg, Kinder, Reiten
Unsere beiden Kinder beim Ausreiten im Wald

Tipps für Reiterhöfe in Berlin

Reiterhof Lübars, Reinickendorf
http://reiterhof-luebars.de/reitschule/

Kinder- und Jugend-, Reit- und Fahrverein Zehlendorf
https://kinderreitschule-berlin.de/

Reitanlage Berlin-Kladow
https://www.reitanlage-kladow.de/

Islandpferdezentrum Berlin, Lichtenberg
https://izb.berlin/

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Tipps für Reiterhöfe in Brandenburg

Reit- und Erlebnishof Preddöhl (rollstuhlgerecht), Prignitz
https://www.erlebnishof-preddoehl.de/

Reiterhof Leest, Havelland
https://www.psv-leest.de/

Pferdehof Falkenberg, Berlin-Hohenschönhausen, Ortsteil Falkenberg
http://www.pferdehof-falkenberg.de/

Hof am Lindberg, Fläming, Naturpark Nuthe-Nieplitz
https://www.hof-am-lindberg.de/

Camargue-Pferde-Hof Wesendahl, Seeland Oder-Spree
https://camarguepferdehof.de/

Reiterhof Würdenhain, Elbe-Elster-Land
https://www.reiterhof-wuerdenhain.de/

„Immenhof – Das große Versprechen“, zweiter Film der Neuinterpretation der erfolgreichen Pferdefilmklassiker

Gewinnspiel

Wer sich zuhause ganz gemütlich auf dem Sofa den ersten Teil der Filmreihe „Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers“ als Blue Ray ansehen möchte, sollte mein Gewinnspiel nicht verpassen! Wer die Antwort auf die Gewinnspielfrage kennt, schreibt bitte unter Angabe der Postanschrift eine E-Mail an post at stadtwaldkind.de bis kurz vor Mitternacht am 1. Juni 2022.

Gewinnspielfrage: Um welche Wildpferde kümmert sich die Sielmann-Sitftung in der Döberitzer Heide?

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Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme am Gewinnspiel von Stadtwaldkind, nachfolgend Betreiber oder Veranstalter genannt, ist kostenlos und richtet sich ausschließlich nach diesen Teilnahmebedingungen.

Ablauf des Gewinnspiels
Die Dauer des Gewinnspiels erstreckt sich vom 25.5.22, 00:01 Uhr bis zum 1.6.22, 23:59 Uhr Innerhalb dieses Zeitraums erhalten Nutzer*innen online die Möglichkeit, am Gewinnspiel teilzunehmen.

Teilnahme
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, ist eine Email an post (at) stadtwaldkind (punkt) de mit Angabe der Anschrift notwendig. Die Teilnahme ist nur innerhalb des Teilnahmezeitraums möglich. Nach Teilnahmeschluss eingehende Einsendungen werden bei der Auslosung nicht berücksichtigt.

Pro Teilnehmer nimmt nur eine übermittelte Anmeldung am Gewinnspiel teil. Es ist strengstens untersagt, mehrere Email-Adressen zur Erhöhung der Gewinnchancen zu verwenden.

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos.

Teilnahmeberechtigte
Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz in Deutschland und das 14. Lebensjahr vollendet haben. Die Teilnahme ist nicht vom Erwerb einer Ware oder Dienstleistung abhängig.

Sollte ein Teilnehmer in seiner Geschäftsfähigkeit eingeschränkt sein, bedarf es der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters.

Nicht teilnahmeberechtigt am Gewinnspiel sind alle an der Konzeption und Umsetzung des Gewinnspiels beteiligte Personen und Mitarbeiter des Betreibers sowie ihre Familienmitglieder. Zudem behält sich der Betreiber vor, nach eigenem Ermessen Personen von der Teilnahme auszuschließen, wenn berechtigte Gründe vorliegen, beispielsweise

(a) bei Manipulationen im Zusammenhang mit Zugang zum oder Durchführung des Gewinnspiels, (b) bei Verstößen gegen diese Teilnahmebedingungen, (c) bei unlauterem Handeln oder (d) bei falschen oder irreführenden Angaben im Zusammenhang mit der Teilnahme an dem Gewinnspiel.

Gewinn, Benachrichtigung und Übermittlung des Gewinns
Folgende Preise werden vergeben:
GEWINN: Blue Ray DVD IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS

Die Ermittlung der Gewinner*in erfolgt nach Teilnahmeschluss im Rahmen einer auf dem Zufallsprinzip beruhenden Verlosung unter allen Teilnehmenden. Ist das Gewinnspiel mit einer Aufgabe verknüpft, kommen ausschließlich diejenigen Teilnehmer in die Verlosung, welche die Aufgabe korrekt durchgeführt haben.

Die Gewinner der Verlosung werden zeitnah über eine gesonderte Email über den Gewinn informiert.

Die Aushändigung des Gewinns erfolgt ausschließlich an den/ Gewinner*in oder an den gesetzlichen Vertreter des minderjährigen Gewinners. Ein Umtausch, eine Selbstabholung sowie eine Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich.

Eventuell für den Versand der Gewinne anfallende Kosten übernimmt der Betreiber. Mit der Inanspruchnahme des Gewinns verbundene Zusatzkosten gehen zu Lasten des Gewinners. Für eine etwaige Versteuerung des Gewinns ist der Gewinner selbst verantwortlich.

Meldet sich der/ die Gewinnerin nach zweifacher Aufforderung innerhalb einer Frist von 3 Wochen nicht, kann der Gewinn auf einen anderen Teilnehmerin übertragen werden.

Beendigung des Gewinnspiels
Der Veranstalter behält sich ausdrücklich vor, das Gewinnspiel ohne vorherige Ankündigung und ohne Mitteilung von Gründen zu beenden. Dies gilt insbesondere für jegliche Gründe, die einen planmäßigen Ablauf des Gewinnspiels stören oder verhindern würden.

Datenschutz
Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Der/Die Teilnehmer*in versichert, dass die von ihm/ihr gemachten Angaben zur Person, insbesondere Vor-, Nachname und Postanschrift wahrheitsgemäß und richtig sind.

Der Veranstalter weist darauf hin, dass sämtliche personenbezogenen Daten des Teilnehmers ohne Einverständnis weder an Dritte weitergegeben noch diesen zur Nutzung überlassen werden.

Eine Ausnahme stellt das für die Durchführung des Gewinnspiels beauftragte Unternehmen Pure Online Digitale Kommunikation dar, welches die Daten zum Zwecke der Durchführung des Gewinnspiels erheben, speichern und nutzen muss.

Im Falle eines Gewinns, erklärt sich der/die Gewinner*in mit der Veröffentlichung seines Namens und Wohnorts in den vom Veranstalter genutzten Werbemedien einverstanden. Dies schließt die Bekanntgabe des Gewinners auf der Webseite des Betreibers und seinen Social Media Plattformen mit ein.

Der/Die Teilnehmer*in kann seine erklärte Einwilligung jederzeit widerrufen. Der Widerruf ist schriftlich an die im Impressumsbereich der Website Stadtwaldkind.de angegebenen Kontaktdaten des Veranstalters zu richten. Nach Widerruf der Einwilligung werden die erhobenen und gespeicherten personenbezogenen Daten des Teilnehmers umgehend gelöscht.

Mit dem Wohnmobil nach Paris und Versailles

Bonjour mes amies! Zwölf Jahre ist es her, dass wir den all time favorite, die Nummer Eins der schönsten Städte der Welt besuchten, während in meinem Bauch unser erstes Kind heranwuchs und wir dabei frisch verlobt, ich mit Diamantring bestückt und wir sehr romantisch durch die Stadt der Liebe schlenderten.

Vor zwei Jahren planten wir diese Reise in einer neuen Konstellation und mit einem anderen Vehikel zu wiederholen. Doch ein klitzekleiner Virus, der mit dem unauffälligen Buchstaben C beginnt, kam uns 2020 und auch 2021 dazwischen. Quel malheur!

Über Karlsruhe und Sezanne nach Paris

Diese Ostern hielt uns endlich nichts mehr davon ab, unseren Plan in die Tat umzusetzen, Tochter Nummer eins (bald 12 Jahre) und Tochter Nummer zwei (sehr bald acht Jahre alt) zu schnappen und mit unserem guten alten Wohnmobil, aka Gipsy, von Berlin aus einmal Deutschland in westliche Richtung zu durchqueren und unsere französischen Nachbarn zu besuchen. Auf dem Weg in die elf Millionen Einwohner:innen Stadt machten wir einen Schlenker und Zwischenstopp in Karlsruhe, um unsere Freunde zu treffen, die wir auf unserer Kur im Winter kennengelernt hatten. Danach verbrachten wir noch eine Nacht auf dem städtischen Campingplatz von Sezanne, etwa zwei Autostunden von Paris entfernt. In dem Ort deckten wir uns mit Lebensmitteln und Getränken ein. Unser Glück, dass in Frankreich offenbar am Ostersonntag die Supermärkte geöffnet haben. Insgesamt haben wir mit dem Wohnmobil auf unserer Hinreise etwa 1.220 Kilometer zurückgelegt und dafür zwei Übernachtungen gebraucht, weil wir mit unserem Stopp in Karlsruhe einen kleinen Umweg genommen haben. Auf dem Rückweg nach Berlin haben wir in Köln auf einem Busparkplatz in Köln gestanden, weil der dortige Stellplatz bereits voll war.

Wer kein Wohnmobil hat oder mieten möchte, kann Paris natürlich auch per Bahn, Pkw oder Flugzeug erreichen. Dazu gehört dann allerdings auch das Buchen eines Hotels oder einer Ferienwohnung.

Ist Paris als Reiseziel für Familien mit Kindern geeignet?

Qui/ Ja! Auch wenn uns während der Osterferien vier einhalb Tage für Paris und einen halben Tag für Versailles zur Verfügung standen und das nach relativ viel Zeit für einen Städtetrip klingen mag, mussten wir schauen, wie wir alle Interessen unter einen Hut bekommen. Allerdings fiel uns das nicht allzu schwer, weil der Zeitraum von fast einer Woche Aufenthalt für eine Stadt ausreichend ist und die französischen Hauptstadt bei schönem Frühlingswetter auch viele Möglichkeiten bereit hält um sich als Familie mit Kindern die Zeit zu vertreiben. Natürlich muss man als Eltern wie immer Kompromisse und Deals mit dem Nachwuchs machen. Aber wenn man sich auch auf die Interessen der Kids einlässt, hat man auch Spaß dabei.

Es gibt in Paris viel Grün, so manchen Spielplatz und überall bekommt man schnell etwas auf die Hand zum Essen. Die Menschen begegneten uns hilfsbereit und gastfreundlich. Eine Story aus dem Nähkästchen: als wir beim Arc de Triomph mal einen leckeren Snack für unsere Tochter mit einem relativ großen Geldschein bezahlen wollten, konnte der Verkäufer leider nicht wechseln, woraufhin er uns einlud und partout nicht akzeptieren wollte, dass wir den Geldschein wechseln gehen. Ob das damit etwas zu tun hatte, dass unsere Tochter beim Zubereiten ihres Snacks helfen durfte, weiß ich nicht.

Selbst auf dem Prachtboulevard, den Champs Élysée, findet man einen Supermarkt (Monoprix), wo man das notwendigste einkaufen kann. Restaurants sind, wen wundert es in einer Stadt, die berühmt ist für ihre gehobene Küche, allerdings kostspieliger als in Deutschland. Dafür sind Museen für Kinder sowie junge Erwachsene bis zum 26. Lebensjahr kostenfrei zugänglich. Die regulären Eintrittspreise für Erwachsene in Museen sind ungefähr gleich hoch wie Museen auf ähnlichem Niveau wie in Deutschland. Die Tickets für die großen und bekannten Häuser sollte man online ein paar Tage im Voraus buchen wenn man keine Lust auf Enttäuschungen oder lange Wartezeiten hat.

In Paris kann man sich wie in jeder anderen Großstadt sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie der Metro als auch per Leihfahrrad oder Roller sowie Taxi bequem fortbewegen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat erfreulicherweise dafür gesorgt, dass es mit Fahrradfahren in Paris ganz prima klappt. Wer sich mehr für dieses Thema interessiert, findet hier mehr Infos.

Obendrein gibt es Busse für Stadtrundfahrten und Ausflugsschiffe (haben wir beides nicht gemacht). Mit dem eigenen Auto in Paris unterwegs zu sein, würde ich sein lassen. Erstens braucht es dafür eine Genehmigung und zweitens erschien uns der Verkehr an den noralgischen Verkehrsknotenpunkten als ziemlich chaotisch.

In Paris haben wir uns überall sicher gefühlt. Natürlich sind wir nicht mit offenen Handtaschen durch die Stadt gelatscht und waren allein schon wegen der Kinder in keinen zwielichtigen Ecken und auch nicht abends unterwegs. Die Polizei ist recht präsent, ohne aufdringlich zu wirken.

Falls du dich fragst, ob wir in Disney World waren, so lautet die direkte Antwort nein. Diesen Besuch heben wir uns für ein anderes Mal gerne auf. Wir haben stattdessen andere Parks und Gärten, tolle Museen sowie berühmte Sehenswürdigkeiten besucht, die ich dir jetzt vorstelle. Aber auch ohne Plan lässt es sich in dieser wunderschönen Stadt einfach überall drauflos spazieren. Man entdeckt überall etwas schönes und überraschendes.

Insgesamt haben wir am Ende doch viel gesehen und ein volles Programm gehabt. Natürlich hatten wir auch nen Reinfall. Aber davon nur einen. Ich wollte unbedingt der Galerie La Fayette Hausmann einen Besuch abstatten. Na klar war die Glaskuppel schön anzusehen und der Ausblick von der Dachterrasse über die Oper bishin zum Eiffelturm toll. Aber mit Kindern? Muss nicht sein. Kein lohnenswerter Ausflug. Das Essen oben war schlechter als an jeder Imbissbude.

Um die Kinder bei Laune zu halten, gab es während unserer Ausflüge viele Pausen mit leckeren Crèpes, erfrischenden Getränken, kleine Souvenirs und ab und zu ein Eis sowie ein Golfcar für den riesigen Schlosspark von Versailles.

Fahrverbote in Paris

Unsere Ankunft planen wir so, dass wir am Wochenende in Paris eintreffen, da in der Umweltzone von Paris das Verbot für alte Dieselwohn- oder Automobile am Wochenende nicht gilt. Werktags dürfen wir zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends nicht durch Paris fahren. Das ist nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Dass diese Regelung nötig ist, zeigt der Riesenstau in dem wir während der Anfahrt nach Paris geraten und der immer noch wahnsinnige Autoverkehr, den wir später vom Fahrrad aus beobachten können. Auch Baustellen begegnen uns jede Menge. Mehr Informationen zur Pariser Umweltzone gibt es hier: https://www.france.fr/de/nuetzliche-tipps/umweltzone-paris

Camping de Paris mitten im Stadtwald

Am Rande des weitläufigen Stadtwalds von Paris, im Bois de Bologne, schmiegt sich unser vorab gebuchter Campingplatz namens Camping de Paris an die Seine. Es ist ziemlich voll, als wir am Ostersonntag um die Mittagszeit ankommen und wir sind froh, einen Stellplatz reserviert zu haben. Trotzdem bekommen wir nur einen direkt an der befahrenen Straße Allée du Bord de l‘Eau. Andere waren wohl schneller als wir.

Der Campingplatz gehört zur Kette von City Kamp/ Huttopia, die in Frankreich sehr viele und in Kanada und USA ein paar wenige Campingplätze haben. Diese Kette ist dafür bekannt, dass sie wert auf eine natürliche Umgebung und eine Wohlfühlathmosphäre legen, was in Paris ganz gut gelingt. Schließlich liegt der wirklich sehr idyllische und abwechslungsreiche Stadtwald Bois de Boulogne, der eigentlich aus mehreren ineinander übergehenden Parks besteht, direkt vor der Tür.

Neben etwa 300 Stellplätzen für Wohnmobile und Zelte gibt es auf dem schönen grünen Platz auch einige ganz hübsche kleine hölzerne Bauwagen, so genannte Gipsy Caravans, und größere Cottages zu mieten. Insgesamt stehen drei moderne Sanitäranlagen (insgesamt etwas schmuddelig) eine Wäscherei, ein kleiner Supermarkt (mit Apothekerpreisen), eine Café, ein einfaches Restaurant und ein Spielplatz zur Verfügung. Direkt an der Rezeption gibt es einen kleinen Platz, der nur für Bienen reserviert ist. Um die abgezäunten Bauden summt und brummt es entsprechend. Fahrräder für Erwachsene (normales Rad für 11€ und Elektrobikes 30€ pro Tag) und Kinder (9€ pro Tag) lassen sich auf dem Platz ausleihen. Wer lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann sich für wenige Euro pro Person von einem mehrmals pro Tag startenden Bus direkt vom Campingplatz zum nächsten U-Bahnhof fahren lassen.

Für alle Grillfans unter euch: Das Grillen ist vor Ort ist verboten. Für alle Hobbyangler: An die Seine gelangt man von Campingplatz direkt leider nicht. Aber im Bois de Boulogne gibt es einige Seen an denen die Pariser gerne ihre Angelleinen auswerfen.

Unser Ostersonntag in Paris

Nach der Ostereiersuche und Nascherei haben wir große Lust auf Bewegung! Da wir unsere Fahrräder dabei haben, schwingen wir uns auf die Drahtesel, durchqueren den üppigen grünen Stadtwald und fahren direkt zu DEM Wahrzeichen von Paris. Am Ostersonntag haben allerdings Tausende von Tourist:innen aus aller Welt das Bedürfnis auf den 330 Meter hohen Turm von Monsieur Eiffel zu gelangen. Wir haben leider online keine Tickets mehr bekommen, weil diese bereits Wochen vorher ausgebucht waren. Um den Turm herum ist ein Wahnsinnstrubel. Wir können kaum laufen, geschweige denn radeln. Daher lassen wir davon ab und suchen uns einen Tisch in einem süßen kleinen Restaurant in der Umgebung, um dort zur Feier des Tages ein frühes Abendessen zu genießen. Den ersten Tag in Paris lassen wir dann am Arc de Triomphe ausklingen, zu dem man übrigens unterirdisch gelangt. Unten erhält man auch Tickets zum Besteigen des Triumphbogens.

Das Radfahren jenseits des Kreisverkehrs funktioniert dank der steinernen Abgrenzungen auf der Straße ganz gut. Als Radfahrer:in hat man also richtige eigene Spuren. Das Wetter spielt super mit und wir kommen gut durch. Allerdings gibt es auch ein paar brenzlige Stellen in Paris an denen wir gut acht geben müssen. Dennoch werden wir die gesamten folgenden vier Tage, die wir in Paris verbringen, alle Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. An manchen Tagen legen wir nur elf an anderen 20 Kilometer zurück.

Unsere Ausflugstipps für den Bois de Boulogne

Der 860 Hektar große Stadtwald ist der Central Park von Paris und befindet sich im Westen außerhalb des Stadtkerns. Er ist tagsüber bei Familien mit Kindern und Joggern sehr beliebt. Bevor hier entspannt werden konnte, wurde hier geballert, denn früher diente er als königliches Jagdgebiet bevor er Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild des Londoner Hyde Parks im Auftrag von Napoleon III. von Eugène Hausmann als Park umgestaltet wurde. Auf idyllischen Wegen, die kreuz und quer verlaufen, lässt es sich prima spazieren oder radfahren. Hier locken außerdem viele schöne Ausflugsziele wie das als Segelschiff getarnte Austellungshalle Fondation Louis Vuitton, die Fondation Good Planet, der direkt dahinter liegende Vergnügungspark Jardin d’Acclimatation, der romantische Rosengarten La Bagatelle, ein künstlicher Wasserfall, ein See mit Ruderbootverleih und die Pferderennbahnen Hippodrom d‘Auteuil und Hippodrom de Longchamp. Mehr dazu erfährst du weiter unten in meinem Beitrag.

Ab dem frühen Abend beziehen an den Autostraßen, die teilweise durch den Bois de Boulogne führen, allerdings etwas zwielichtige Gestalten ihre Positionen um ihren Geschäften nachzugehen. Abends ist der Park also kein geeignetes Familienausflugsziel.

Vergnügungspark Jardin d’Acclimatation

Wer als Familie einen rundherum schönen Tag erleben möchte, dem möchte ich den Besuch dieses Vergnügungsparks im Bois de Boulogne ans Herz legen. Über 40 sehr liebevoll im Steam Punk Stil gestaltete Attraktionen und Manegen, ein gutes Dutzend Restaurants, Cafés und Imbisse, ein großer Wasserspielplatz (Badesachen oder Wechselkleidung mitnehmen), Picknickwiesen, hunderte Tiere und Vögel (darunter Lamas, Ponys, Pfauen, Ziegen, Schafe und Enten) sowie wunderschön gestaltete Grünanlagen erwarten die Besucher:innen. Unsere Kinder hat der Park sehr gut gefallen und der Tag war sicherlich das Highlight für sie.

Das Tagesticket für 39€ pro Person sowie Einzeltickets für 4€ pro Attraktion zzgl. 7€ Eintrittspreis pro Person bekommt man am Eingang oder online.

Rosengarten La Bagatelle

Wir waren im April noch etwas zu früh in diesem romantischen Rosengarten La Bagatelle, denn die Rosenstöcke mit so manchem lustigen Namen, blühen erst zwischen Juni und Oktober. Dennoch ist der Besuch des Gartens auch außerhalb dieses Zeitraums lohnenswert. Überall überraschte uns entweder ein Pavillon, ein schmuckes Schlösschen oder ein verwunschenes Gartenhaus, eine hübsche Brücke, ein Wasserfall oder gar eine Höhle oder ein Rad schlagender Pfau auf einer blühenden Wiese. Tickets erhält man vor Ort am Kassenhäusschen.

Fondation Louis Vuitton

Kein Schiff, das sich durch ein Meer von Bäumen zu pflügen scheint, sondern vielmehr ein vom amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry gestaltetes futuristisches Ausstellungsgebäude mit zwölf Glassegeln erhebt sich seit dem Jahr 2014 im Bois de Boulogne direkt an der Avenue du Mahatma Gandhi. Warum das Ding da steht? Weil Bernard Arnault, ein sehr vermögender Mann und Vorsitzender des Pariser Mode-Koffer-Champagner-Cognac-Luxushauses LVMH, zu dem auch die Marke Louis Vuitton gehört, das Museum in Bilbao von Gehry so cool fand, das er so was auch für Paris haben wollte. Also Gehry anrufen, im Büro quatschen, Auftrag vergeben, ein paar Jahre später Museum eröffnen. So geht das, Leute! Trotzdem hat mir das Guggenheim Museum im spanischen Bilbao, das wir uns vor ein paar Jahren während unseres Wohnmobiltrips durch Nordspanien angesehen haben, weitaus besser gefallen, unter anderem weil wir einfach mehr davon zu sehen bekamen.

Jump, Jump!

Neben der aktuellen Ausstellung „Coming of Age“ zu Ehren und in Erinnerung an den 2021 überraschend an Krebs verstorbenen US-amerikanischen Modedesigner, Virgil Abloh, erster dunkelhäutiger Chefmodedesigner von Louis Vuitton, schwimmt zur großen Freude unserer Kinder eine spektakuläre knallrote Hüpfburg auf einem flachen Wasserbecken direkt am dem Privatmuseen. Das Spielgerät ist nach dem Durchqueren des Museums und erst ab einer Körpergröße von 150 Zentimeter zugänglich. Wer es mit ausgezogenen Schuhen auf die exklusivste Hüpfburg aller Zeiten geschafft hat, kann vor dem großes Logo der Modemarken posen, das über dem Eingang der roten Gummiburg prangt. Instagram und Snapchat lassen grüßen! Unsere große Tochter und ich hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Springen!

Der Eintritt in das Galeriegebäude ist kostenfrei. Allerdings empfiehlt es sich unbedingt die Tickets ein bis zwei Tage vorher online zu bestellen, um sich die Kunst aus dem 20. oder 21. Jahrhundert anzusehen. Ansonsten muss man draußen lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Centre de Pompidou

Und nun raus aus dem Bois de Boulogne und mitten rein ins Stadtzentrum: Das Centre de Pompidou liegt im 4. Arrondisseement von Paris und ist gefüllt mit moderner Kunst, dessen großzügiges Foyer aus meiner Sicht bereits ein Besuch wert ist. Hier blinkt und leuchtet es überall und so manches ungewöhnliches Kunstwerk versteckt sich hier. Auch von außen is dieses von George Pompidou, einem ehemaligen französischen Staatspräsidenten, in Auftrag gegebene Haus sehenswert. Denn alles, was normalerweise innen liegt, also Rolltreppen und Rohre, sind hier nach außen verlegt. Deshalb wird es auch La Raffenerie genannt. Von der Rolltreppe aus, blickt man das lebendige Getümmel auf dem Vorplatz.

In der offenen Galerie des ersten Stockwerks konnten sich unsere Kinder im kostenfreien und farbenfrohen Workshop- und Ausstellungsbereich kreativ werden. Danach ging es für uns alle weiter nach oben in die aktuelle Ausstellung von Charles Ray. Auf der Dachterrasse befindet sich übrigens ein schönes Café mit Ausblick auf die Dächer von Paris.

Hierfür hatten wir ausnahmsweise keine Online-Tickets gebucht und sind trotzdem schnell reingekommen. Wer sich dennoch vorher ein Ticket buchen oder sich einfach informieren möchte, wird hier fündig.

Um die Ecke der La Rafferneie gibt es übrigens leckeren Falafel (leider nicht auf Google Maps gefunden)!

Bourse de Commerce

Nicht weit vom Centre de Pompidou, erst im Frühjahr 2021 eröffnet und schon der Star unter den Pariser Ausstellungshäusern ist die ehemalige Warenbörse Bourse de Commerce bzw. die Pinault Collection beim Quartier Les Halles. Der historische Rundbau mit Glaskuppeldach wurde vom japanischen Stararchitekten Tadao Ando im Auftrag des privaten Sammlers Pinault mit viel Sichtbeton umgebaut. Ando hat übrigens bereits unter anderem in Venedig einen schicken Palazzo erfolgreich umgebaut. Unterhalb der Glaskuppel befindet sich ein 140 Meter langes Wandgemälde, das die internationalen französischen Handelsbeziehungen darstellt und das man sowohl aus dem Erdgeschoss als auch von den innen liegenden Balkonen der oberen Etagen betrachten kann. Lustig sind die künstlichen Tauben, die auf der innen liegenden Brüstung sitzen.

Ryan Ganders animatronic mice ist sehr wissbegierig

Besonders gut gefallen hat uns Ryan Ganders weiße Maus, die sich durch eine Wand in der Bourse de Commerce gefuttert hat und uns viele Fragen stellt während wir vor ihr am Boden knien. Charles Ray, hier wie im Centre de Pompidou präsent, konnte uns wiederholt nicht abholen. Aber dafür war die Installation Opera (QM.15) in Form einer holographischen Illusion der Opernsängerin Maria Callas in einem spärlich von roten Lichtspots beleuchteten Raum in der 3. Galerieetage atemberaubend, wenngleich auch etwas gespenstisch. Kleiner Besserwisserhinweis: Die Künstlerin Dominique Gonzalez-Foerster hat für diese Installation bereits 2016 den Preis der Neuen Nationalgalerie in Berlin erhalten. Wenn man lecker speisen möchte, sollte man sich im obersten Stockwerk einen Tisch im Restaurant reservieren. Tickets für die gesamte Pinault Collection kann man online buchen.

Louvre-Museum

Mon Dieu! Zugegebenermaßen ist es im berühmten Louvre-Museum ziemlich warm und voll. Aber was soll ich sagen? Es ist halt der Louvre, ma cherie! Logo gehen wir da mit den Kindern rein! Schließlich hat sich das Louvre-Museum in den letzten Jahren nochmal erweitert und ist immer noch DAS Museum, das man im Leben mindestens einmal gesehen haben sollte.

Um die 7.000 Kunstwerke zu betrachten, bräuchte man mehrere Tage. Natürlich machen wir genau das nicht. Wir folgen ganz schnöde dem Mammon und besuchen die berühmten Damen, also die Mona Lisa, die Venus von Milo, die Nike von Samothrake und die Nymphe Antiope. Die sehr einfach gekleidete Florentinerin mit dem enigmatischen Lächeln, die Mona Lisa, ist wirklich ein überraschend kleines Bild von 77 Zentimetern Höhe und 53 Zentimetern Breite vor dem täglich tausende Besucher:innen schnell ein Bild machen, teilweise ohne das Bild einmal ohne Fotolinse zu betrachten und die Damen einfach nur schnöde abknipsen. Das Bild ist mit Panzerglas sowie zusätzlich durch eine robuste hölzerne Absperrung und einer Museumsmitarbeiterin geschützt. Den Besucheransturm soll eine schlangenförmige Absperrung im Zaum halten. Diese Maßnahmen werden nicht ohne traurigen Grund getroffen: Bereits zwei Male fanden Attentate auf das berühmte Gemälde statt, zuletzt 2009 durch einen Tassenwurf. Ob das an ihrem leichten Silberblick liegt, der rechts am Betrachter vorbei geht und die Betrachter:innen irritiert? 1911 wurde das Bild sogar von einem im Louvre tätigen Glaser, einem Italiener, gestohlen und war für zwei Jahre verschwunden. Der Dieb wollte es an die Uffizien in Florenz für damals 500.000 Lire verkaufen, weil er der Auffassung war, dass das Bild des italienischen Genies Leonardo DaVinci nach Italien gehöre. Dass der französische König Franz I das Bild rechtmäßig vom Maler selbst kaufte, ließ er dabei außer acht.

Diese Geschichten können wir unseren Kindern direkt vor dem reichlich restaurierten Gemälde kaum erzählen, denn von hinten drücken die Leute. Es ist etwas stressig, aber die leicht schelmisch blickenden Augen und das einmalige leicht schiefe Lächeln dieser mehr als fünfhundert Jahre alten ungelifteten alterslosen Frau ohne Extensions ist den Stress allemal wert. Vielleicht haben wir irgendwann im Prado mehr Zeit unseren Kindern die mutmaßliche Gattin eines Florentiner Stoffhändlers zu zeigen, wo ihre älteste Kopie aus der Werkstatt Leonardos hängt.

Zum Schluss schauen wir kurz bei den Fundamenten des Louvre, der vor Versailles das Zuhause der französischen Königsfamilie war, sowie in der ägyptischen Sammlung vorbei bevor wir vom Museumspersonal bereits um 18 Uhr (why?) hinauskomplimentiert werden.

Galerie Rue de Rivoli 59

Nicht weit von der Bourse de Commerce und mitten zwischen Geschäften wie H&M, C&A, Zara und Sephora in der Shoppingstraße Rue de Rivoli sticht ein buntes Haus hervor, das von zahlreichen Künstler:innen als Galerie und Werkstatt genutzt wird und kostenfrei besucht werden kann. Tickets kann man vorher nicht reservieren, man kann einfach hingehen. Über Spenden am Eingang freut man sich natürlich.

Einst residierte in dem Haus in der Rue de Rivoli 59 eine Bank, danach stand es leer, wurde vom Künstler:innen besetzt, die inzwischen darin legal hier leben. Ein ehemaliger Bürgermeister hat ihnen das Haus um das Jahr 2006 herum überschrieben. Es gibt Kunst ganz unterschiedlicher Art (selbst im Treppenhaus) zu bewundern. Man kann sogar bei der Entstehung zusehen (auch spannend für Kinder) und falls gewünscht auch etwas kaufen. Die Künstler:innen stehen auch gerne für Fragen zur Verfügung. Wir finden das Haus sehr sehenswert und erinnert uns an eine Mischung aus dem ehemaligen von Künstler:innen bespielten Tacheles und der Streetart Galerie The Haus in Berlin.

Die Galerie steht von Dienstag bis Sonntag zwischen 13 und 20:30 Uhr offen. Es kann beim Einlass zu Wartezeiten kommen. Mehr Infos gibt es hier.

Eiffelturm

Eigentlich sollte der Eiffelturm 20 Jahre nach der Weltausstellung, also spätestens 1909, wieder abgerissen werden. Zum Glück hat man es sich anders überlegt.

Was wäre eine Reise nach Paris ohne den Besuch des berühmtesten Turms der Welt?

Keine Frage, sie wäre unvollständig. Unsere Kinder wollen unbedingt da rauf! Schließlich sehen sie das 330 Meter hohe Bauwerk auch quasi von überall her in der Stadtteil. Verrückt sich vorzustellen, dass das Ding zuerst alle total blöd fanden als Monsieur Eiffel es ihnen anlässlich der Weltausstellung Ende des 19. Jahrhunderts in die City klotzte, um zu zeigen, was er aus Eisen so schönes bauen kann. Aber es dauerte ja nicht lange bis die Pariser:innen total hin und weg von ihrem Türmsche waren. Kein Wunder, sieht das Ding doch von überallher anders und beeindruckend aus.

Da wir keine online Tickets bekommen hatten, versuchten wir abends gegen 18:30 Uhr unser Glück direkt beim Eiffelturm im 7. Arrondissements der Pariser Innenstadt am nordwestlichen Ende des Champ de Mars und schafften es doch glatt Kombitickets zu ergattern. Das ganze hatte allerdings einen mittelgroßen Haken in Form einer Sporteinlage für uns: Nicht nur das mir verhasste Schlangestehen, nein auch noch nebenbei 745 Stufen hochlaufen in den zweiten Stock und dann erst weiter hoch mit dem bequemen Fahrstuhl! Im Treppenhaus ist es noch ziemlich leer und die Stufen treten sich rasch weg. Aber oben im Fahrstuhl wird es dann ziemlich eng. Wir setzen uns vorsichtshalber FSP2 Masken auf und rücken zusammen. Oben bemerken wir dann erst richtig wie weit OBEN wir eigentlich sind, so klein sind die Häuser und Brücken unter uns. Oh la la! Den angebotenen Champagner mit Kaviar brauchen wir gar nicht, um an der frischen Luft trotz der vielen Touris um uns herum happy zu sein. Die Aussicht belohnt uns für die vielen Stufen! Auf dem Rückweg und damit auch die letzten beiden Etagen per Pedes zittern uns die Beinchen vor Anstrengung.

Pariser Freiheitsstatue

Kein Mainstreamziel: Für mich ehrlich gesagt völlig neu und eine schöne Entdeckung auf dem Weg vom Eiffelturm zurück zu unserer Homebase fanden wir auf einer der Ile de Cygnes auf der Seine als wir über eine Brücke heimwärts radeln. Das nur 11,50 Meter klene Modell für die größere New Yorker Version der Freiheitsstatue wurde in Paris erprobt. Insgesamt gibt es in Paris fünf Freiheitsstatuen zu bestaunen.

Versailles

Zum Ende noch ein „once in a lifetime“ Highlight! Versailles, das etwa 80.000 Einwohner:innen zählende Städtchen, liegt idyllisch umgeben von ausgedehnten Wäldern und nur etwa 20 Kilometer von Paris entfernt. Mit der Bahn ist Versailles gut erreichbar. Wir hingegen parken mit unserem Wohnmobil auf einem Parkplatz (um die 4€ pro Stunde) unweit vom Schloss, weil wir den Ausflug so legen, dass wir danach Richtung Berlin zu düsen können, wo mit dem Schloss Charlottenburg ein etwas bescheideneres Habitat liegt.

Davon, dass an der Stelle des heutigen Barockschlosses ursprünglich mal ein kleines Jagdhaus stand, das zu einem größeren Jagdschloss ausgebaut wurde und verfiel, erinnert uns vor Ort heute nichts mehr. Vor lauter Prunk und Protz der riesigen Schlossanlage de Sonnenkönigs fällt es mir auch in meiner Fantasie schwer mir das vorzustellen. Selbst Erdagan und Putin würden hier neidisch, ich schwöre.

Booom, schackalacka und jetzt kommst du: Mit 2.300 Zimmern auf einer Fläche von 721.206 Quadratmetern soll das Schloss von Versailles wohl das größte der Welt sein. Mein Mann erzählt zwar etwas von einem größeren Schloss in Rumänien aber davon habe ich bisher noch nichts gesehen.

Dabei hatte LUDWIG XIV. es im damaligen Louvre-Palast, dem heutigen Louvre-Museum in Paris, wo er vorher lebte, auch nicht schlecht. Aber warum nicht noch fetter, wenn man es mit den Steuern der armen Bauern nicht finanzieren kann?

Als er Mitte zwanzig war, ließ es der junge und meiner Meinung nach etwas größenwahnsinnige Ludwig in Versailles zu seinem Regierungsantritt 1661 richtig krachen und ein imposantes und kostspieliges Schloss als Zeugnis seiner absoluten Herrschaft erbauen damit auch jeder Idiot kapiert, dass er der aller*** unter der Sonne ist.

Nicht weniger als zeitweise bis zu 30.000 Arbeiter und 6.000 Pferde waren nötig um den Bau zu ermöglichen. Damit hat er sicherlich alle Pharaos mitsamt ihren Pyramiden in den Schatten gestellt. Umgerechnet etwa 100 Millionen Euro, etwa 25 Millionen Livre, das damalige Jahreseinkommen der Krone, hat das Schloss an Geld verschlungen. Dabei wurde beim Bau sparsam vorgegangen, in Friedenszeiten wurde die Armee beim Bau herangezogen, es gab zahlreiche Tote und Verletzte, was sich dann auch an der Bauqualität rächte. Teilweise sank das Schloss in dem feinen Sand ein, Kamine zogen nicht richtig, die Fenster schlossen nicht, so dass es im Winter sehr ungemütlich wurde. Sanitäranlagen gab es so gut wie keine. Dafür sollte die Show funktionieren: An Gold, Spiegeln, Stuck, Seidentapeten, Deckengemälden und sonstigen teuren Zierrat wurde nicht gespart, so viel kann sogar ich erkennen. Außerdem wurden systematisch Menagerien für verschiedene Tierarten angelegt, die später zum Vorbild für Zooologische Gärten wurden. Auch wissenschaftliche Experimente fanden statt, was man auch anhand eines ausgestellten Gemäldes erkennen kann, auf dem beiläufig drapiertes Werkzeug abgebildet ist. Zum Unglück unserer Kinder wird im Schloss leider kein aristokratisches Spielzeug ausgestellt, obwohl an die 19 Kinder dort auf die Welt kamen.

Um sich das gesamte Schloss, die weiteren und später errichtetem Gebäude wie „Grand Trianon“ und „Petit Trianon“ sowie die barocke Parkanlage mit seinen vielen Brunnen und 75.000 Bäumen, inklusive dem künstlichen Weiler im Stil eines normannischen Dorfes von der später geköpften Marie Antoinette anzusehen, kann sich man sicherlich mehrere Tage Zeit nehmen. Wir haben leider nur einen viertel Tag zur Verfügung, was in Anbetracht des Ausmaßes des ganzen lächerlich erscheinen mag. Deshalb begnügt sich unser Besuch nur auf das Schloss und einen Teil des Parks, den wir mit einem Golf Caddy abfahren. Ich hätte ehrlich gesagt vorher nicht gedacht, das ich jemals zum Besuch eines Parks eine solche Rentnerkarre besteige, aber auch ich lerne nie aus. Der ab 24 Jahren fahrbare Untersatz ist wirklich praktisch, was sag ich, tagesrettend, um die Kinder bei Laune zu halten und um zwischendurch einen Stopp im Café oder für eine Tour mit dem Ruderboot auf einem großen künstlichen royalen Gewässer zu unternehmen. Die befahrbaren Routen sind vorgegeben, wenn man Sehenswürdigkeiten außerhalb des Rundwegs besuchen möchte, muss man anhalten und aussteigen. Bis zu vier Personen haben darin Platz. Pro Stunde kostet es königliche 39 Goldtaler und jede weitere Viertelstunde etwa 9€. Aber entre nous, man ist ja auch nicht alle Tage zu Gast im Reich des Sonnenkönigs, n‘est ce-pas?

By the way: Die Eintrittstickets sind unbedingt im Vorhinein online zu kaufen. Die Preise variieren jenachdem, ob an dem Besuchstag Brunnenshows stattfinden oder nicht.

Reiseführer

In diesem Jahr ist im DuMont Verlag dieser Reiseführer erschienen.

Stadtfrei: Familienabenteuer in der Natur

Wohnst du auch in einer (Groß)Stadt? Wenn ja, dann kennst du sicherlich die Vor- und Nachteile vom Stadtleben. Ich kann auf jeden Fall ein Lied davon singen. Ich bin ein seltenes Exemplar von Urberlinerin, das heißt ich bin in Berlin geboren und habe immer hier gelebt, geliebt und gearbeitet und viel Spaß dabei gehabt und habe ihn noch immer. Aber es gibt so Momente, in denen ich auch mal eine Pausetaste drücke und wir uns im Garten austoben oder mit unserem alten Wohnmobil raus aufs Land zuckeln. Fernab der Großstadthektik können wir als Familie dann richtig schön runterkommen. Für Familien mit Kindern, die einmal raus aus der Stadt und rein in die Wildnis möchten, gibt es zum Beispiel richtig tolle Angebote von Stadtfrei. Bisher hatte Stadtfrei allerdings nur Angebote für Väter mit Kindern. Ziemlich schade für Mamas. Ob sich daran mittlerweile etwas geändert hat, verrät uns die liebe Nicole Sachse-Handke in diesem Interview!


Stadtwaldkind: Hallo Nicole, wir kennen uns jetzt schon seit 2007, huch das ist schon eine lange Zeit. Uns verbindet die Kultur, aber seit ein paar Jahren auch unsere Leidenschaft für Outdoor-Erlebnisse. Du hast gegründet, Nicole. Stadtfrei heißt eure gemeinnützige Genossenschaft. Dort bist Du für Presse und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich und bist seit diesem Jahr qualifizierte Teamerin für Camps. Was macht ihr denn? Stadtfrei, das klingt für mich Großstädterin ja so nach Urlaub?
NSH: Ja, da liegst du richtig, Wir schaffen wir attraktive Angebote in der Berliner und Brandenburger Natur für Eltern und ihre Kinder. Frei nach dem Motto: Raus aus der Stadt und rein ins Abenteuer verschrieben.

Stadtwaldkind: Ich hatte schon früher mal in euer Programm geschaut, aber da hattet ihr aber nur Angebote für Väter. Gibt es denn auch Familien- oder Mutter-Kind-Camps?
NSH: Im letzten Jahr haben wir viel positives Feedback für unsere Stadtfrei-Arbeit bekommen. Uns haben aber auch viele Fragen und Wünsche. Die scheinbar interessanteste war dabei genau deine Frage: Wann gibts denn endlich Familien- oder Mutter-Kind-Camps? Bisher hatte Stadtfrei nur männliche Teamer. Das liegt daran, dass Stadtfrei aus der Initiative Männerjob – eine Initiative für Väter und Kinder entstanden ist. Wir haben auch 3 Teamerinnen, die in den letzten Monaten verschiedene Qualifizierungen durchlaufen haben. Neben der Erste Hilfe Outdoor und einer Kinderschutzfortbildung, gehört auch die Rote Karte und ein erweitertes Führungszeugnis dazu.


Stadtwaldkind: Was ist denn, wenn ich nicht soviel Zeit oder Geld habe und trotzdem der Stadtgewusel entfliehen möchte?
NSH: Dann kannst du einfach zu unseren kostenfreien Ein-Tages-Aktionen kommen. Wir starten am 2.4. mit der Aktion Erste-Hilfe-Fahrrad. Und dann gibt es noch Imkern, Walderleben, Bogenschießen, Räucherwerk und Baumschlagen.

Stadtwaldkind: Ich habe auch gesehen, ihr habt am 8. Oktober eine Aktion, die heißt Stadtfrei für alle? Ein Erlebnistag für Mütter, Väter und ihre Kinder. Was habt ihr geplant?
NSH: Ohja, alle sind eingeladen sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Es gibt reichlich Zeit zum Spielen für die Kinder und mit den Kindern, Musizieren und Toben. Er kann nach Regeln gerauft, mit dem Bogen geschossen, musiziert oder einem Bilderbuchkino gefolgt werden. Auf jeden Fall werden die Fotos/Videos der vergangenen Camps und Aktionen präsentiert. Zum Abschluss wird natürlich über dem Lagerfeuer Stockbrot gebacken oder auch das eine oder andere Würstchen gegrillt.

Stadtwaldkind: Das heißt ihr habt jetzt auch Angebote speziell für Mütter?
NSH: Ja, wir veranstalten vom 17.-19.6.2022 unser erstes Mutter-Kind-Camp für Mütter mit Kindern von 5 bis 9 Jahren. Musik & Yoga in wilder Natur. Wir kommen auf dem Gelände der Neuen Mühle Dahmetal unter. Der gesamte historische Hof ist umringt von wild-romantischer Natur. Man kann im eigenen Zelt übernachten oder in einem der Bauwagen.

Stadtwaldkind: Machst du das Camp?
NSH: Ja, im Tandem mit einer ausgebildeten Kinderyogalehrerin. Ich freue mich, mit den Kindern und Mütter auf musikalische Fantasiereise zu begeben. Ich begleite aber auch noch eines der beiden neuen Familien-Camps DER LAUF DES WASSERS – Ein Paddelabenteuer für Mütter/Väter und Kinder am 14.7.-17.7.2022.

Stadtwaldkind: In den letzten Jahren gibt es immer mehr solcher Erlebnis-Angebote. Was ist denn bei euch anders?
NSH: Nun, wir sind ein kleines Team mit ganz verschiedenen Temperamenten, wir leben alle in ganz verschiedenen Familienkonstellation und wir lieben es Zeit mit der Familie in der Natur zu verbringen. Wir glauben außerdem ganz fest daran, dass das gemeinsame Erlebnis nachhaltig die Verbindung zwischen Eltern und ihren Kindern stärkt und damit eine aktive Elternschaft unterstützt. Elternschaft verändert sich. Eltern haben heute ja ein ganz neues Selbstverständnis.

Stadtwaldkind: Ich verstehe, mir scheint eure Angebote haben eine ganz persönliche Note. Verdient ihr mit den Angeboten euren Lebensunterhalt?
NSH: Nein, unsere Teamer erhalten eine Aufwandsentschädigung. Wir haben das Glück durch einige Partner finanziell unterstützt zu werden, wie AktionMensch, der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, das Jugendamt und den evangelischen Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte, der Vielfarb Social gGmbH Berlin & Brandenburg und Kinder brauchen Matsch, einer Aktion der Evangelischen Auferstehungsgemeinde.

Stadtwaldkind: Was empfiehlst du, wenn die Kinderbande unausstehlich wird?
NSH: Raus in die Natur und freihaben von der Stadt. Komm mit 😉

Na, neugierig geworden? Mehr Infos zum Stadfrei-Programm gibt es hier: www.stadtfrei.de