
Verstecken spielen hinter Bäumen, Spuren suchen am Waldboden und zur Stärkung ein selbst gemachtes Stockbrot und Marshmallows über dem Lagerfeuer. Ein Kindergeburtstag im Wald, Park, am See oder im Garten ist spannender als jede Mottoparty!
Unsere beiden Töchter kamen jeweils im Spätfrühling und im Sommer zur Welt. Das ist für uns als Eltern ganz prima, weil wir somit das ganze Tohuwabohu nicht im Haus haben müssen. Deshalb feiern unsere Töchter immer draußen im Garten, im Wald oder im Park ihre Geburtstage. Natürlich spielen sie dann einfach gerne mit ihren Freunden draußen herum und machen das worauf sie gerade Lust haben. Doch zur Sicherheit habe ich letztes Jahr ein paar Spielideen vorbereitet und sie sind gut angekommen und wurden gerne gespielt. Ein paar der Ideen brauchen etwas Vorlaufzeit um die Materialien zu sammeln oder zu basteln. Das Gute an allen Outdoor-Spielideen ist, dass die Spiele fast kein Geld kosten und man viele der benötigten Materialien Zuhause hat. Die Spiele, wie Schatzsuche (einfach Schnitzeljagd und Mäusespeckknabbern) haben wir an einem 4. Geburtstag gespielt. Die anderen Spiele an einem 5., 6. und 7. Geburtstag.
Doch vor den Spielideen sind zuerst die Einladungen zum Geburtstag dran. Karten waren uns zu langweilig, weil das immer das gleiche ist. Wir wollten mehr Spannung reinbringen und haben passend zur folgenden Schnitzeljagdidee die Einladungen auch wie Schätze verpackt.

Einladungen im Glas
Materialien
- kleine Gläser
- mit Deckel (Einmachgläser oder alte Marmeladen- und Senfgläser)
- Glasmalstifte
- Alleskleber
- Glitzersteine
- Ostergras oder Papierkonfetti
- kleine Muscheln oder Steine
- Papier und Stift
Zuerst bemalt meine Tochter de Gläser mit Glasmalstiften von aussen und schreibt den Namen des Gastkindes darauf. Anschließend beklebt sie die Gläser mit Glitzer- bzw. Schmucksteinen. Danach gefüllt sie die Gläser mit kleinen Schätzen wie zum Beispiel gesammelte Muscheln, Steine sowie mit Ostergras und Papierkonfetti. Last but not least schreibt sie anhand einer Vorlage die Einladungen auf kleine bunte Notizzettel, rollt sie und bindet sie mit einem Geschenkband zusammen. Nun kommt nur noch der Deckel rauf und fertig.

Waldmemory
Auf einer Picknickdecke werden Gegenstände ausgelegt, die aus der Natur stammen. Das können zum Beispiel Fichtenapfen, Äste, Blätter unterschiedlicher Bäume, Buckeckern, Eicheln und Steine sein. Nachdem alle Gegenstände mit den Kindern namentlich bestimmt sind und die Kinder sie sich eingeprägt haben, gehen die Kinder für eine verabredete Zeit auf die Suche um möglichst viele dieser Gegenstände zu sammeln. Wieder an der Picknickdecke versammelt, präsentieren sie ihre Funde auf der Decke. Wer am meisten passende Elemente gefunden hat, hat gewonnen.
Materialien
- Picknickdecke
- alles was die natur an Schätzen hergibt: Steine, Äste, Blätter…

Abwechslungsreiche Schnitzeljagd mit Pinata
Während mein Mann die Kinder ablenkt, verteile ich pro Kind eine Rätselaufgabe rund um einen kleinen See des Parks in dem wir feiern. Die Zettel stecke ich in Astlöchern etc. Die Fragen und Aufgaben habe ich vorab am Computer geschrieben (weil ich so eine Sauklaue habe, die kein Kind lesen kann) und sind so gehalten, dass jedes Kind in der Lage ist sie zu lesen und zu verstehen, ansonsten entsteht nur Frust. Sie müssen zum Beispiel erraten, welche Bäume in der Grünanlage wachsen und Worte auf Buchstabenmagneten bilden. Um sich geografisch zu orientieren habe ich mit Kreidestiften die Richtung auf Baumstämme und Steine am Wegrand gemalt. Natürlich leiten diese die Kinder auch mal etwas in die Irre, aber nicht zu sehr.
Sobald die Kinder die Antwort wissen oder die Aufgabe gelöst haben, dürfen sie weiter machen. Jedes Kind darf einen Zettel vorlesen. Bei uns geht es nicht ganz auf, weil sich noch ein Kind, das zufällig auch in dem Park spielt, dazu gesellt und mitmachen darf (als Gegenleistung dürfen alle Kinder bei ihr Zuhause auf die Toilette, weil sie genau am Park wohnt).
Um etwas Abwechslung ins Spiel zu bekommen, beziehe ich ein paar Teenagerjungs ein, die auf der Parkbank sitzen und die den Kindern einen Hinweis geben dürfen in welcher Richtung es weiter geht. Das habe ich aber nur gemacht, weil sie freundlich und vertrauenswürdig aussehen. Hätten die Jungs nicht so freundlich geguckt, wäre ich kein Risiko eingegangen und hätte es sein lassen. Für die Kinder ist es eine Herausforderung große Jungs anzusprechen, aber gemeinsam trauen sie es sich.
Auf einem der nächsten Zettel steht eine Telefonnummer der Großeltern unserer Tochter. Die Kinder dürfen sie anrufen, um sich einen Tipp für die bevorstehende Richtung zu holen (obwohl es bei einer Schnitzeljagd am See eigentlich klar ist, wo es lang geht, fand ich das lustig und habe mit ihnen kurz vorher abgesprochen, was sie sagen sollen). Am Ende findet eines der Gastkinder die mit Süßigkeiten gefüllte Pinata im Form einer großen Ananas in einer Astgabel am See.
Die Idee für diese Pinata habe ich von Pinterest. Gemeinsam mit den Kindern haben wir eine Woche vor dem Geburtstag angefangen die Pinata zu basteln, weil das ganze Projekt schon etwas Zeit erfordert. Das Trocknen der klebrig nassen Papierschnipsel dauert recht lang. Nach der erfolgreichen Schnitzeljagd hängen wir die Penata an einem Baum und lassen zuerst das Geburtstagskind und dann die Gäste abwechselnd mit einem Holzschwert und mit verbundenen Augen auf sie einprügeln bis die Kids endlich erlöst sind und die Süßigkeiten auf den Rasen prasseln! Wem das mit der Augenbinde zu viel ist, lässt sie einfach weg. Das Zerkloppen der Penata dauert schon lang genug. Klar, dass die Freude groß ist, als sie sich endlich öffnet und sich alles auf die Bonbons stützen darf!
Materialien
- Papier, Stift oder Computer und Drucker
- Kreidemalstifte als Wegweiser
- ggf. freundliche Helfer und ein Handy
- Ideen für die Fragen und gute Verstecke
- Schatz

Materialien
- Luftballon
- Tapetenkleister
- Zeitungspapier
- Kleber
- Schere
- buntes Geschenkpapier oder Krepppapier
- Süßigkeiten zum Befüllen
- Zeit zum Basteln und Trocknen lassen
Anleitung für Ananas Pinata: http://www.familie.de/diy/pinata-selber-machen-896801.html

Dosenwerfen
Dosenwerfen kennt jedes Kind vermutlich auch vom Rummel. Unsere Kinder machen das auf jeden Fall immer gerne, wenn wir uns mal auf einem Rummel blicken lassen. Ein paar Wochen vor dem Geburtstag haben wir begonnen ein gutes Dutzend Konservendosen von Kokosmilch und Tomaten aufzuheben und sie einmal durch die Spülmaschine zu jagen. Danach haben wir sie mit buntem Klebeband in einen ansehnlichen Zustand gebracht. Die Blechdosen stapeln wir auf dem Kindergeburtstag mit den Kids gemeinsam auf einem Tisch zu einer Pyramide. Mit einem mit Sand gefüllten Luftballon geht es los. Jeder hat drei Würfe und gewinnt zum Schluss eine Kleinigkeit.
Materialien
- leere Konservendosenbunte Klebebänder
- kleiner Luftballon und Sand oder ein kleiner Ball der nicht gut hüpft oder ein kleines Kuscheltier (bei uns ein roter Krebs, siehe Foto)

Papierflieger durch Zielscheibe fliegen lassen
Auch ein schönes Spiel für Draußen ist Papierflieger fliegen zu lassen mit der besonderen Herausforderung, sie durch Löcher eines aussortierten Stoffs fliegen zu lassen.
Hierfür haben wir ein par Tage vor dem Geburtstag in eine alte weiße Gardine große Löcher hinein geschnitten und den Stoff mit Stoffmalstiften verziert. Das muss man nicht unbedingt machen, es funktioniert auch ohne Bemalung. Aber wir finden es bunt schöner und wir schreiben auch den Anlass der Feier auf den Stoff.
Den Stoff befestigen wir mit Wäscheklammern an einer Schnur, die wir zwischen zwei Bäumen aufhängen. Danach sucht sich jedes Kind einen Papierflieger aus einem Buch aus. Logisch, dass man dafür auch normales Papier nehmen kann und daraus einen Flieger basteln kann. Wir haben uns dennoch für ein Buch mit vier verschiedenen Modellen entschieden und wunderschönen Mustern entschieden, weil wir selbst nur ein Modell basteln können. Anhand der Vorlagen können die Kinder viel schönere und abwechslungsreiche Papierflieger falten. Auf den Vorlagen sind Hilfslinien zum Falten und im Buch ist je eine Anleitung pro Modell enthalten. Für das Falten ist etwas Konzentration geboten, aber somit kommen alle Kids mal für einen Moment zur Ruhe. Kinder ab vier Jahren schaffen das auch ganz gut und zur Not unterstützen wir sie an kniffligen Stellen.
Nachdem jeder seinen eigenen Papierflieger in der Hand hält, geht es auch schon los mit dem Zielen durch die großen Löcher des Lakens! Wir legen ein Springseil auf das Gras über das keine Treten darf und schon segeln die ersten Flieger durch die Lüfte.
Materialien
- großes Stück Stoff (z.B. altes Bettlaken, Tischdecke oder Gardine)
- ggf. bunte Stoffmalstifte
- Schere
- Papier oder Papierfliegermodellbuch

Stopptanz
Wir machen die Musik auf dem Handy an und die Kinder tanzen dazu. Sobald wir die Musik stoppen, dürfen sie sich nicht mehr bewegen. Wer wackelt, ist raus und wer zuletzt übrig bleibt, hat gewonnen. Janz eenfach…
Material: Smartphone mit Musik oder kleinen Rekorder

Eierlaufen
Diesen Klassiker haben wir zum sechsten Geburtstag unserer Tochter im Naturschutzgebiet in den Sandbergen (Berlin-Reinickendorf, zwischen Heiligensee und Konradshöhe) gespielt und den Kids hatte es richtig Spaß gemacht. Ein langer Ast liegt als Startlinie auf dem Rasen. Die Route führt um einen Baum herum und einen Sandberg hinauf. Die Kinder rennen immer jeweils zu zweit eine Runde. jeder hält einen Esslöffel in der Hand und darauf balancieren sie ein hart gekochtes bunt eingefärbtes Ei. Wer sein Ei auf dem Löffel als erstes zur Ziellinie gebracht hat, hat gewonnen.
Materialien
- Ast als Start- und Ziellinie
- Esslöffel
- hartgekochte Eier oder kleine Bälle

Wasserballon zerschlagen
Dieses Spiel ist für einen heissen Sommertag ideal, weil sich so alle ein wenig erfrischen können. Es ist ein wenig so wie eine Penata zu zerschlagen, nur dass statt der Süßigkeiten hierbei Wasser heraus spritzt. Wegen des Wasserbedarfs lässt sich dieses Outdoor-Spiel am besten im eigenen Garten realisieren. Pro Kind wird ein wassergefüllter Luftballon an einer gespannten Schnur befestigt. Der Luftballon darf nicht zu schwer werden, ansonsten hält er nicht bzw. nicht lange an der Schnur. Am besten verwendet man Wasserbomben-Luftballons. Jedes Kind darf seinen Ballon mit einem Stock zerschlagen.
Materialien
- Luftballons
- Wasser
- Schnur
- Stock
- Halterung zum Spannen
- evtl. trockene T-Shirts oder Handtücher 😉

Speckmäuse abknabbern
Zwischen zwei Bäumen, einer Schaukel oder ähnlichem wird ein Faden so hoch gespannt, dass die Kinder sich strecken müssen um an die Speckmäuse zu kommen, die an die Schnur geknotet sind, und diese abknabbern. Alternativ tut es natürlich auch ein Hanfseil o.ä. sowie Wäschklammern, die die Mäuse halten. Wenn gar nichts zum Befestigen vorhanden ist können auch zwei Erwachsene das Seil an den Enden festhalten. Wer es lieber salzig mag, kann zum Beispiel auch kleine Salzbrezeln auf die Schnur fädeln.
Materialien
- Schnur, Seil oder Faden
- Speckmäuse, Salzbrezeln o.ä. je nach Geschmack
- Halterung zum Spannen

Schokokuss-Wurfmaschine
Okay, diesen genialen Katapult haben wir uns noch nicht zugelegt, spielen aber mit dem Gedanken. Ich kenne es selbst noch aus meiner eigenen Hortzeit. Ein handwerklich begabter Erzieher hatte die Schokokuss-Wurfmaschine damals selbst gebaut und sie war der Knaller auf jedem Kitafest. Im Internet gibt es Anleitungen zum Nachbauen, wenn man sie nicht leihen oder kaufen mag. Die kleine Schokokuss-Wurfmaschine, die es bei Amazon zu bestellen gibt, scheint laut der Bewertungen, leider nicht viel zu taugen.
Materialien
- Schokokusswurfmaschine
- Schokoküsse
- kleiner Ball
- Startlinie
Mieten einer Schokokuss-Wurfmaschine: www.hannogam.de/aktionsspiele/geschicklichkeit/schokokuss-wurfmaschine
Anleitung zum Selberbauen der Schokokuss-Wurfmaschine: www.heimwerker.de/holzwerken/holzspielzeug-bauen/wurfmaschine-bauen.html
Was sollte man dabei haben, wenn man draußen im Park oder im Wald feiert
- Dekorationsmaterial wie eine Wimpelkette, Luftballons
- Picknickdecke
- Wechselwäsche
- Teller, Besteck, Tassen oder Gläser (keine zum Wegwerfen, sondern am besten aus Palmblättern oder wiederverwendbarem spülmaschinenfesten Plastik)
- Mülltüte, Haushaltspapier
- Taschentücher
- Erste-Hilfe-Set
- ausreichend Getränke (z.B. in einer Kühlbox) und Speisen
Anregungen für Kindergeburtstagsfeiern und Spiele






















Da ich selbst nun mit meinem Mann zwei Töchter im Alter von fünfeinhalb und eineinhalb Jahren habe, ist das Thema der Geschwisterbeziehung für uns als Eltern in Bezug auf unsere beiden Kinder wichtig. In dem Buch „Erstgeborene“, das ich von meiner besagten Freundin geschenkt bekam, bschreibt die Autorin Jirina Prekop die Situation der erstgeborenen Geschwister und ihre besondere Rolle innerhalb der Familie sowie ihre Beziehungen zu den Eltern.
Sicherlich ist eine Bruder-Schwester Beziehung tendeziell weniger problematisch als gleichgeschlechtliche Geschwisterbeziehung, da es weniger Konkurrenz untereinander gibt, das meint auch Prekop. Dafür ist die Beziehung zwischen Bruder und Schwester nicht so eng wie zwischen zwei Jungs oder zwei Mädchen.
Natürlich flog auch mal das ein oder andere Küchenutensil durch die Gegend oder es ging mal eine Tür zu Bruch. Und heute nervt mich auch noch so manches Verhalten von ihm. Bestimmt findet er auch so mache meiner Eigenheiten blöd. Aber bitte mal ehrlich, bei wo kommen heftige Konflikte zwischen Geschwistern nicht vor? Heute lachen wir darüber und erzählen die Geschichte gerne wieder und immer wieder. Damals war es uns aber bitter ernst. Dennoch: Einen Bruder bzw. überhaupt ein Geschwister zu haben, ist eines der größten Geschenke überhaupt.
ls unsere zweite Tochter zur Welt kam, war unsere erstgeborene und innig von uns geliebte Tochter schon in der Lage sich durch ihr ausgeprägtes Sprachvermögen Ausdruck zu verschaffen und ihre Bedürfnisse klar zu formulieren. Außerdem hatte sie mit ihren damals vier Jahren schon so viele weitere Fähigkeiten erworben, dass sie ihrer kleinen Schwester auch dadurch sehr viel voraus hatte.
Dennoch drehte unsere Erstgeborene sehr auf und sprang in den ersten Wochen danach wie ein „Hüpfkäse“ durch die Gegend (Originalton meiner Hebamme, was von ihr nicht abwertend gemeint war, sondern von ihr beobachtet wurde). Mein Mann versuchte sie mir und der Kleinen etwas vom Laib zu halten und beschäftigte sich mit ihr, sobald sie so wild wurde und er Zuhause war.
Als die Ferien vorbei waren und die Waldkita wieder losging hatte ich am Vormittag und Mittag Ruhe und Zeit nur für das Baby und mich. Entsprechend wurde es langsam besser und die Situation entschärfte sich. Es kam auch kein direktes Anzeichen für Eifersucht bei unserer Erstgeborenen gegenüber ihrer kleinen Schwester auf. Aber es gab Signale die zeigten, dass sich schon durch das Geschwisterchen bei unserer Erstgeborenen etwas verändert hatte. Und wenn ich damals das Buch von Jirina Prekop gehabt hätte, dann hätte ich diese Zeichen besser einordnen und mich entsprechend verhalten können. Sie fing zum Beispiel an wie ein Baby zu reden. Sie wollte, dass ich ihr beim Anziehen half, obwohl sie das schon selbst konnte. Sie bekam Trotz- und Wutanfälle. Da mein Mann und ich diese Zeichen nicht erkannten, zeigten wir damals wenig Verständnis für ihr damaliges Verhalten. Wir forderten sie schlicht auf, sich altersgemäß zu verhalten und rollten bei ihren Anfällen genervt mit den Augen. Das half ihr in keiner Weise weiter, was ich nach der Lektüre des Buchs nun erfahren habe und was natürlich auch so auf der Hand lag, ich aber damals nicht einsah.
Was mich damals stärker besorgte, waren die sich wiederholenden Fragen unserer großen Tochter, ob ich sie genauso lieb hätte, wie ihre Schwester. Natürlich bestätigte ich ihr, dass ich sie genauso liebte, aber das schien sie nicht zu überzeugen. Das stimmte mich sehr traurig und nachdenklich. Vielleicht hatte sie ja recht und ich liebte sie nicht so sehr wie die Kleine? War das möglich?
Unsere Zweitgeborene ist seit einem halben Jahr in der Waldkita. Dies trägt sicherlich auch dazu bei, dass sich die Situation Zuhause erheblich gebessert hat. Denn es störte unsere große Tochter, dass sie in die Kita musste, wohingegen ihre Schwester bei mir Zuhause bleiben durfte. Direkter äußert sich nun auch ihre Eifersucht. Sie sagt ganz klar, wenn sie etwas ungerecht findet. Damit können wir als Eltern besser umgehen. Ich habe vor einer ganzen Weile damit angefangen, halbwegs regelmäßig einen Mutter-Große-Tochter-Tag einzuführen. An diesem Tag bzw. Nachmittag mache ich schöne Ausflüge mit meiner Erstgeborenen. Meine liebvolle Beziehung zu meiner Erstgeborenen hat sich schon vor einer ganzen Weile wieder eingestellt, was mich glücklich macht. Ich knuddel und küsse sie wieder häufig und verbringe mehr Zeit mit ihr. Abends bringe ich zum Beispiel erst die Kleine ins Bett und danach lese ich der Großen lange und eng umschlungen Geschichten im Bett vor und singe für sie.